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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12819
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
49600720
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Guten Abend, unser Hund (5 Jahre), ein Jagd-Schäferhund-Mischling,

Kundenfrage

Guten Abend, unser Hund (5 Jahre), ein Jagd-Schäferhund-Mischling, hat gestern und heute je 3 Tabletten bekommen (Wurmkur). Er keucht und würgt seid heute. Durch das würgen spuckt er etwas weißen Schleim aus. Kann das von den Tabletten kommen??? Ich befürchte das er eventuell Rattengift oder Schnecken-Korn gefressen haben könnte, denn in unserer Nachbarschaft hat es bereits zwei Hunde erwischt. Woran erkenne ich eine Vergiftung und worauf muß ich achten?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo,

Entwurmungsmittel können in seltenen Fällen Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Wie hieß das Medikament denn?

Wie geht es Ihrem Hund denn vom Allgemeinbefinden her? Wie sehen die Schleimhäute aus? Hat er Fieber oder Untertemperatur (normal 38°-39°)? Ist der Bauch hart, aufgebläht und berührungsempfindlich? Ist er phasenweise auch apathisch, durchgehend sehr unruhig oder meist normal? Sollten Sie diesbezüglich deutliche Auffälligkeiten finden, gehen Sie bitte baldmöglichst zum Tierarzt. (Infusion, Schmerzmittel, Antibrechmittel...)

Bei Erbrechen sollten Sie sollten Ihrem Hund mindestens 12 Stunden nichts zu fressen geben. Trinken öfter kleine Mengen erlaubt (gerne milder leicht warmer Fenchel- oder Kamillentee), falls die Flüssigkeit nicht auch erbrochen wird. Der Magen-Darm muss zur Ruhe kommen (Rückgang der Entzündung), bevor wieder etwas gegeben wird.

Achten Sie bitte auf folgende Krankheitszeichen, die einen Tierarztbesuch baldmöglichst erforderlich machen würden. Insbesondere darauf ob:
-Ihr Hund ausgetrocknet ist, dies erkennen Sie daran, daß
--die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber);
--Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Sekunden, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein, wenn es länger dauert: Zeichen für Austrocknung
--eine von Ihnen mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort wieder
-Ihr Hund sich im Laufe des Tages noch mehrfach mit Brechen, Übelkeit und mit Würgereiz quält
-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur (v.a. unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber)
-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück) .
-der Hund in letzter Zeit öfter erbrochen hat
-im Erbrochenen Blut zu sehen ist
-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist
-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen, z.B. durch Bauchspeicheldrüsenentzündung, Darmverschluss...)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie sofort zum Tierarzt! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Mittel gegen Übersäuerung...

Erbrechen hat neben einer normalen leichten Magenentzündung, die z.B. durch ungewohntes oder zu kaltes Futter auftreten kann, meistens eine der folgenden Ursachen:
-infektionsbedingte Entzündungen der Magenschleimhaut (meist viral oder bakteriell, manchmal erhöhte Temperatur also über 39 Grad), auch Giardien (einzellige Parasiten, Diagnose durch Kotuntersuchung) wären möglich
-Mandelentzündungen (meist eher Würgen und Schluckbeschwerden)
-Fremdkörper (meist sehr häufiger Brechreiz) oder Unverträgliches wurde angeknabbert (z.B. Pflanzen) eher bei Jungtieren häufiger
- Futtermittelunverträglichkeit (z.B. zu viel Fett)
-Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Gift rauszubringen)
-starke Verwurmung (eigentlich nur Jungtiere)
- Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, häufiges Brechen)
-Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...) , Erbrechen kann z.B. ein Hinweis auf Störungen im Bereich Leber/Gallenblase sein, eindeutige Klärung aber nur mittels Blutuntersuchung und evtl. Ultraschall möglich
-Herzerkrankungen (u.a durch Rückstau in die Leber)
-falls weiblich und unkastrier: Gebärmutterentzündung (Bauch dick, evtl Scheidenausfluss, oft erhöhter Durst, Ist ihnen eine Änderung des Durstes in letzter Zeit aufgefallen?)
-Darmverschluss, meist durch Fremdkörper (ganz selten auch durch Gewebezubildungen), unvollständige Magendrehung

Zur Abklärung der Ursachen ist ein Tierarztbesuch notwendig, denn zur Ursachenklärung sind Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall
Oft wird ein Säureblocker gegegeben (Cimetidin, Ranitidin; Omeprazol, vom Tierarzt)

Heute würde ich kein Futter mehr geben und frühestens heute abend mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag.

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Pulsatilla D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.

Außerdem wäre die Gabe von Ulcogant sinnvoll (schützt die Schleimhaut und wirkt gegen Übersäuerung, ist aber verschreibungspflichtig, gibt´s beim Tierarzt), später wäre dann die Gabe von 1 Tl Heilerde/Tag sinnvoll

Gegen häufigen Brechreiz könnten Sie Paspertin (Metoclopramid-) Tropfen (1 Tropfen pro kg, 0,3 mg/kg) bis zu 3x täglich geben, dann aber bitte baldmögliche Untersuchung um die Ursache abzuklären und möglichst gezielt behandeln zu können.

Bieten Sie bitte eine Wärmflasche an (wirkt beruhigend auf Magen-Darm)


Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind
PS:
falls erforderlich:
Notdienste finden Sie hier:
- http://notdienste-catsonline.piranho.de/index.htm
- www.tierdoc24.de
- über die Feuerwehr / Polizei vor Ort
- auf den Anrufbeantwortern fast aller Tierärzte wird der Notdienst angegeben
- Tierkliniken haben immer 24 Stunden Dienst.

PPS:

Falls Rattengift oder Schneckengift aufgenommen wurde, sollte Ihr Hund baldmöglichst tierärztlich behandelt werden.
Infos zu Schneckengift:
Normales Schneckenkorn ist sehr giftig für Säugetiere, insbesondere Zerstörung der Erythrozyten (roten Blutkörperchen). (Ausnahme das Mittel Ferromol)
Hier eine Beschreibung der Schneckengifte: http://de.wikipedia.org/wiki/Schneckenkorn

Falls es Metaldehyd war, hier noch eine Beschreibung: http://www-vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_i.htm (z.B. Celaflor:
http://www.schneckenprofi.de/schneckenkorn-limex.html)



Bitte gehen Sie daher sofort zum Tierarzt (Tierklinik) und lassen Sie dort falls Giftaufnahme erst kürzlich bitte eine Brechspritze geben (Apomorphin, muß unbedingt innerhalb der ersten 2 (-4) Stunden gegeben werden!). Ansonsten benötigt Ihr Hund dringend Infusionen, falls möglich sogar Bluttransfusionen.

Sinnvoll wäre außerdem im Anschluss auf jeden Fall die Gabe medizinischer Kohle (1g/ kg als Aufschwemmung),

Infos zu Rattengift:
Möglicherweise handelt es sich um dieses Gift:
http://www.schaedlingsbekaempfung-shop.de/kakerlake/product_info.php/info/p67_MC-Rattenkoeder-Superblox--gruen-.html

Hier finden Sie weitere Infos zu Rattengift:
http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/jahresbericht99-Dateien/typo3/index.php?id=849

http://de.wikipedia.org/wiki/Rodentizid: Wirkungsbeginn frühestens nach 6 Stunden, Wirkmaximum nach 36 - 48 Stunden

Andere Stelle Wirkmaximum nach 3-5 Tagen

Wirkweise von Rattengift:
1. wird im Körper das Vit. K1 zerstört daher Blutgerinnungstörung
2. werden bei manchen Giften Venen und Arterien durch die Wirkstoffe im Rattengift porös, so daß es dann zu einer ungebremsten Einblutung ins Gewebe/ Darmtrakt/ Organen kommt, der Hund verblutet also nach innen.

Folgende Symptome sind auffällig:
- Erbrechen von Blut und auch im Kot Blut
- Zahnfleisch wird weiß,
- müde und träge, die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Die Behandlung besteht in:
Bluttransfusionen / Infusionen
und künstliche Gaben von Vit K1 ( Kokakion - Handelsname)

Viel besser ist die Behandlung sofort nach Aufnahme (!):
Wichtig ist, sollte die Aufnahme beobachtet worden sein/Verdacht bestehen: sofort zum TA um Erbrechen auszulösen ! in ersten 2-4 Stunden möglich.
Ansonsten auch hier medizinische Kohle 1g/kg als Aufschwemmung!

Viel Glück!










Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo,

haben Sie noch eine Frage? Ich antworte gerne noch einmal. Falls Sie keine Ergänzungsfrage mehr haben, würde ich Sie bitten, fairer Weise und den allgemeinen Abläufen bei just-answer entsprechend meine Antwort positiv oder neutral zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten ohne Vergütung bliebe.
Vielen Dank im Voraus!

Freundliche Grüße,

Udo Kind

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