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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Hallo, mein Hund ( Jagdhund, schwed.Bracke, 9 Jahre alt )hatte

Kundenfrage

Hallo, mein Hund ( Jagdhund, schwed.Bracke, 9 Jahre alt )hatte heute morgen früh einen ganz dünnen übelriechenden Durchfall und Erbrechen. Dieses begann mit dem Auswurf von Trockenfutterresten, danach folgte noch weiteres Erbrechen, das sich nun in dickschleimigen weißen würgeartigen Auswürfen zeigt, die sehr zäh sind und kaum herauskommen. Unser Hund ist total schlapp und wirkt kraftlos ( er kann nicht das Bein heben zum Urinieren ). Nase ist feucht und kalt, Augen sind klar und Herzschlag wohl normal. Das haben wir noch nie erlebt. Innerhalb von einer Stunde hatte er diese krampfartigen Auswürfe bisher dreimal. Hat er nur etwas Falsches gefressen ( in der letzten Woche hat er Aufbruchreste von Reh bekommen von einem Jäger ) oder handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung, so dass ich mir einen Notfall-Tierarzt suchen sollte?
Vielen Dank XXXXX XXXXX Hilfe!
Barbara Gräf
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

wie sehen die Schleimhäute aus? (rosa oder blasser als normal?) Es wäre gut, wenn Sie die Temperatur messen (normal 38°-39°)? Ist der Bauch hart, aufgebläht und berührungsempfindlich? Ist Ihr Hund phasenweise trotz Schwäche unruhig ? Sollten Sie diesbezüglich deutliche Auffälligkeiten finden oder Ihr Hund im Laufe des Mittags eher noch schwächer werden, gehen Sie bitte baldmöglichst zum Tierarzt. (Infusion, Schmerzmittel, Antibrechmittel...).

Bei Erbrechen und Durchfall sollten Sie sollten Ihrem Hund mindestens 12 Stunden nichts zu fressen geben. Trinken öfter kleine Mengen erlaubt (gerne milder leicht warmer Fenchel- oder Kamillentee), falls die Flüssigkeit nicht auch erbrochen wird. Der Magen-Darm muss zur Ruhe kommen (Rückgang der Entzündung, Regeneration der geschädigten Schleimhaut), bevor wieder etwas gegeben wird.

Achten Sie bitte auf folgende Krankheitszeichen, die einen Tierarztbesuch baldmöglichst erforderlich machen würden:
-ob Ihr Hund ausgetrocknet ist, dies erkennen Sie daran, daß
--die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber);
--Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Sekunden, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder rosa sein, wenn es länger dauert: Zeichen für Austrocknung
--eine von Ihnen mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort wieder
-Ihr Hund sich im Laufe des Tages noch mehrfach mit Brechen, Übelkeit und mit Würgereiz quält (Fremdkörperverdacht)
-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur (v.a. unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber)
-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück) .
-der Hund in letzter Zeit öfter erbrochen hat
-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (länger andauernd sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück) .
-der Hund in letzter Zeit öfter Durchfälle hatte
-im Kot Blut zu sehen ist
-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist
-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie sofort zum Tierarzt ! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Antibiotika, Mittel gegen Übersäuerung, Durchfallmittel...
Andernfalls können Sie evtl. noch bis Montag warten.

Erbrechen und Durchfall hat meistens eine der folgenden Ursachen:
-leichteMagen- Darmentzündung durch ungewohntes oder zu kaltes Futter ; Möglich wäre auch eine Infektion durch evtl. schon verdorbene Aufbruchreste
-allgemein infektionsbedingte Entzündungen der Magen- Darmschleimhaut (meist viral oder bakteriell, meist erhöhte Temperatur also über 39 Grad, Parasiten, wann war die letzte Entwurmung?)
-teilweise Darmverstopfung : seltener, Fremdkörper oder Tumore
-Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Gift rauszubringen)
-starke Verwurmung (wann war letzte Enturmung?) ; auch Giardien , einzellige Parasiten führen öfter zu Brechen und Durchfall (Kotuntersuchung)
-Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, oft auch häufiges Brechen)
-Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...) oder Herzerkrankungen

Sollte Ihr Hund morgen immer noch wiederholten Durchfall haben und/oder nicht fressen wolle ist zur Abklärung der Ursachen unbedingt ein Tierarztbesuch sinnvoll, denn zur Ursachenklärung sind Kot- und Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall nötig.

Heute würde ich kein Futter mehr geben und ab morgen früh mit leicht verdaulichem erwärmtem (riecht und schmeckt besser) und verflüssigtem (schnellere Magenpassage, weniger Brechreiz) Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag. Wie gesagt versuchen, mit Spritze einzugeben.

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Podophyllum D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.
Außerdem wäre die Gabe von Diatab sinnvoll (schützt die Schleimhaut , bindet Bakterien und Viren (in gewißem Maß), enthält Elektrolyte) , alfavet, gibt´s beim Tierarzt

Oft wird bei häufigem Brechen ein Säureblocker gegegeben (Cimetidin, Ranitidin; Omeprazol, vom Tierarzt)

Außerdem wäre die Gabe von Ulcogant sinnvoll (schützt die Schleimhaut und wirkt gegen Übersäuerung, ist aber verschreibungspflichtig, gibt´s beim Tierarzt)

Gegen häufigen Brechreiz könnten Sie Paspertin (Metoclopramid-) Tropfen (1 Tropfen pro kg, 0,3 mg/kg) bis zu 3x täglich geben, dann aber bitte baldmögliche Untersuchung

Bieten Sie bitte eine Wärmflasche an (wirkt beruhigend auf Magen-Darm)


Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Hunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo


und vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort.


Ich habe nun Fieber gemessen ( rektal, 37,81 und die Mundschleimhaut untersucht, die eher weißlich ist, aber er trinkt jetzt schon häufiger und wirkt etwas munterer.


Vor fünf Wochen habe ich ihn mit Programm plus behandelt und wollte dies heute eigentlich wieder tun.


Unser Hund hatte bisher keine Probleme mit Würmern.


Sind die im Stuhlgang deutlich erkennbar oder ist ein mit Schleim versetzter Kot auch schon ein Anzeichen dafür?


Ich werde ihre Tipps heute befolgen und danke XXXXX XXXXXür Ihre mithilfe.


Noch einen schönen Sonntag


Barbara Gräf

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

Würmer (Spulwürmer) sehen Sie nur bei massivem Befall im Kot, ansonsten kann man nur die Wurmeier durch mikroskopische Untersuchung im Kot nachweisen.

Schleimbeimengungen oder -umhüllung sind oft Folge einer Dickdarmentzündung (Colitis mucosa). .
Setzt Ihr Hund häufiger Kot ab, presst er nach dem Kotabsetzen noch etwas nach?
.
Möglich sind v.a. folgende Ursachen:

-infektionsbedingte Entzündungen der Darmschleimhaut, insbesondere durch Parasiten, Mibemycinoxim (Wirkstoff von Program plus wirkt gegen aölle gängigen Nematoden (allerdings nicht gegen Bandwürmer), ein Befall ist daher sehr unwahrscheinlich. Falls Kot vom Wild gefressen wurde , wäre ein erneuter Befall allerdings möglich, dann würde eine weitere Gabe Sinn machen; lassen Sie bei Fortdauer der Schleimbeimengung den Kot bitte auf auf Giardien (einzellige Parasiten, Protozoen) untersuchen, gegen diese Parasiten wirkt Milbemycinoxim nicht.;
seltener aber möglich wären auch bakterielle oder virale Infektionn (führen aber in der Regel zu Durchfall, gestörtem Allgemeinbefinden und oft auch Fieber)

-leichte Darmentzündung durch Futtermittelunverträglichkeit, auch Allergie gegen einzelne Futterbestanteile wären möglich (mit 9 Monaten aber eher selten)

-teilweise Darmverstopfung: eher selten

Sollte Ihr Hund in den nächsten Tagen immer noch Schleimbeimengungen haben ist zur Abklärung der Ursachen ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, denn zur Ursachenklärung sind Kotuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall nötig.
Gut ist es , einen Apfel mit Schale ins Fressen reinzureiben.
Außerdem bitte Heilerde 1 Tl/Tag geben (deckt Schleimhaut ab und bildet Schutz)

Unterstützend könnten Sie außerdem Aethiops antimonialis D4 oder Mercurius sublimatus corrosivus D6 geben (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul 3x täglich geben), beide Mittel sind oft hilfreich bei der Colitis mucosa, bei der der Kot oft wie mit einer Wursthaut mit Schleim überzogen ist.

Freundliche Grüße & danke für die positive Bewertung,

Udo Kind

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