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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Mein Hund (Pekinese) verrichtet immer wenn er alleine ist seine

Kundenfrage

Mein Hund (Pekinese) verrichtet immer wenn er alleine ist seine Geschäfte in der Wohnung. Zeit spielt keine Rolle. Ich gehe regelmäßig spazieren morgens und abends ca. 45 Minuten. Meine Nachbarn sagen er würde dann ab und zu jaulen wenn wir nicht da sind. Kann man ihn evtl. Baldrian geben zur Beruhigung und wieviel?? Wie kann ich das Problem zusätzlich lösen? Meine Hündin ist jetzt 3 Jahre, kam mit einem 3/4 Jahr aus dem Tierheim zu uns, vorgeschichte unbekannt. Anfangs hat sie viel in die Wohnung gemacht, jetzt nur wenn wir ausser Haus sind. Aber das ist eben zuviel - Was soll ich tun Gruß XXXXX XXXXX
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

danke für Ihre Anfrage.

Baldriantropfen haben bei Hunden nur selten gute Wirkung und bzgl. der Unsauberkeit leider meist gar Keine. Evtl. könnte man Baldrianwurzeln versuchen (habe damit keine eigenen Erfahrungen, Infos hier: : http://www.vegan-hund.de/gesundheit/heilpflanzen/baldrian )


Ihr Hund ist vermutlich unsauber, da er Angst vor dem Alleinsein hat . Folgende Maßnahmen könnten helfen, daß er noch mehr lernt auf Ihr Wiederkommen zu vertrauen:

1.Verhaltenstraining

-Der Liegeplatz Ihres Hundes soll noch mehr zu seinem Lieblingsplatz und Ruhepol werden:
-Füttern Sie Ihren Hund nur auf seinem Lieblingsplatz
-Starten Sie jedes Spiel und jeden Spaziergang nur von diesem Platz
-Spielen Sie nur in dem Raum mit ihm, in dem sich der Lieblingsplatz befindet
-- Wenn der Ruheplatz nach 1-3 Wochen noch mehr zum Ort der Geborgenheit geworden ist, sollten Sie möglichst oft den Hund kurze Zeiten (wenige Minuten, Zeit allmählich steigern) auf dem Platz ablegen lassen und den Raum kurz verlassen. Wichtig ist, daß Sie beim Weggehen den Hund nicht beachten (ihn also nicht auf Ihr Weggehen aufmerksam machen) sondern nur ablegen lassen (Platz!, Bleib!) und dann ohne weiteren Kommentar gehen. Zeitabstände allmählich vergrößern
Sollte Ihr Hund bei Ihrer Rückkehr auf seinem Platz sein, loben Sie ihn intensiv (evtl. auch mit etwas Trockenfutter). Ignorieren Sie den Hund falls er nicht auf seinem Platz liegt, stellen Sie sich kommentarlos vor seinen Platz und loben Sie ihn sofort überschwänglich sobald er sich auf seinen Platz vor Ihnen setzt.
-- Mehrmals am Tag so tun, als wollten Sie weggehen (Schuhe, Mantel anziehen...), ohne dann wirklich zu gehen
-Wenn Sie ohne Hund außer Haus waren und Ihr Hund ist nicht auf seinem Platz, gehen Sie ohne den Hund zu beachten zu seinem Lieblingsplatz, erst hier dürfen Sie Ihren Hund begrüßen und ausgiebig loben
- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewußtsein des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)
-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Sollte sich Ihr Hund von sich aus ruhig verhalten, wenn er allein ist, müssen Sie ihn sofort (< 3 Sekunden) loben und ihm ein Lieblingsfutterbröckchen geben. Dieses Lieblings-Trockenfutter gib es ab jetzt ausschließlich nur noch, wenn Ihr sich Ihr Hund ruhig auf seinem Stammplatz befindet.
-Bei Zudringlichkeit Ignorieren und demonstrativ abwenden (eigenen Körper und Gesicht wegdrehen und "Nein", auf keinen Fall mehr zum Hund sagen, danach ist er wie Luft für Sie und wird erst wieder beachtet, wenn er sich abgelegt .
-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!, auch wenn Bleib! gesagt wurde und man allein bleiben muß").

2. Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:
- Rescue-Bachblütentropfen (4x täglich für 10 Tage und dann jedesmal, wenn Ihr Hund alleine bleiben muss)
-DAP-Pheromon-Verdampfer (wird in die Steckdose gesteckt und verbreitet für uns unriechbare beruhigende Duftstoffe, die säugende Hündinnen zur Beruhigung ihrer Welpen absondern, 4 Wochen lang; . (ceva-Pharma, gibt´s beim Tierarzt)
-Zylkene (wirkt allgemein angstreduzierend, gibt´s beim Tierarzt)
-Unterstützend könnten Sie Ignatia D6 3x täglich 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) geben, ist oft gut wirksam bei "Folgen von Verlust" und Nervosität.

- Falls Sie mit diesen Tipps immer noch nicht weiterkommen, könnte man auch angsreduziernde Psychopharmaka wie Clomicalm oder Selgian einsetzen, diese Mittel gibt es aber nur beim Tierarzt. Die volle Wirkung dieser Mittel tritt erst nach etwa 3 Wochen ein, die Hunde lernen oft aber leichter und schneller, da sie weniger Angst empfinden.
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Falls die empfohlenen Maßnahmen nicht helfen sollten, könnte der Hund zu den Alleinsein-Zeiten mit Decke, einem Kleidungsstück von Ihnen sowie Futter und Wassernapf in einen sehr kleinen Raum oder einen Therapiekäfig (an den der Hund langsam positiv gewöhnt werden muss!) eingesperrt werden . Auf engem Raum wird meist nichts zerstört. An den Käfig (gibt´s bei verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierärzten) sollten Sie Ihren Hund allmählich gewöhnen:
-Allmähliche Desensibilisierung: Der Käfig sollte bereits jetzt im (Wohn-)zimmer stehen. Im Käfig sollte eine Lieblingsdecke und ein Lieblingsspielzeug Ihres Hundes liegen.
--Lieblingsfutter gibt es ab jetzt nur noch im Therapiekäfig
--Füttern Sie Ihren Hund nur noch am - später im Therapiekäfig
--Starten Sie jedes Spiel und jeden Spaziergang nur vom Käfig
--Spielen Sie überwiegend in dem Raum mit ihm, in dem sich der Käfig befindet
--Wenn Sie ohne Hund außer Haus waren, gehen Sie ohne den Hund zu beachten zu dem Käfig und begrüßen den Hund erst dort
Auf diese Weise wird der Käfig zu einem Ort der Freude und des Sich-Geborgen-Fühlens.
Weitere Infos finden Sie auch hier: http://www.woefkesranch.de/hundekafig.php

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen, meine Antwort positiv zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten unbezahlt bliebe. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo,

haben Sie noch eine Frage? Ich antworte gerne noch einmal.
Falls Sie keine Ergänzungsfrage mehr haben, würde ich Sie bitten, fairer Weise und den allgemeinen Abläufen bei just-answer entsprechend meine Antwort positiv oder neutral zu bewerten, da meine Arbeit ansonsten ohne Vergütung bliebe. Vielen Dank im Voraus!

Freundliche Grüße,

Udo Kind

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