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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Hunde hier ein
Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Labrador 2,5 Jahre alt, fing gestern morgen an zu humpeln,

Kundenfrage

Labrador 2,5 Jahre alt, fing gestern morgen an zu humpeln, vermutete einen Fremdkörper in der Vorderpfote, war aber nichts zu finden, Mattigkeit stellte sich auch ein, Nachmittags ließ das humpeln nach und er wirkte bei seiner Hunderunde fast normal. Allerdings hatte er starken Durchfall, was beim ihm äußerst selten ist, nach der Futtereinnahme erbrach er sein komplettes Fresschen wieder, Mattigkeit nahm gegen abend wieder zu, humpeln setzte nach einer Schlafphase gegen spät abend wieder ein und Durchfall nahm nicht ab. Habe bei ihm im Zimmer mit übernachtet und mußte ihn 3 mal rauslassen. Nehme an, dass er witer Durchfall hatte.
Jetzt, am Morgen, kommt er fast gar nicht mehr auf die Beine, nur mit Abstützung meinerseits unter seiner Brust, kann er sich halten, das aber nur kurzfristig.
Unsere Tierarztpraxis macht erst um 10 auf, mache mir jetzt große Sorgen und denke an das Schlimmste.
Haben Sie eine Vermutung?
Vielen Dank
Annett Hagen
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

die beiden Probleme müssen nicht unbedingt die gleiche Ursache haben. Ich vermute eher ein zeitgleiches Zusammenkommen verschiedener Erkrankungen.

Bei systemischer (allgemeiner, den ganzen Körper betreffender) Ursache auch schon für das Humpeln wären eher alle 4 Beine und nicht nur ein Vorderbein.

Prüfen Sie (soweit möglich , in entspannter Atmosphäre zu Hause) bitte Folgendes:
- rektal die Temperatur (normal 38°-39°)
- die Schleimhautfarbe (Augenlid, im Maul; sollte rosa sein wie bei uns)
- die Beweglichkeit
- den Bauch (sollte weich und nicht berührungsempfindlich sein)
- insbesondere Beweglichkeit des Kopfes,
- die Atmung (normal: 10-30 Atemzüge pro Minute)
- den Puls (Innenseite des Oberschenkels; normal: 80-120 Schläge pro Minute)

Bitte kontrollieren Sie auch einige Reflexe:
- Lid- und Hornhautreflex: Annäherung oder leichte Berührung führ zu sofortigem Schließen des Auges
- Pupillarreflex: Licht führt zu beidseitig gleichem Verengen der Pupillen, Dunkelheit zu Vergrößerung
- Analsphinkterreflex (Reaktion auf Berührung des Afters, normal: Verschluss des After)
-Fähigkeit des Schwanzbewegens (kann Ihr Hund den Schwanz normal bewegen?)
- Korrekkturreflex: im Stehen: Pfoten der Beine beugen (Oberseite der Pfote zum Boden) Normal: Hund nimmt sofort wieder normale Stellung ein
--Zwischenzehenreflex: festes Kneifen der Zwischenzehenhaut: Normal: soll zu Anziehen des Beines führen

Falls eine Verstauchung oder Prellung vorliegen sollte, könnte man normalerweise ein entzündungshemmendes Schmerzmittel geben.
Bei den Schmerzmitteln für den Bewegungsapparat und die Wirbelsäule haben sich v.a. die NSAID (nicht cortisonhaltige entzündungshemmende Schmerzmittel) bewährt, hier insbesondere:
- Carprofen (z.B. Rimadyl)
- Meloxicam (z.B: Metacam)
- Firocoxib (z.B. Previcox), Alle wirken entzündungs- und schmerzstillend sowie abschwellend. Bei Durchfall sollte man sie allerdings nicht einsetzen.
Unterstützend könnten Sie folgende Arznei gegeben werden:
-Canosan (Boehringer, bänder- und sehnenstabiliierend, enthält Gonex und Glykosaminoglykane, erhältlich beim Tierarzt)
-Ruta D6 3x tägl 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (evtl. mit etwas Wasser, aber ohne Futter) ins Maul Ihres Hundes geben. 14 Tage, dann Umstellung auf Rhus toxicodendron D6 3 x täglich 1 Tablette. In den ersten 3 Tagen außerdem Arnika D6 3x tgl. 1 Gabe

24 Stunden sollten Sie Ihrem Hund nichts zu fressen geben. Trinken öfter ganz kleine Mengen (je 5 - 10 ml) erlaubt, falls dies nicht auch in diesen kleinen Mengen sofort erbrochen wird. Gerne milder Fenchel- oder Kamillentee. Der Magen-Darm muss zur Ruhe kommen (Rückgang der Entzündung), bevor wieder etwas zu Fressen oder eine größere Menge Wasser gegeben wird.
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Es ist sehr gut , daß Sie heut e vormittag zum Tierarzt gehen, ihr Hund benötigt auf jeden Fall Infusionen. Hat er Fieber?

Schnellstmöglich sollten Sie bitte zum Tierarzt gehen, insbesondere wenn:
-die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber); Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Minuten, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein), eine mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort (Austrocknung, braucht dann evtl. Infusion)
-Ihr Hund sich immer wieder mit Durchfall oder Erbrechen quält (Schmerz)
-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur ( unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber, Temperaturen oberhalb von 39,5° deuten auf schwerere Infektionen)
-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (länger andauernd sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück)
- Atemnot oder Kreislaufprobleme
-der Hund in letzter Zeit öfter Durchfälle hatte oder erbrochen hat
-im Kot oder Erbrochenen Blut zu sehen ist
-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist (dann Metamizol oder Buscopaninjektion von Tierarzt sinnvoll)
-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen)

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie sofort zum Tierarzt! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Antibiotika, Mittel gegen Übersäuerung...


Brechen und Durchfall hat meistens eine der folgenden Ursachen:
-ungewohntes oder zu kaltes Futter
-infektionsbedingte Entzündungen der Magen-Darmschleimhaut (meist viral oder bakteriell, meist erhöhte Temperatur also über 39 Grad (bitte Temperatur rektal messen), Parasiten (auch Giardien, einzellige Parasiten), wann war die letzte Entwurmung?, wurde der Kot schon mal auf Giardien untersucht? Behandlung ggf. mit Fenbendazol oder Metronidazol)
-teilweise Darmverstopfung durch Fremdkörper oder Tumore (seltener)
-Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Gift rauszubringen)
-starke Verwurmung (v.a. Jungtiere)
-Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, oft sehr häufiges Brechen, auch von ganz kleinen Mengen Flüssigkeit), bitte canine Pancreaslipase untersuchen und TLI-Test machen lassen; je nach Befund Zusatz von Pancreasenzymen zum Futter sinnvoll (hier in D: Pancrex-Vet, almazyme), in schweren Fällen darf ein paar Tage gar nichts gegeben werden und eine Ernährung über Infusionen ist erforderlich
-andere Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...)
- Herzerkrankungen (oft Husten bei erstem Aufstehen und stärkerer Bewegung

Zur Abklärung der Ursachen ein Tierarztbesuch sinnvoll, denn zur Ursachenklärung sind Kot- und Blutuntersuchung und ggf. auch Röntgenaufnahmen/Ultraschall nötig.

Heute würde ich kein Futter mehr geben und frühestens am Abend mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Ins leicht erwärmte Trinkwasser (gut oft milder Fenchel- Kamillentee) sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag. Kleine Mengen erwärmten Wassers möglichst mit Elektrolyten (gibt´s bei Tierarzt oder auch aus Apotheke) auch heute immer wieder anbieten, evtl. auch etwas ins Maul spritzen.

Unterstützend (aber Tierarztbesuch nicht ersetzend) könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Podophyllum D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.
Außerdem wäre die Gabe von Diatab sinnvoll (schützt die Schleimhaut , bindet Bakterien und Viren (in gewißem Maß), enthält Elektrolyte) , alfavet, gibt´s beim Tierarzt

Schleimhaut schützend v.a. für den Magen wirkt Ulcogant durch Bildung eines Schutzfilms (Tierarzt).

Bieten Sie Ihrem Hund bitte eine Wärmflasche an (wirkt oft beruhigend auf Magen-Darmkrämpfe).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Hunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
wie ich schon sagte, ist mitlerweile nicht nur eine Pfote betroffen, sondern der komplette Bewegungsapperat, er kommt nicht mehr selbstständig auf die Beine, wie eine zunehmende Lähmung.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Meine größte Sorge ist nach wie vor, das er mitlerweile nicht mehr selbständig auf die Beine kommt und mit Hilfe nur sehr wacklig und gebeugt steht.
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,

ist es also nicht durch die Schwäche (als Folge von Brechdurchfall) sondern wirkloch eine Lähmung? Haben Sie die Reflexprüfungen durchgeführt? Mit welchem Ergebnis? Wie ist Schleimhautfarbe und Körpertemperatur? Hund normal ansprechbar?

Sind die Beine normal warm? (alle gleich?).

Am wahrscheinlichsten wäre - falls alle Gliedmaße gleich betroffen (und nicht nur Schwäche die Ursache für´s Nicht-Aufstehen-Können ist) - eine Infektion , möglicherweise auch des Gehirns, dann meist hohes Fieber..

Evtl. wäre es sinnvoll gleich in eine Tierklinik zu gehen (stationäre Aufnahme)

Viel Glück!

Freundliche Grüße,

Udo Kind

 

PS: danke für´s Akzeptieren (gerade erst gesehen)

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