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Tierarzt-mobil
Tierarzt-mobil, Tierärztin
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 4328
Erfahrung:  20 Jahre Berufserfahrung als Kleintierärztin in Kliniken, versch.Kleintierpraxen,als selbstständige mobile Tierärztin
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Tierarzt-mobil ist jetzt online.

mein hund kratzt sich stetig und hat diverse kahle und verschuppte

Kundenfrage

mein hund kratzt sich stetig und hat diverse kahle und verschuppte stellen, an den pfoten beisst er sich auch soweit, dass es blutig ist. wir waren deswegen schon vermehrt beim tierarzt, doch leider gab es bisher keine ergebnisse, die zu einer dauerhaften besserung geführt haben.
kann ich dem juckreiz und den hautproblemen irgendwie selber entgegenwirken.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

vermutlich ist Ihr Hund ein Allergiker. Bisher wurde sicherlich Cortison gegeben - das Mittel der Wahl zur Unterdrückung des Juckreizes und gut wirksam bei Allergien. Wie Sie jedoch selbst schon festgestellt haben, ist die Wirkung nach einiger Zeit verflogen und das Spiel geht von vorne los. Zudem hat Cortison neben vielen guten Wirkungen langfristig gesehen auch einige Nebenwirkungen, die den Stoffwechsel betreffen - und sollte somit möglichst vermieden werden. Soweit möglich sollte man das/die Allergen vermeiden. Aber dazu muß man sie erst einmal herausfinden.

Ein Allergietest durch eine Blutuntersuchung ist unumgänglich. Dabei wird zunächst in einem Vortest festgestellt in welche Richtung die Allergie geht:
- saisonal (Gräser, Pollen etc.)
- asaisonal (Hausstaub-,Futtermilben , Flohspeichel etc.)
- Futtermittel

An Hand dieses ersten Ergebnisses läßt man dann genau spezifizieren, auf welche Allergene der Hund reagiert.
Es gibt Allergene, die man vermeiden kann (Futtermittel, Flohspeichel,Futtermilben z.B.), und solche, gegen die man keine Chance hat (Gräser,Pollen). Dagegen kann man eine sog. Desensibilisierung durchführen lassen. Dabei wird das Allergen (in speziell für Ihren Hund angefertigter Lösung) in steigenden Konzentrationen unter die Haut gespritzt, um den Körper zu einer verstärkten Immunabwehr zu veranlassen.
Richtig durchgeführt, funktioniert dies sehr gut.

Diese Untersuchung steht jetzt sozusagen am Anfang. Erst danach kann man entscheiden, wie weiter zu verfahren ist. Wird der Test nicht durchgeführt, bleibt man leider beim weiteren Rumprobieren, und letztlich beim Cortison, da der Leidensdruck durch das extreme Kratzen immer größer wird und zudem die Haut Schaden nimmt (sekundär starke Hautentzündung, die dann wiederum antibiotisch behandelt werden muß).

Homöopathisch unterstützend können Sie folgendes geben :
- Sulfur D6 (3xtgl 5-8 Globuli oder eine Tablette)
- Rhus toxicodendron D6 (dieselbe Dosierung)

 

Außerdem gibt es auch sog. "Atopiker". Diese Erkrankung ist eine erblich bedingte Überempfindlichkeit gegenüber inhalierten Allergenen, die ca. 10% aller Hautveränderungen bei Hunden verursacht. Je nachdem welche Allergen dabei eine Rolle spielen, kann diese Erkrankung sowohl saisonal, als auch asaisonal auftreten. Beim klinischen Bild spielen u.a. stark beleckte Pfoten, und eine Ohrentzündung eine Rolle, sowie Juckreiz im Gesichts- und Halsbereich.

Aufschluß über diese Erkrankung bringt am besten ein Intradermaltest.

Auch hierbei ist eine weitgehende Allergenvermeidung Mittel der Wahl, ferner Prednisolon und die Desensibilisierung. Zusätzlich gibt es dafür ein Medikament, welches ebenfalls häufig gute Ergebnisse zeigt (Atopika, ein Cephalosporin, welches Juckreizlindernd und entzündungshemmend wirkt).



Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren. Sie akzeptieren, indem Sie auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken.

Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen.

Vielen Dank XXXXX XXXXX !


Mit freundlichen Grüßen,


Christiane Jahnke

P.S. : für Nachfragen bin ich erst heute nachmittag wieder am PC !

Tierarzt-mobil und weitere Experten für Hunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

erst einmal vielen Dank XXXXX XXXXX ausführliche und schnelle Antwort!

Dass er ein Allergiker ist, davon gehe ich mittlerweile schon sehr starkt aus.
Ich habe vergessen zu erwähnen, dass der Tierarzt auch schon diverse BLut- und Hauttests gemacht hat.
Unser Hund ist auf jeden Fall gegen Sakroptesmilben allergisch, aber es konnte wohl nicht genau gesagt werden, ob es auch noch andere Ursachen gibt...

Ihrer Meinung nach sollte ich wieder zum Tierarzt gehen und weitere teure Tests machen lassen?
Oder gibt es eventuell eine Möglichkeit, wie ich (vorerst) selbst behandeln und lindern kann?

Die Beschreibung des Atopikers klingt so, als könnte es auf unseren Hund zutreffen.
Es hat angefangen vor circa einem Jahr, nachdem er eine chronische Entzündung eines Krallenbeins hatte und diese Kralle (mit Wurzel) entfernt wurde, zu der Zeit der Entzündung hat er immer stark an der Pfote und kleineren Verbandsdruckstellen geleckt und gebissen, genauso ging es dann weiter im Lendenbereich, wo kaum Rötungen auftreten, aber stark verschuppte (verschorfte?) Haut.
Seine Ohren waren auch immer sehr trocken und ich denke auch entzündet.
Mittlerweile hat er diese trockenen, schuppigen Stellen an den Pfoten, am Hals (sehr großer Bereich - vermuten auch eine Halsbandunverträglichkeit, aber auch eine Umstellung auf Messing hat nicht geholfen, eher verschlimmert!?) , hinter den Ohren, im Lendenbereich.

Ich befürchte, es kommen mehrere Sachen zusammen bei unserem Hund und ich weiß gar nicht wo ich anfsangen soll...

Mit freundlichen Grüßen,
Anna Laura Strüßmann
Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo Frau Strüßmann,

es scheinen wirklich evtl. mehrere Sachen zusammenzukommen.
Meine Frage wäre wie die Allergie gegen Sarcoptes festgestellt wurde ? (eigentlich Bluttest). Wenn ein erhöhter Sarcoptestiter vorliegt, wäre es sinnvoll dagegen zu behandeln mit einem dafür zugelassenen Spot-on. Dies wäre der erste Schritt - und vielleicht bereits der wichtigste.
Die Lokalisationen sprechen auch nicht unbedingt gegen einen Sarcoptesbefall. (gerade Hals und Ohren).

Erst nach ausreichender Sarcoptesbehandlung (2x spot-on) und evtl. etwas später Titerkontrolle würde ich einen Allergietest durchführen (vielleicht können Sie das Geld dann sparen - ca. 150 €)

Evtl. war bei diesen diversen tests auch schon etwas in Richtung Allergie dabei - oder zumindest Schilddrüse - auch dies kann Haut- und Haarveränderungen verursachen. Nur der Test dahingehend ist nicht so teuer - ich würde jetzt keinen Rundumschlag mehr machen, sondern gezielt vorgehen.

Atopie ist möglich und nicht unwahrscheinlich - das Medikament Atopika ist aber auch leider wieder recht teuer - daher würde ich mir dies als letzte reserve aufheben, wenn das andere auszuschließen ist.
Ansonsten könnten Sie es erstmal wie beschrieben mit den Homöopathika probieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Christiane Jahnke