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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Unsere 2 jährige Hovawart-Rottweiler-Hündin, bellt und knurrt

Kundenfrage

Unsere 2 jährige Hovawart-Rottweiler-Hündin, bellt und knurrt ziemlich aggressiv jeden an der am Grundstück/Gartenzaun vorbeigeht, wie kann ich dieses Verhalten abgewöhnen bzw. mildern?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

ein Anschlagen in Form von Bellen ist bei Erscheinen eines Fremden grundsätzlich ok (Hund sollte aber sofort aufhören, wenn Sie dazukommen und Aus! sagen).

War das Verhalten Ihres Hundes schon immer so oder hat es plötzlich / allmählich begonnen?
Sollte es keine körperlichen Probleme geben (z.B. Schilddrüsenüberfunktion; evtl. Blutbild machen lassen, um Entzündungen und Organveränderungen auszuschliessen, insbesondere auch Schilddrüsenüberfunktion), können folgende Maßnahmen oft helfen, das Problem zu beheben:

1.Verhaltenstraining

 

- Richten Sie auch im Garten einen Liegeplatz für Ihren Hund ein. Auf diesem Platz erhält er in nächster Zeit eine Lieblingsbelohnung, angenehm Dinge (Streicheln, Start von Spaziergang und Spiel...) andiesem Platz.

- Trainieren Sie zunächst ohne Ablenkung von draußen, daß Ihr Hund auf diesem Platz den Befehl Platz! und Bleib! kann. Ihr Hund erhält sofort ein Bröckchen Lieblingsfutter , wenn er ruhig auf dem Lagerplatz ist

-dann allmähliche Desensibilisierung: Trainieren Sie Vorbeigehen von weiter entfernten Leuten mit Figuranten. Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (Die normalerweise angebellten Personen sind noch weit entfernt) "Sitz" und "Platz" auf dem Lagerplatz , steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung allmählich verkleinern) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen).

-Sie brauchen übrigens zu keinem Zeitpunkt zu schreien (Hunde hören besser als wir). Schreien wird vom Hund manchmal als "Mitbellen" empfunden

-Lieblingsfutter gibt es nur noch wenn Ihr Hund sich ruhig verhält

Einen Teil (1/3 bis 1/2) seines Futters muß sich Ihre Hund im Lauf des Tages erarbeiten durch Erfüllen von Aufgaben, die Sie ihm stellen.

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele (einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

- Evtl. Hund für eine Zeit im Garten nur mit langer Laufleine laufen lassen. So können Sie Ihren Hund jederzeit zu sich herziehen (sollte er nicht hören)


-Hunde haben eine Assoziationszeit von 2-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung einer "Zielperson" zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen (Leute gehen am Grundstück vorbei) hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)
1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben
2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben
3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben
4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer
Wenn Ihr Hund "Bleib" kann, sollte er sofort nach einem Ansatz zu "Wadenbeißen" für ein paar Moinuten an einem Platz bleiben müssen ("Nein!, Platz!, Bleib!" innerhalb von 3 Sekunden nach der "Tat")

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-Sehr gut und hilfreich wäre natürlich auch der Besuch einer Hundeschule vor Ort, um dort Situationen mit fremden Menschen üben zu können.


2. Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit :
-Hyoscyamus D30 1x pro Woche 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette)


Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas helfen konnte und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

 

PS:

Hallo,

 

damit Ihr Hund in besonderen Situationen auf Sie hört, müssen Sie für Ihren Hund im ganz normalen Alltag noch mehr zum "Nabel der Welt" werden. Dies erreichen Sie z.B. durch:

- Futtersuchspiele: Futter verstecken und Sie zeigen dem Hund wo er suchen soll; z.B. auch Futter unter Bechern verstecken, Sie zeigen auf den Richtigen.

- Hund muß vor jedem Angenehmen eine Aufgabe erfüllen („nichts ist umsonst“).

- Spielzeug ("Beute" wird von Ihnen zugeteilt und entfernt.

- es gibt Plätze, die Ihr Hund nur nach Ihrem Einverständnis betreten darf

- Sie gehen als erster durch jede Tür

...

Dies muß man konsequent im Alltag permanent anwenden. Nur dann hat man die Chance, daß der Hund auch in Extremsituationen (Ihr Hund ohne Leine sieht Leute vor dem Gartenzaun) auf einen fixiert ist und folgt.

 

Viel Erfolg!



Tierarzt - Homöopathie und 2 weitere Experten für Hunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Das Verhalten des Hundes hat sich langsam gesteigert, bellt und knurrt auch nicht jeden an, aber wenn, steigert sie sich immer mehr rein und hört nicht mehr auf Kommandos, mit NEIN verbindet sie normalerweise alles Unerwünschte. Sie ist dann total fixiert auf den Passanten und ist nicht mehr ansprechbar. Sie springt dann mit den Vorderpfoten auf den Metallzaun (1.40 hoch) und bellt und knurrt. Wir haben vor einen Teil mit Sichtschutzmatten zu verkleiden, hat das Sinn?
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

ja Sichtschutzmatten machen Sinn.

Das empfohlene Training sollten Sie aber bitte trotzdem durchführen. Wenn Passanten weit weg sind und Sie sie schon sehen Hund rufen und sofort mit Lieblingsfutter belohnen. Wichtig ist, daß der Anblick von Passanten möglichst mit etwas Positivem verknüpft wird.

 

Viel Glück!

 

Freundliche Grüße,

 

Udo Kind

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wie verhalte ich mich richtig, wenn jetzt von den Passanten einer das Grundstück betreten will, bzw. ich lasse einen Fremden aufs Grundstück, normalerweise lasse ich sie sitzen und gebe sie frei wenn derjenige eingetreten ist und meistens schnüffelt sie und es ist in Ordnung. Haben aber auch schon die Erfahrung gemacht, das ich Sie nicht ins Sitz bringe weil sie nicht reagiert und den Fremden dann anpöbelt durch Knurren und Bellen, dann halte ich Sie am Halsband fest und bringe sie ins Haus.
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

grundsätzlich machen Sie es richtig. Noch besser ist der Befehl Platz! und Bleib!, wie gesagt am Besten auf einem "Stammplatz", der mit Angenehmem verbunden ist. Aus der liegenden Position ist das Aufspringen schwieriger als aus der Sitzposition. Durch beschriebenes Training weiter versuchen, daß die Hündin wirklich in jeder Situation auf Sie hört.

 

Zunächst sollten Sie Ihren Hund bei potentiell problematischen Begegnungen nur an der Leine führen/ablegen lassen. Evtl. im Garten auch an eine Laufleine legen, solange nicht ganz sicher ist, daß Fremde nicht attackiert werden. Wenn Ihr Hund durch das Training vollkommen auf Sie hört, können Sie ihn wieder jederzeit frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine, an der Sie den Hund ruckartig zu sich ziehen können und ihn aus der Situation führen können, wenn er aggressiv ist).

-Aus dem "Anpöbeln" (auch schon mit Schnappen?) kann schnell auch ein Beißen werden (wie ist eigentlich die Körperhaltung dabei? geduckt-ängstlich mit zurückgelegten Ohren oder aufrecht? ) Sicher wäre für eine Zeit auch die Verwendung eines Maulkorbes in den entsprechenden unberechenbaren Situationen sinnvoll. Wichtig wäre aber. daß der Maulkorb für den Hund etwas eher Angenehmes oder zu Mindest neutrales ist. Dies erreicht man durch Maulkorbtraining in der nächsten Zeit:
--Lieblingsfutter nur noch im Maulkorb füttern ein paar Tage, dann
--Maulkorb lose anlegen , Lieblingsfutter geben, ein paar Tage, dann
--Maulkorb kurz festmachen, sofort danach Lieblingsfutter ein paar Tage, dann
--Dauer des Maulkorbtragens allmählich verlängern, dann
--angenehme Dinge (spazieren, streicheln...) beginnen immer mit einer Phase Maulkorbtragen
So wird der Maulkorb vom Hund mit Angenehmem verbunden und er läßt sich ihn problemlos auch vor Besuch mit Kind anlegen, ohne daß der Hund schon deshalb gereizt ist.

-Allmähliche Desensibilisierung: Trainieren Sie Gartenbesuche mit Figuranten. Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (Die normalerweise angegangenen Personen sind noch weit entfernt) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung allmählich verkleinern) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen).

 

Viel Glück!

 

Freundliche Grüße & danke für´s Akzeptieren,

 

Udo Kind

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Zur Info : Der Hund verhält sich außerhalb des Grundstücks (Freilauf) komplett anders, ignoriert jeden Passanten, ob Jogger, Radlfahrer, Kinder usw. Mit der Körpersprache auf dem Grundstück kann ich schlecht beurteilen, weil wenn der Fall eintritt ich sie bereits am Halsband fest habe und sie versucht dann immer in die Richtung zu springen. Aber sie ist vom Typ her bei allem recht vorsichtig und unsicher und ist schreckhaft. Geschnappt hat sie noch nicht.

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo

 

-hilfreich ist es auch noch, wenn der Besuch Ihre Hündin - solange sie laut ist - völlig ignoriert.

Bei Besuch, der öfter kommt, sollte sich dieser klein ,machen (in die Hocke gehen) und Futter hinhalten, dann ist er für Ihre Hündin nicht bedrohlich.

Sowohl Sie als auch der Besuch sollten möglichst ruhig bleiben.

Versuchen Sie Ihren Hund möglichst schnell an einen Gartenstammplatz zu gewöhnen , an dem er sich auch von Fremden sicher fühlt und den er später grundsätzlich nur mit Ihrer Erlaubnis verlassen darf, wenn Sie ihn vorher dort hingeschickt haben.

 

Freundliche Grüße,

 

Udo Kind