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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12819
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
49600720
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Unser Groenendael Rüde ist 15 Monate alt. ich mache mit Agility.

Kundenfrage

Unser Groenendael Rüde ist 15 Monate alt. ich mache mit Agility. Auf dem Trainingsplatz hat es manchmal läufige Hündinnen. In solchen Situationen gehorcht er nicht mehr, weil er natürlich abgelenkt ist. Die Trainerin meint, dass ich den Hund kastieren soll wenn ich mit ihm Sport treiben will. Die Züchterin meint, dass er sich zu sehr verändere und dick wird wenn ich ihn kstriere. Was soll ich tun ?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 4 Jahren.

Eine Kastration wird voraussichtlich folgende Veränderungen bringen:
- keine Ruhelosigkeit durch läufige Hündinnen mehr
- Aggression von anderen Rüden vermindert, evtl. etwas vermehrte Aggression durch fremde Hündinnen (einzelne Hündinnen sind gegen kastrierte Rüden etwas aggressiv)
- das vermutlich liebenswürdige Verhalten Ihres Rüden wird sich nicht ändern
- keine Prostataentzündungen oder -vergrößerungen
Nachteil:
- evtl. etwas ruhiger
- etwas höhere Neigung zum Dickwerden (läßt sich aber durch disziplinierte Fütterung und genug Bewegung (gut wäre ein festes Bewegungsprogramm) vermeiden)

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, würde ich zunächst die chemische Kastration zum Ausprobieren durchführen .

Das gebräuchlichste und nebenwirkungsärmste Präparat ist ein Chip, ein Suprelorin-Implantat. Es wird zwischen den Schulterblättern unter die Haut injiziert und kann dort in der Regel folgenlos lebenslang verbleiben. Die Wirkung tritt nach etwa 4-6 Wochen ein und hält etwa ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr (je nach Stärke des Implantats).
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00059061.01?inhalt_c.htm

Ein anderes Mittel ist Delmadinon (Gestagen und Antiandrogen, tardastrex, pfizer), hier sind die Nebenwirkungen höher und es wird daher kaum noch verwendet. http://139.18.70.138/fachinfo/t/tardastrex_10mgml_spc_2007-12.pdf

Früher wurde in Deutschland oft Androcur (Cyproteron, Antiandrogen, Gestagen) verwendet, gibt es aber nicht mehr http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00000209/8660_05.htm?wir/00000209/8660_00.htm


Bei der chirurgische Kastration werden die Hoden in der Regel durch einen einzigen Schnitt in der Mittellinie entfernt. Dies geschieht natürlich unter Vollnarkose. Die Operation ist in der Regel ohne Probleme oder Komplikationen.

Hallo,

 

beide haben Recht.

Ich würde es zunächst mit den unten genannten Maßnahmen versuchen.

Falls damit kein Erfolg, könnte man vor der endgültigen chirurgischen Kastration (auch um den Hund evtl. noch besser erziehen zu können, wobei Gehorsam für Rüden bei Geruch läufiger Hündinnen wirklich eine äußerst schwierige Aufgabe ist) mit einem Medikament bzw. durch Implantatuion eines Chips chemisch kastrieren.

 


Im Folgenden zunächst einige Tipps , um dem Hund noch besseren Gehorsam anzutrainieren (gleiche Maßnahmen wie beim leinenfreien Laufen - Training).

In diesem link finden Sie viele gute Tipps, um Ihrem Hund das leinenfreie Laufen in gefahrloser Umgebung zu ermöglichen: http://www.dogs-magazin.de/erziehung/auslauf-fuer-den-hund-20131.html

Lassen Sie Ihren Hund in unbekannter Umgebung zuerst mit Geschirr und Laufleine laufen. Wechseln Sie öfter die Richtung, belohnen Sie sofort, wenn der Hund folgt.

Das Gleiche dann ohne Leine.

Lassen Sie Ihren Hund beim Spaziergang Lieblingsfutter suchen (in Ihrer Nähe), so wird der Spaziergang insgesamt und Ihre Nähe im Besonderen interessanter und attraktiver (Ablenkungen außerhalb sind dann weniger interessant). Unterstützend ist, wenn Ihr Hund auch noch wirklich etwas hungrig ist (dann geht es auch bei Hunden, die keine so guten Fresser sind; also vorher nicht zu reichhaltig füttern), dann ist das Futtersuchen noch interessanter und belohnender. Sie geben dem Hund immer wieder kleine Hinweise wo er suchen muß und – oh wie toll ! – dort wo Sie hinzeigen ist das Futter tatsächlich. Dies können Sie auch zu Hause z.B. mit Futtersuchen unter mehreren Plastikbechern trainieren. Gut ist auch, das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes nur noch beim Spazierengehen zu verwenden, von Ihnen zugeteilt, so werden Sie für Ihren Hund noch wichtiger und er konzentriert sich mehr auf Sie (als das „kluge Leittier“) als auf die weite Umgebung.

Es ist sehr wichtig, daß der Hund insgesamt sehr gut auf Sie hört, bevor Sie ihn wieder ganz frei (auch ohne Laufleine) lassen. (jagen/spielen mit anderen ist an sich leider auch selbstbelohnend, deshalb ist es nützlich das Lieblingsspielzeug als „Jagd- und Spielersatzobjekt“ zunächst nur noch beim Spaziergang zu verwenden).
Folgende Maßnahmen sind allgemein unterstützend hilfreich:

- beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen, hilfreich ist hier der Futterwürfel "Buster cube"). Suchspiele fordern und fördern den Hund, ganz nebenbei lernt er auch Gehorsam.
-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Belohnen sollten Sie Ihren Hund nur, unmittelbar nachdem er etwas Erwünschtes gemacht hat. Lieblingsfutter sollte es nur noch als "positiven Verstärker " geben (und nicht einfach so). Unerwünschtes Verhalten: Stoppen kann man ein Verhalten ebenfalls nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen), spätere Bestrafung ist wirkungslos und stört das Vertrauen des Hundes zum Besitzer

- Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst
-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)
1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben. Zum Training evtl. Laufleine nehmen.
2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben
3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben
4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

Damit Ihr Hund in besonderen Situationen auf Sie hört, müssen Sie für Ihren Hund im ganz normalen Alltag noch mehr zum "Nabel der Welt" werden. Dies errreichen Sie z.B. durch:
- Futtersuchspiele: Futter verstecken und Sie zeigen dem Hund wo er suchen soll; z.B. auch Futter unter Bechern verstecken, Sie zeigen auf den Richtigen.
- Hund muß vor jedem Angenehmen eine Aufgabe erfüllen.
- Spielzeug ("Beute") wird von Ihnen zugeteilt und entfernt.
- es gibt Plätze, die Ihr Hund nur nach Ihrem Einverständnis betreten darf
- Sie gehen als erster durch jede Tür
...
Dies muß man konsequent im Alltag permanent anwenden. Nur dann hat man die Chance, daß der Hund auch in Extremsituationen (sieht in der Ferne Interessantes) auf einen fixiert ist und folgt.
Evtl. kkönnten Sie Ihrem Hund für eine Zeit auch Hundepacktaschen mit Gewicht anziehen, sodaß für Ihn das Laufen anstrengender wird (aber nur als letzte Notmaßnahme).

Generell wichtig ist für den Hund Zuneigung und Konsequenz des Besitzers (Folge: Hund vertraut und macht das, was der Besitzer will).


Falls Sie so nicht weiter kommen, wäre der Besuch einer Hundeschule vor Ort sehr sinnvoll.

Viel Glück!

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind
PS:
damit Ihr Hund in besonderen Situationen auf Sie hört, müssen Sie für Ihren Hund im ganz normalen Alltag noch mehr zum "Nabel der Welt" werden. Dies erreichen Sie z.B. durch:
- Futtersuchspiele: Futter verstecken und Sie zeigen dem Hund wo er suchen soll; z.B. auch Futter unter Bechern verstecken, Sie zeigen auf den Richtigen.
- Hund muß vor jedem Angenehmen eine Aufgabe erfüllen.
- Spielzeug ("Beute" wird von Ihnen zugeteilt und entfernt.
- es gibt Plätze, die Ihr Hund nur nach Ihrem Einverständnis betreten darf
- Sie gehen als erster durch jede Tür
...
Dies muß man konsequent im Alltag permanent anwenden. Nur dann hat man die Chance, daß der Hund auch in Extremsituationen (Ihr Hund ohne Leine sieht andere Hunde) auf einen fixiert ist und folgt.

Viel Erfolg!

 

PPS:

 

Eine Kastration wird voraussichtlich folgende Veränderungen bringen:
- keine Ruhelosigkeit durch läufige Hündinnen mehr
- Aggression von anderen Rüden vermindert, evtl. etwas vermehrte Aggression durch fremde Hündinnen (einzelne Hündinnen sind gegen kastrierte Rüden etwas aggressiv)
- das vermutlich liebenswürdige Verhalten Ihres Rüden wird sich nicht ändern
- keine Prostataentzündungen oder -vergrößerungen
Nachteil:
- evtl. etwas ruhiger
- etwas höhere Neigung zum Dickwerden (läßt sich aber durch disziplinierte Fütterung und genug Bewegung (gut wäre ein festes Bewegungsprogramm) vermeiden)

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, würde ich zunächst die chemische Kastration zum Ausprobieren durchführen .

Das gebräuchlichste und nebenwirkungsärmste Präparat ist ein Chip, ein Suprelorin-Implantat. Es wird zwischen den Schulterblättern unter die Haut injiziert und kann dort in der Regel folgenlos lebenslang verbleiben. Die Wirkung tritt nach etwa 4-6 Wochen ein und hält etwa ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr (je nach Stärke des Implantats).
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00059061.01?inhalt_c.htm

Ein anderes Mittel ist Delmadinon (Gestagen und Antiandrogen, tardastrex, pfizer), hier sind die Nebenwirkungen höher und es wird daher kaum noch verwendet. http://139.18.70.138/fachinfo/t/tardastrex_10mgml_spc_2007-12.pdf

Früher wurde in Deutschland oft Androcur (Cyproteron, Antiandrogen, Gestagen) verwendet, gibt es aber nicht mehr http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00000209/8660_05.htm?wir/00000209/8660_00.htm


Bei der chirurgische Kastration werden die Hoden in der Regel durch einen einzigen Schnitt in der Mittellinie entfernt. Dies geschieht natürlich unter Vollnarkose. Die Operation ist in der Regel ohne Probleme oder Komplikationen.

 

 

 

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