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Tierarzt-mobil
Tierarzt-mobil, Tierärztin
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 4328
Erfahrung:  20 Jahre Berufserfahrung als Kleintierärztin in Kliniken, versch.Kleintierpraxen,als selbstständige mobile Tierärztin
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Tierarzt-mobil ist jetzt online.

Unser Mischlingsrüde 12 Jahre hat schon seit Jahren mal mehr,

Kundenfrage

Unser Mischlingsrüde 12 Jahre hat schon seit Jahren mal mehr, mal weniger starken Juckreiz.
Hat schon öfters Spritzen bekommen oder Tabletten.
In den letzten 2 Jahren hat sich dies jedoch extrem verstärkt.
Er beisst sich insbesondere der Pfoten auf.
Auch mit Nahrungsumstellung haben wir´s probiert. Ohne Erfolg !
Zur Zeit ist es so extrem, dass wir sogar die Pfoten verbinden müssen, weil
sie sozusagen aufgebissen sind.
Wie kann man den Juckreiz lindern ?
Günther Bechtel
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt-mobil hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

vermutlich ist Ihr Hund ein Allergiker. Bisher wurde sicherlich Cortison gegeben - das Mittel der Wahl zur Unterdrückung des Juckreizes und gut wirksam bei Allergien. Wie Sie jedoch selbst schon festgestellt haben, ist die Wirkung nach einiger Zeit verflogen und das Spiel geht von vorne los. Zudem hat Cortison neben vielen guten Wirkungen langfristig gesehen auch einige Nebenwirkungen, die den Stoffwechsel betreffen - und sollte somit möglichst vermieden werden. Soweit möglich sollte man das/die Allergen vermeiden. Aber dazu muß man sie erst einmal herausfinden.
Ein Allergietest durch eine Blutuntersuchung ist unumgänglich. Dabei wird zunächst in einem Vortest festgestellt in welche Richtung die Allergie geht:
- saisonal (Gräser, Pollen etc.)
- asaisonal (Hausstaub-,Futtermilben , Flohspeichel etc.)
- Futtermittel

An Hand dieses ersten Ergebnisses läßt man dann genau spezifizieren, auf welche Allergene der Hund reagiert.
Es gibt Allergene, die man vermeiden kann (Futtermittel, Flohspeichel,Futtermilben z.B.), und solche, gegen die man keine Chance hat (Gräser,Pollen). Dagegen kann man eine sog. Desensibilisierung durchführen lassen. Dabei wird das Allergen (in speziell für Ihren Hund angefertigter Lösung) in steigenden Konzentrationen unter die Haut gespritzt, um den Körper zu einer verstärkten Immunabwehr zu veranlassen.
Richtig durchgeführt, funktioniert dies sehr gut.

Diese Untersuchung steht jetzt sozusagen am Anfang. Erst danach kann man entscheiden, wie weiter zu verfahren ist. Wird der Test nicht durchgeführt, bleibt man leider beim weiteren Rumprobieren, und letztlich beim Cortison, da der Leidensdruck durch das extreme Kratzen immer größer wird und zudem die Haut Schaden nimmt (sekundär starke Hautentzündung, die dann wiederum antibiotisch behandelt werden muß).

Homöopathisch unterstützend können Sie folgendes geben :
- Sulfur D6 (3xtgl 5-8 Globuli oder eine Tablette)
- Rhus toxicodendron D6 (dieselbe Dosierung)

Ob also wirklich nur eine Futtermittelallergie vorliegt, bzw. ob sie überhaupt vorliegt, ist also fraglich. Somit kann auch eine Futterumstellung nur einen begrenzten Effekt haben.

Außerdem gibt es unter den sehr hellhäutigen Hunden( aber auch bei anderen) auch sog. "Atopiker". Diese Erkrankung ist eine erblich bedingte Überempfindlichkeit gegenüber inhalierten Allergenen, die ca. 10% aller Hautveränderungen bei Hunden verursacht.
Das Alter bei Auftreten dieser Erkrankung liegt zwischen 1 und 3 Jahren. Je nachdem welche Allergene dabei eine Rolle spielen, kann diese Erkrankung sowohl saisonal, als auch asaisonal auftreten. Beim klinischen Bild spielen u.a. stark beleckte Pfoten, und eine Ohrentzündung eine Rolle, sowie Juckreiz im Gesichts- und Halsbereich.
Aufschluß über diese Erkrankung bringt am besten ein Intradermaltest.
Auch hierbei ist eine weitgehende Allergenvermeidung Mittel der Wahl, ferner Prednisolon und die Desensibilisierung. Zusätzlich gibt es dafür ein Medikament, welches ebenfalls häufig gute Ergebnisse zeigt (Atopika, ein Cephalosporin, welches juckreizlindernd und entzündungshemmend wirkt).

Auf Dauer kommt man um einen Allergietest nicht herum, wenn man dem Hund anschließend wirksam helfen möchte.
Also wäre der erste Schritt die Blutuntersuchung.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren. Sie akzeptieren, indem Sie auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken.
Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen.
Vielen Dank im Voraus !

Mit freundlichen Grüßen,

Christiane Jahnke