So funktioniert JustAnswer:

  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.

Stellen Sie Ihre Frage an Tierarzt - Homö...

Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
49600720
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Hunde hier ein
Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Unser Westierüde (geb. 15.06.1996 - also 15 1/2 Jahre alt!)

Kundenfrage

Unser Westierüde (geb. 15.06.1996 - also 15 1/2 Jahre alt!) ist körperlich noch recht fit, aber zunehmend finden wir bei ihm "geistige" Ausfallerscheinungen. Er schläft bis zum Nachmittag viel, gegen 16-17 Uhr "erwacht" er zum Leben - läuft dann ziellos und stundenlang durch die Wohnung. Er sieht und hört schlecht, stolpert viel über Dinge und stellt sich auch in Ecken, aus denen er dann nur mit Mühe wieder heraus kommt. Sein Appetit und die Ausscheidungen sind o.k. Bis kürzlich war das erträglich - da hat er seine Wanderungen gegen 21.00 Uhr abends eingestellt - die Kinder sagten: jetzt ist er aus. Neuerdings wandert er aber auch bis weit in die Nacht hinein und findet einfach keine Ruhe. Sein Herz klopft heftig, wie bei großer Aufregung. Es ist nun auch um unsere Nachtruhe nicht gut bestellt, denn er "schläft" mit im Schlafzimmer. Kann man ihm irgendwie noch Erleichterung und ein wenig Ruhe verschaffen - vielleicht auf sanfte naturheilkundliche Art?
Mit freundlichen Grüßen
Heide Börner
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

insbesondere folgende Ursachen kommen für die abendliche und nächtliche Unruhe in Frage:
- Durchblutungsstörung des Gehirns, Demenz. Typisch hierfür ist daß Ihr Hund wie von Ihnen beschrieben phasenweise etwas orientierungslos ist, in die Ecke starrt etc.? Hier ist oft das die Gehirndurchblutung verbessernde Karsivan (intervet) hilfreich. (allerdings sollte man vor dessen Einsatz das Herz abhören lassen).
- Vorboten von Krampfanfällen, zeigt(e) Ihr Hund irgendwann Krampfneigung, abnormes Suchverhalten oder ähnliches auch am Tag? Hatte er mal Krämpfe?
- Stoffwechselstörung, z.B. Urämie (Anreicherung von Harnstoff im Blut durch Niereninsuffiziens), Leberstörung oder Diabetes, in den meisten Fällen fällt ein erhöhter Durst auf; Diagnose durch Blutuntersuchung möglich, Bitte Geriatrisches Profil anfertigen lassen (alle wichtigen Organe incl. Schilddrüse und Großes Blutbild (zum Aufspüren unerkannter Entzündung))
-Infektionen , dann oft Fieber (d.h. rektal gemessen über 39°) und nahezu immer Allgemeinstörungen, trotzdem bitte v.a. bei abendlichem "Anfall" Temperatur messen
-Sauerstoffmangel durch Herzfehler oder zu wenig rote Blutkörperchen (dann würen bläulich-blasse Schleimhäute, Kurzatmigkeit, schnelle Erschöpfung etc. auffallen, bitte Schleimhaut (Augenlid, Maul v.a. bei Anfall kontrollieren, sollte rosa sein wie bei uns und nicht blass oder bläulich)
-plötzliche Schmerzen durch eine bisher unbemerkte Entzündung : z.B. Gelenke durch längeres Belasten. Sind die ersten Schritte nachts unverkrampft und ist die Beweglichkeit und Bewegungsfreude sonst normal? Falls nein evtl. entzündungshemmendes Schmerzmittel wie Rimadyl oder Arnika D6 und Rhus toxicodendron D6 je 3x täglich
-Verkrampfung des Bauches durch ein Darmproblem: Leidet Ihr Hund an Blähungen, hören Sie öfter Magen-Darm-Geräusche, ist der Kot sehr fest? Ist der Bauch in der Nacht dicker und härter oder gar berührungsempfindlich?
- Raumfordernder Prozess im Kopf (z.B. Tumor, eher selten!): wie oft kommen die Anfälle vor (jede Nacht?), wie lange dauern sie? Diagnose von raumfordernden Veränderungen im Kopf oft nur durch teures CT/MRT möglich (in einer Tierklinik)

Liegt die Temperatur Ihres Hundes im Normalbereich? (rektal 38° bis 39°) Bei vielen Entzündungen z.B. wäre die Temperatur in der Regel erhöht.

Bitte stellen Sie Ihren Hund baldmöglichst einem Tierarzt vor. Zur Diagnose sind Allgemeinuntersuchung, Blutuntersuchung und evtl. bildgebende Verfahren (Röntgen (Herz), für eine Hirnveränderung sogar CT/MRT ) erforderlich.

Folgende Maßnahmen können Ihren Hund unterstützen:
1.Verhaltenstraining:
-Der Liegeplatz Ihres Hundes soll zu seinem Lieblingsplatz und Ruhepol werden:
-Füttern Sie Ihren Hund nur auf seinem Lieblingsplatz
-Starten Sie jedes Spiel und jeden Spaziergang nur von diesem Platz
-Spielen Sie nur in dem Raum mit ihm, in dem sich der Lieblingsplatz befindet
-Wenn Sie ohne Hund außer Haus waren, gehen Sie ohne den Hund zu beachten zu seinem Lieblingsplatz, erst hier dürfen Sie Ihren Hund begrüßen und ausgiebig loben

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel, soweit das noch möglich ist und er nicht schläft oder zu orientierungslos ist (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewußtsein des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Versuchen Sie die Unruhe zu ignorieren (jedes Beachten wirkt verstärkend), belohnen Sie ruhiges Verhalten

2. Medikamente
Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:
-falls beginnende Demenz/Durchblutungsstörung Gehirn: Karsivan (intervet)
-Bachblüten-Rescuetropfen (4x täglich 5 Tropfen, sowie bevor Sie zu Bett gehen und während der Ruhelosigkeit alle 30 Minuten) wirken angst- und unruhereduzierend
-Arsenicum album D6 3x tägl. sowie bevor Sie zu Bett gehen und bei Beginn der nächtlichen Unruhe 5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit etwas Wasser Spritze ins Maul geben.
-Evtl. könnte man auch die Gabe von Karsivan (intervet, vom Tierarzt) versuchen, dies fördert die Gehirndurchblutung
-DAP-Pheromon-Verdampfer (wird in die Steckdose gesteckt und verbreitet für uns unriechbare beruhigende Duftstoffe, die säugende Hündinnen zur Beruhigung ihrer Welpen absondern, 4 Wochen lang; . (ceva-Pharma, gibt´s beim Tierarzt)
-Zylkene (wirkt allgemein angstreduzierend, gibt´s beim Tierarzt)

- Falls Sie mit diesen Tipps immer noch nicht weiterkommen, könnte man evtl. auch angsreduziernde Psychopharmaka wie Clomicalm oder Selgian einsetzen, diese Mittel gibt es aber nur beim Tierarzt. Die volle Wirkung dieser Mittel tritt erst nach etwa 3 Wochen ein, die Hunde lernen oft aber leichter und schneller, da sie weniger Angst empfinden.
.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind
Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Hunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Danke für die schnelle Antwort, einige homöophatische Mittel werde ich ausprobieren, ich möchte ihm aber auch nicht mehr zu viele Untersuchungen zumuten, da es für ihn der pure Stress ist und ich natürlich weiß, dass er mit seinem Alter das Recht auf gewisse Ausfälle hat.

Karsivan bekommt er schon.

Krampfanfall hatte er einen schlimmen am 24.7.11 - wir waren damit beim tierärztl.Notdienst und dann zum Utraschall in der Tierklinik in Leipzig: Gewebezubildung um die Lunge herum (wachsend) - dadurch vergrößertes Herz.

Mit spielen und beschäftigen ist es schwer, er konzentirert sich nur noch ganz selten - wir haben das Gefühl, dass er nicht mehr versteht, was er tun soll.

MfG

Heide Börner

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

evtl. könnten Sie Karsivan noch etwas erhöhen (empfohlene Dosierung 3-5 mg/kg 2x tgl., welche Dosierung geben Sie denn?) Gut sind oft auch die Bachblüten-Rescue-Tropfen als Ergänzung (falls Sie ein Konzentrat verwenden: 10 Trpf auf 10 ml Wasser und davon die oben genannte Dosis).

Versuchen Sie ganz leichte Übungen (auch einen Teil des Futters suchen lassen und ganz arg loben , wenn er erfolgreich war. Leider kann man das Altern nur verzögern und nicht aufhalten.

Ich drücke Ihnen die Daumen, daß sich Ihr Westie noch mal etwas "fängt"!

Freundliche Grüße & danke für´s Akzeptieren mit Bonus,

Udo Kind

(PS: ein wenig schade finde ich, daß ich ein "neutral" erhalten habe, bevor Fragen und Antworten ganz abgeschlossen sind...)

Ähnliche Fragen in der Kategorie Hunde