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Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
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Kleintierärztin ist jetzt online.

mein hund pullert immer wieder in die wohung, er ist 9 jahre

Kundenfrage

mein hund pullert immer wieder in die wohung, er ist 9 jahre alt, beagle...außerdem hat er eine pilzerkrankung in den ohren und zeitweise am bauch...keiner kann helfen! Was kann ich machen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag,

ist bei dem Hund eine organische Ursache für die Unsauberkeit abgeklärt worden? Hierzu gehört eine Urinuntersuchung (Teststreifen, Mikroskopische Untersuchung, Bakterienkultur, etc.), aber auch eine Ultraschalluntersuchung von Blase, Prostata und Nieren. Auch sollte eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Nierenwerte. Häufig kann man die Ursache so schon weiter eingrenzen.

Pilzerkrankungen sind häufig ein Anzeichen dafür, dass etwas anderes im Organismus nicht stimmt. Dies können Stoffwechselerkrankungen, chronische Entzündungen oder andere Erkrankungen sein.

Bei der Pilzerkrankung würde ich erwägen, ob man diese nicht sytemisch (oral) behandeln sollte. Hier eignet sich beispielsweise der Wirkstoff Griseofulvin. Die Therapie muss häufig über mehrere Wochen erfolgen um Ruhe in das Geschehen zu bringen.

Wenn absolut keine organische Ursache gefunden werden können muss man sich mit dem Verhalten des Hundes beschäftigen. Man kann es mit DAP bzw Adaptil versuchen. Dies ist ein Präparat, welches Pherormone abgibt, die das Wohlbefinden des Hundes steigern sollen. Schimpfen wird leider gar nichts bewirken, da der Hund sich dann in seinem Verhalten noch bestätigt fühlt, da er Aufmerksamkeit erhält, auch wenn diese eigentlich negativ ist. Bitte auch niemals den Urin vor den Augen des Hundes wegwischen - dies ist ebenfalls kontraproduktiv.

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich bedanke mich recht herzlich für Ihren Rat. Organisch ist alles ok bei unserem Strolch!
Er pullert nur wenn wir Besuch bekommen oder aber wenn er etwas von den Kindern (20 und 17 Jahre) nicht bekommt! Wenn ich daheim bin macht er das nicht!!!
Wenn ich meinen Hund einschätzen würde wie ein Kind, hätte er ein ADS!

Was den Pilz betrifft habe ich Ihn schon von 2 unterschiedlichen Tierärzten testen lassen, es soll ein Pilz gegen Weizenmehl sein......er bekommt aber keines!

Wie sollte ich nun weiter verfahren?
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

sind Sie sicher, dass es eine Pilzerkrankung und nicht eher eine Allergie ist? Bei einer Pilzerkrankung hätte eine Pilzkultur angelegt werden müssen um diesen sicher zu diagnostizieren. So wie Sie es beschreiben und im Zusammenhang mit Weizen würde ich eher denken, dass der Hund unter einer Allergie leidet, was bei Hunden sehr häufig vorkommt.

Bei den Allergien unterscheidet man zwischen inhalativen Allergenen (Gräser, Hausstaubmilben, Futtermilben,...) und Futtermittelallergien (z.B. Weizen). Beides lässt sich mittels eines Allergietests (man braucht dafür nur etwas Blut) diagnostizieren. Bei den Futtermittelallergien wird leider manchmal negativ getestet, obwohl eine Allergie vorliegt. Im positiven Fall ist der Test jedoch beweisend. Was füttern Sie Ihrem Hund? Trockenfutter enthält z.B. häufig Weizen.

Um Futtermittelallergien auszuschließen bzw. zu behandeln, können Sie Ihrem Hund eine Eliminationsdiät füttern, also beispielsweise 2 Wochen lang nur Pferdefleisch oder Straußenfleisch und nichts (auch kein Reis oder Leckerlie) anderes. Wenn sich die Symptome bessern, können Sie einen weiteren Stoff (z.B. Reis) hinzufügen, nach weiteren 1 - 2 Wochen den nächsten, etc...wichtig hierbei ist, dass man absolut konsequent ist und nichts anderes füttert. Der Hund sollte neben Eliminationsdiät oder Allergiefutter nichts anderes bekommen, auch keine Leckerlie, etc. Diese Behandlung braucht sehr viel konsequenz, ist aber auch sehr effektiv.

Eine weitere Möglichkeit um dem Hund langfristig zu helfen ist eine sogenannte Hyposensibilisierung. Hierbei wird eine spezielle Lösung für Ihren Hund angefertigt, der die Allergene enthält, auf die Ihr Hund allergisch reagiert. Diese werden dem Hund dann in gesteigerter Dosierung gespritzt - schließlich ist eine Injektion pro Monat nötig. Anders als in der Humanmedizin gibt es in der Tiermedizin sehr gute Erfolge mit dieser Therapie - es dauert allerdings einige Wochen bis Monate, bis sich Erfolge einstellen und die Therapie sollte dauerhaft durchgeführt werden.

So wie Sie es beschreiben macht der Hund aus Protest bzw. seiner Ansicht nach mangelnder Aufmerksamkeit in die Wohnung. Man kann den Hund, wenn Besuch kommt an die Leine nehmen und kann so, sobald er Anzeichen macht in die Wohnung zu machen schnell reagieren und ihn wortlos aus der Wohnung tragen. Ihre Kinder sollten mit dem Hund mal ganz von vorne Grundgehorsam trainieren, z.B. Sitz und Platz etc. Für richtiges Verhalten wird er belohnt, ansonsten strikt ignoriert. Notfalls kann man ihm das Futter komplett streichen und ihm dies nur noch gegen "Arbeit" als Belohnung geben. Dies sollten dann möglichst Ihre Kinder machen, damit der Hund lernt, dass sie entscheiden, wann es etwas gibt und wann nicht.....

Weiterhin alles Gute und viel Erfolg