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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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mein Hund, Dogo Argentino-65kg, hat vor etwa 4h eine diclofenac

Kundenfrage

mein Hund, Dogo Argentino-65kg, hat vor etwa 4h eine diclofenac gefressen und wir haben es eben erst bemerkt. Was tun ??
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

ich würde Ihnen raten in eine Tierklinik zu gehen da Diclofenac für den Magen-Darmtrakt von Hunden toxisch ist (Erbrechen, Durchfälle, teils auch blutig).

Es sollten Infusionen zur Förderung der Ausschwemmung und Säurblocker gegeben werden, außerdem medizinische Kohle als Aufschwemmung (2-8 mg /kg) und Ulcogant als Schleimhautschutz.

Beispiel, Akute Toxizität

Hund (klinischer Fall)

Nach der zweimaligen, oralen Applikation von 50 mg Diclofenac an einen Deutschen Schäferhund, zeigte dieser folgende Nebenwirkungen:

-Anorexie
-Meläna
-Polydipsie
-Depression.


Der Hund konnte erfolgreich mit folgender Therapie behandelt werden:

-intravenöse Infusionen (Ringer-Lactat und Misch-Infusionen)
-Futterentzug
-Cimetidin
-Diphenoxylat
-später: Schondiät (Reis & Huhn) sowie Stypto-Lactin

Akute Toxizität

aus: http://www-vetpharm.uzh.ch/wir/00001530/7796__F.htm

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Pulsatilla D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.

Außerdem wäre die Gabe von Ulcogant sinnvoll (schützt die Schleimhaut und wirkt gegen Übersäuerung, ist aber verschreibungspflichtig, gibt´s beim Tierarzt)

Gegen häufigen Brechreiz könnten Sie Paspertin (Metoclopramid-) Tropfen (1 Tropfen pro kg, 0,3 mg/kg) bis zu 3x täglich geben, dann aber bitte baldmögliche Untersuchung

Bieten Sie bitte eine Wärmflasche an (wirkt beruhigend auf Magen-Darm)

Ich ürde Ihnen dringend raten, in eine Tierklinik zu gehen, da die Empfindlichkeit von Hunden individuell sehr verschieden ist und es ohne Behandlungen zu gefährlichen Blutungen im Magen-Darm kommen kann.



Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Hunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

danke für´s Akzeptieren!

hier noch weitere Infos: aus: http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?clinitox/toxdb/KLT_025.htm?clinitox/klt/toxiklt.htm

Spezielle Toxikologie - Kleintier

1. Toxizität

Es bestehen grosse tierartliche Unterschiede in der Kinetik und Dosis-Wirkungsbeziehung der nichtsteroidalen Antiphlogistika. Wirkstoffe, die für den Menschen relativ gut verträglich sind, können bei Kleintieren zu schweren Vergiftungen führen. Diclofenac und Ibuprofen dürfen bei Hund und Katze nicht angewendet werden; Indometacin darf beim Kleintier nur als Salbe gebraucht werden, aber nicht auf offene Wunden. Um unnötige Risiken zu vermeiden, sollten nur Wirkstoffe verabreicht werden, die für Hund und Katze zugelassen sind.

-Celecoxib: minimal toxische Dosis, 400 mg/kg/Tag beim Hund
-Ibuprofen ist toxisch beim Hund ab 8 mg/kg/Tag; nach einmaliger Applikation hat Ibuprofen ab einer Dosierung von über 100 mg/kg beim Hund, und von über 50 mg/kg bei der Katze toxische Wirkungen.
-Indometacin ist toxisch beim Hund ab 0.5 mg/kg/Tag
-Naproxen ist toxisch beim Hund ab 5 mg/kg/Tag
-Phenylbutazon darf bei Katzen nicht angewendet werden
-Piroxicam ist toxisch beim Hund ab 0.8 mg/kg/Tag
-Folgende Risikofaktoren erhöhen die Toxizität der nichtsteroidalen Antiphlogistika: Niereninsuffizienz, gastrointestinale Erkrankungen, Dehydratation, Arzneimittelinteraktionen mit Glucocorticoiden (wegen Potenzierung der Ulcerabildung), Heparin (erhöhte Blutungsgefahr), Aminoglykoside (wegen Nierentoxizität), Digoxin, Warfarin (wegen Verdrängung von Plasmaalbuminbindung)

2. Latenz

Je nach Dosierung können die Symptome akut oder erst nach mehrtägiger Behandlung ausbrechen.

3. Symptome

3.1Allgemeinzustand, Verhalten
Anorexie, Depression, Ataxie, Inkoordination, Polydipsie, Hypothermie; Fieber, Schock und Koma nach Schleimhautperforationen
3.2Nervensystem
Krämpfe treten in seltenen Fällen auf
3.3Oberer Gastrointestinaltrakt
Erbrechen, Hämatemesis
3.4Unterer Gastrointestinaltrakt
Abdominalschmerz, blutiger Kot, Meläna, Durchfall
3.5Respirationstrakt
Dyspnoe
3.6Herz, Kreislauf
Tachykardie, schwacher Puls, Schock
3.7Bewegungsapparat
Keine Symptome
3.8Augen, Augenlider
Keine Symptome
3.9Harntrakt
Polyurie, Oligurie, auch Anurie, Hämaturie
3.10Fell, Haut, Schleimhäute
Ödeme, Schleimhäute sind blaß oder zyanotisch, Ikterus, petechiale Blutungen
3.11Blut, Blutbildung
Anämie, gastrointestinale Blutungen
3.12Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation
Keine Symptome

4. Sektionsbefunde

Schleimhautirritationen, -erosionen und -ulcera im Magen-Darm-Trakt; Blutungen in Magen oder Darm, evtl. Perforationen; Lebervergrößerung; Nekrose der Nierentubuli

5. Weiterführende Diagnostik

5.1Direkter Nachweis
-Nachweis der verschiedenen Wirkstoffe in Serum oder Harn
5.2Veränderte Laborwerte
-Blutchemie: Anfangs respiratorische Alkalose, später metabolische Azidose, Hypoproteinämie, Urämie, hohe Kreatininwerte, erhöhte Leberenzymaktivität im Serum (Aspart-Aminotransferase, Alanin-Aminotransferase, γ-Glutamyltransferase, alkalische Phosphatase)
-Differentialblutbild: Hämatokrit erniedrigt (normozytäre Anämie), Leukopenie, Thrombozytopenie; eine Leukozytose deutet auf Perforation und Peritonitis hin.
-Gerinnungsparameter: Verlängerte Blutungszeit
-Nachweis von Blut in Kot
5.3Weitere Untersuchungen
-Darstellung der Ulcera und Perforationen durch Endoskopie oder Ultraschall

6. Differentialdiagnosen

-Hämorrhagische Gastroenteritis
-Addison
-Fremdkörper
-Tumoren
-Niereninsuffizienz
-Vergiftung mit Coumarinderivaten

7. Therapie

Antiphlogistikum absetzen

7.2Notfallmassnahmen
-Kreislauf: Dehydrierung ausgleichen, Elektrolytsubstitution, Bluttransfusion wenn Hämatokrit < 20% oder Plasmakonzentration < 3.5 g/dL liegt
-Atmung unterstützen
-Krämpfe kontrollieren
-Behandlung eines allfälligen Hirnödems
7.3Dekontamination
-Emesis
-Wiederholte Verabreichung von Aktivkohle (bei Verstopfung in Kombination mit Glaubersalz)
7.4Forcierte Ausscheidung
-Diurese
-Alkalinisierung des Harnes nach pH- Messung, Voraussetzung: gute Nierenfunktion.
7.5Antidottherapie
-Misoprostol (synthetisches Prostaglandin E2), 1-5 µg/kg 2-3mal täglich p.o. bei Hunden
7.6Weitere symptomatische Massnahmen
-Aufhebung der Azidose: Ringerlaktatinfusion oder Bicarbonat
-Regulierung der Körpertemperatur: Behandlung der Hyperthermie
-Schutz der Magenschleimhaut: Ranitidin, Omeprazol und Sucralfat; Vergleichende Untersuchungen haben gezeigt, dass Ranitidin eine bessere Schutzwirkung entfaltet als Cimetidin.
-Antiemetika: Sofern das Erbrechen auch nach längerer Zeit anhält, Metoclopramid oder Domperidon
-Bei Perforation des Magen-Darm-Trakts: Chirurgische Maßnahmen, die teilweise auch endoskopisch vorgenommen werden können. Sehr wichtig ist dabei eine gründliche Spülung des Peritonealraums mit steriler Kochsalzlösung.
-Antibiotische Versorgung: Breitspektrumantibiotika
7.7Kontraindizierte Arzneimittel
-Corticosteroide
-Heparin
-Aminoglykoside
-Digoxin
-Warfarin oder andere Gerinnungshemmer; Cimetidin hemmt die P450-abhängige Biotransformation.

8. Fallbeispiele

8.1Ein Rüde (5 Jahre, 5 kg) hat 1.8 g Phenylbutazon in Tablettenform gefressen.
Symptome einige Stunden später: Krämpfe, Opisthotonus, später Bewußtlosigkeit, spontanes Urinieren und Kotabsatz
Therapie: Diazepam, Dauertropfinfusion mit Natriumbicarbonat und Furosemid
Labor: Leukozytose, Leberenzyme stark erhöht
Verlauf: Erholung innerhalb einer Woche, Blutwerte nach 1 Monat wieder im Normbereich
(Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum).
8.2Ein Schäferhund (8 Jahre) bekommt vom Besitzer wegen einer Lahmheit 2 Tage lang 2mal 50 mg Diclofenac.
Symptome: Anorexie, schwarz-roter Durchfall
Therapie: Infusionen mit Vollelektrolyten und Ringerlaktat, Futterentzug für drei Tage, danach leichtverdauliche Kost, Cimetidin, Diphenoxylat
Verlauf: Heilung innerhalb von 10 Tagen
(Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum).
8.3Ein Pointer (4.5 Jahre, 33 kg) wurde während etwa 10 Wochen mit Phenylbutazon behandelt (200-300 mg täglich). Danach erkrankte der Hund.
Symptome: Dyspnoe, Anorexie, Festliegen, Fieber, petechiale Schleimhautblutungen, Dehydratation, Anämie, verlängerte Blutungszeit
Labor: Hämatokrit 19%, Leukopenie, Thrombozytopenie, erhöhte Leberenzymaktivität im Serum, Hämoglobinämie
Knochenmarksbiopsie: Aplasie
Therapie: Flüssigkeit i.v., Vitamin K1, Sulfonamid-Trimethoprim, Tetrazyklin, Bluttransfusion, Prednisolon
Verlauf: Der Hund zeigte nach einer Woche noch keine Besserung und wurde euthanasiert
(Frediksen & Grondalen, 1988).