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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Guten Morgen , Ich habe eine 7 Monate alte Bordeauxdogge

Kundenfrage

Guten Morgen ,
Ich habe eine 7 Monate alte Bordeauxdogge . Vor ca 2 Monaten erlitt sie plötzlich einen Epileptischen Anfall ..( Mit Bewusstseinsverlust , abgang von Kot und Urin )
Bei der Kontrolle bem Tierarzt ( Blutwerte ohne auffälligkeiten ) , Bekam ich das ,, Notfall - Medikamt Diazepan -Desitin- rectal tube 1o mg- 2,5 ml ...
Dies sollte ich jedoch erst verabreichen wenn der Hund 2 . Minuten das volle Bewusstsein verloren hat ! So der Tierarzt !
Jetzt meine Frage : Seit ca. einer halben std. Anzeichen eines bevorstehenden Anfall - Würge- Brech- reitz , unruhig , sabbern etc. .. Muss ich WIRKLICH 2 VOLLE MINUTEN !!! Warten bis ich das Medikament verabreichen kann im falle einer Bewusstlosigkeit ???
Was kann ich ausserdem tun ?
Vielen lieben Dank im Vorraus
Grüße Natascha
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

wann Sie Diazepam rectal-tube einsetzen würde ichnicht nur von der Dauer sondern auch von der Heftigkeit der Symptome während eines Anfalls abhängig machen. 2 Minuten ist ein Richtwert, weil;

- man einerseits Diazepam nicht zu häufig geben will (da es auch eine gewisse Belastung für Leber darstellt), dies gilt natürlich gerade für einen noch relativ jungen Hund (7 Monate entspricht umgerechnet etwa 9-10 Menschenjahren)

- andererseits gefährliche Krämpfe unterbinden will.

Sie können es bei heftigem Anfall durchaus auch mal schon nach 30 Sekunden einsetzen

Zunächst sollte man mögliche Ursachen für Krämpfe ausschließen / feststellen, so wie es Ihr Tierarzt ja auch schon begonnen hat.

Insbesondere folgende Ursachen kommen für Krämpfe in Frage:
- Stoffwechselstörung, z.B. Urämie (Anreicherung von Harnstoff im Blut durch Niereninsuffiziens), Leberstörung oder Diabetes, in den meisten Fällen fällt ein erhöhter Durst auf; Diagnose durch Blutuntersuchung möglich, war ja alles ok

-Infektionen , dann oft Fieber (d.h. rektal gemessen über 39°) und nahezu immer Allgemeinstörungen, gab bei der Temperatur es zu irgendeinem Zeitpunkt Auffälligkeiten?

-Sauerstoffmangel durch Herzfehler oder zu wenig rote Blutkörperchen (dann würden bläulich-blasse Schleimhäute, Kurzatmigkeit, schnelle Erschöpfung etc. auffallen) Bitte im Anfall darauf achten und auch nach Belastung kontrollieren.

-Hirnveränderungen z.B. Hirntumor (in dem Alter sehr selten!), Wasserkopf: Diagnose durch CT (würde ich bei wiederholten Anfällen machen lassen)

Zur Diagnose sind Allgemeinuntersuchung, Blutuntersuchung und evtl. bildgebende Verfahren (Röntgen, für einen Hirntumor sogar CT/MRT ) erforderlich. Blutuntersuchung (noch mal nach 2-3 Monaten wiederholen) und Herz/Kreislaufuntersuchung würde ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen.

In vielen Fällen findet man aber auch keine Ursache für die Krämpfe und kann nur symptomatish behandeln. Als Dauerbehandlung nimmt man Luminal (Phenobarbital), im akuten Anfall Valium (Diazepam). Außer mit Luminal alleine kann man zusätzlich (Luminaldosierung dann oft herunter setzbar) mit Kaliumbromid behandeln. Auf Luminal als Monotherapie (alleine gegeben) sprechen etwas über 50% der Epileptiker gut an. Luminal wird von fast allen Hunden gut vertragen. Am Anfang evtl. etwas müder, nach einiger Zeit merkt man dem Hund die Medikamentengabe aber nicht mehr an. Die Krämpfe sind für die Gesundheit des Hundes und den Hund selbst belastender als die Luminal-Gabe

Als noch tolerabel gelten 4 leichte Anfälle pro Jahr. Wenn mehr Anfälle im Jahr auftreten oder diese nicht mehr als "leicht" einzustufen sind, sollte man Medikamente einsetzen (Beginn mit Phenobarbital). Wenn man mit Medikamenten angefangen hat, muß man sie in der Regel lebenslang geben.
Eine Dauer von 2 Minuten Anfall gilt als leicht, längere Anfälle oder mehrere hintereinander aber als gefährlich (kann Status epilepticus = Dauerkrampf draus werden).

Dosierungen: Phenobarbital: 1 -8 mg/kg KG 2 x täglich; Kaliumbromid : 20 - 40 mg/kg Körpergewicht 1x täglich oral.
Die genauen Dosierungen (einschleichend beginnen) müssen individuell an Hand der Serum-Medikamentenspiegel eingestellt werden.
Wichtig im Anfall ist, Gegenstände an denen der Hund sich verletzen könnte, möglichst schnell zu entfernen.

-Im akuten Anfall, ist oft Diazepam (als Zäpfchen, rectal-tube oder Tropfen) das schnellst wirksame Mittel; bei starkem Anfall trotzdem soweit möglich möglichst schnell zum Tierarzt, der Diazepam spritzen kann (wirkt dann noch schneller).

Unterstützend können Sie folgendes tun (ersetzt aber keinesfalls einen Tierarztbesuch!):
-als homöopathische Mittel Cuprum D6 und Zincum D6 je 2x täglich geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern mit Spritze mit etwas Wasser ins Maul geben ),
- im Anfall (besonders starkes Zucken): Belladonna D6 alle 2 Minuten sowie alle 10 Minuten (bis wieder alles normal) 5 Bachblüten Rescue-Tropfen (angstreduzierend).
-B-Vitamine (als Tabletten oder Tropfen, z.B. vom Tierarzt)

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind