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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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hallo habe einen golden retriever 10 jahre alt, er hat jetzt

Kundenfrage

hallo habe einen golden retriever 10 jahre alt, er hat jetzt die letzten wochen eine therapie mit carprodyl und arthrovet plus. leider sind jetzt keine schmerzmittel mehr da und seit gestern kommt er hinten kaum noch hoch, ich vermute, dass er schmerzen in den gelenken hat. bs montag ist noch lange, gibt es ein humanmedizinisches schmerzmittel, dass man ihm geben kann oder wie ist es mit traumeel.

gruss jürgen
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

die Schwierigkeiten beim Aufstehen könnten insbesondere folgende Ursachen haben:

- Arthrose, häufig an den Hüft- und Kniegelenken, Diagnose durch Röntgen. Ist eine Gliedmaße stärker betroffen?

-Wirbelsäule, Kompression/Schädigung des Rückenmarks bzw. der austretenden Nerven (z.B. durch einen Bandscheibenvorfall oder knöcherne Zubildungen (Spondylosen)) vorliegt. Relativ häufig ist das sogenannte Cauda eqina-Syndrom ( =Verengung und Kompressionen der Nerven im Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein). Durch die Schädigung der Nerven funktionieren oft die Reflexe nur noch eingeschränkt (Prüfung durch Tierarzt).
Diagnose durch Röntgenaufnahme der Wirbelsäule (je nach Befund des normalen Röntgens bei Bedarf. sogar mit Myelographie= Darstellung des Rückenmarks mit Kontrastmittel)

-Es könnte sich auch um "einfache" schmerzende Entzündung oder Verletzung handeln (meist Hüftgelenke oder Knie) handeln (Diagnose auch hier durch Röntgen, bzw. spezielle Bewegungsproben z.B. auf Kreuzbanriss) Meist ist bei solchen eine Seite stärker betroffen, das Probleme besteht dann eher in einseitiger Lahmheit.

- Durcblutungsproblem (sind die Hinterbeine kälter als die Vorderbeine?)

- Muskelsoffwechselstörung oder -entzündung (deutlich seltener)

Es wäre gut wenn Sie noch mal zum Tierarzt gehen. Ob ein entzündungshemmendes Schmerzmittel (alleine ?) die sinnvollste Behandlung ist kann nur ein Tierarzt vor Ort in der Regel mit Hilfe von Röntgenaufnahmen entscheiden.

Bei den Schmerzmitteln für den Bewegungsapparat und die Wirbelsäule haben sich v.a. die NSAID (nicht cortisonhaltige entzündungshemmende Schmerzmittel) bewährt, hier insbesondere:
- Carprofen (z.B. Rimadyl oder das von Ihnen gegebene Carprodyl)
- Meloxicam (z.B: Metacam)
- Firocoxib (z.B. Previcox),
- Robenacoxib (Onsior)
Alle wirken entzündungs- und schmerzstillend sowie abschwellend. Sie sind nur beim Tierarzt erhältlich.Die in der Humanmedizin gebräuchlichen Schmerzmittel (z.B. ASS (Aspirin), Paracetamol und andere) sollten möglichst nicht gegeben werden, da sie ein deutlich höheres Nebenwirkungsrisiko beim Hund haben.

Metamizol kann man aber gut geben (z.B. Novalgin, Novaminsulfon: etwa 30mg/kg 3x tgl. (25-50 mg/kg 2-3x tgl.)).

Zur äußersten Not könnten Sie einmalig(!) auch Ibuprofen geben.

Ibuprofen sollte man beim Hund möglichst gar nicht verabreichen, da es beim Hund sehr leicht zu Magenblutungen und evtl. auch Darmblutungen führt. Es gibt zwar einzelne Dosierungsangaben von Ibuprofen für Hunde 5-10mg/kg/Tag (http://www-vetpharm.uzh.ch/wir/00001568/7211__F.htm), bei empfindlichen Hunden kann es aber schon bei Dosierungen von 8mg/kg/Tag zu gefährlichen Blutungen kommen. Das Mittel hat eine sehr geringe therapeutische Breite (d.h Wirkdosis und toxische Dosis liegen nah beieinander). Auch in der von mir zitierten Liste wird trotz einzelner Dosierungsangaben Ibuprofen als für den Hund ungeeignet gekennzeichnet: http://www-vetpharm.uzh.ch/wir/00001568/7211__F.htm

Ich selbst habe Ibuprofen noch nie für den Hund angewendet.


Welches Mittel am besten wirkt, muß man ausprobieren. Die genannten NSAID´s greifen an verschiedenen Stellen der Entzündungs- und Schmerzentstehung an und welcher Angriffspunkt der Effektivste ist, hängt individuell vom zu behandelnden Tier ab.
Gleiches gilt für die Nebenwirkungen. Am häufigsten sind Durchfälle, in seltenen Fällen sogar blutig. Welches Mittel am besten vertragen wird ist individuell verschieden.

Unterstützend könnte noch folgende Arznei gegeben werden (keinesfalls einen Tierarztbesuch ersetzend):
-Canosan (Boehringer, bänder- und sehnenstabiliierend, enthält Gonex und Glykosaminoglykane, erhältlich beim Tierarzt)
-bei Wirbelsäulenursache: Nux vomica D6 3x tägl 1 zerpulverte Tablette oder 5 Globuli (evtl. mit etwas Wasser, aber ohne Futter) ins Maul Ihres Hundes geben. 14 Tage, dann evtl. Umstellung auf Rhus toxicodendron D6 3 x täglich 1 Tablette., in den ersten 3 Tagen zusätzlich Arnika D6 3 x täglich. Falls Arthrosen die Ursache sind: kein Nux vomica, sondern direkt mit Rhus toxicodendron beginnen
- VitaminB wirkt allgemein positiv auf die Heilung von Nervenschädigungen (insbesondere gut, falls "cauda equina die Ursache ist).

Traumeel ist im Akutfall 3-4xtgl 1 Tbl. ok, bei Arthrosen ist mittel- und langfristig aber das Mittel Zeel (ebenfalls von Heel) geeigneter. Alleine wirkt Traumeel keinesfalls so stark wie Carprodyl.

In Absprache mit Ihrem Tierarzt wäre zur Unterstützung der Therapie evtl.auch eine Krankengymnastik/Physiotherapie sehr sinnvoll.

Viel Glück!

Ich hoffe, daß ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

Udo Kind

Tierarzt - Homöopathie und weitere Experten für Hunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

vielen dannk für die rasche und ausführliche antwort, vielleicht können sie mir noch sagen, wieviele tropfen novalgin ich meinem hund geben kann, wie gesagt golden retriever, ca. 45kg, 10 jahre alt, falls es nötig werden sollte. ich habe nur novalgin tropfen hier, sind die auch wirklich unbedenklich??

 

Abel

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

Novalgin wird normalerweise gut vertragen. In sehr seltenen Fällen sind (wie beim Menschen auch) die in der Packungsbeilage genannten Nebenwirkungen möglich).

Schauen Sie bitte, ob bei Ihren Tropfen auch 500mg Metamizol in 1 ml enthalten sind.

1 Tropfen entspricht 25 g. Sie könnten also erst mal etwa 40 Tropfen (2 ml) geben (bei hohem Körpergewicht liegt die pro kg gegebene Dosierung meist etwas niedriger.

Viel Glück!

Freundliche Grüße & danke für´s Akzeptieren,

Udo Kind