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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Hatten einen Hund aus Polen Welpen er bekam nach 3Tagen blutigen

Kundenfrage

Hatten einen Hund aus Polen Welpen er bekam nach 3Tagen blutigen Durchfall,Fieber ,Schock und wurde eingeschläfert Verdacht auf Parvoriose.Heute nach 6Tagen hat meine Zwergschnauzerhündin Durchfall(sie ist geimpft und 2Jahre alt)Kann sie sich angesteckt haben?Wenn ja wie gefährlich ist es bei ihr?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

bei geimpften und älteren Tieren ist eine Infektion leider grundsätzlich auch möglich. Die Erkrankung verläuft aber meistens milder.

 

Das Parvovirus ist sehr hartnäckig, bei Raumtemperatur kann es teilweise über ein Jahr überlieben. Zur Desinfektion eignet sich u. a. Venno vet. Nähere Informationen finden Sie hier:

 

http://www.menno.de/fileadmin/user_upload/Prospekt_VENNO_VET_1_-_VENNO_VET_1_super.pdf

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Parvovirose

 

http://www.kfuh.de/Allgemein/Klubzeitung/pdf-dateien/345%20Parvovirose_.pdf

 

 

24 Stunden sollten Sie Ihrem Hund nichts zu fressen geben. Trinken öfter kleine Mengen erlaubt. Der Magen-Darm muss zur Ruhe kommen (Rückgang der Entzündung), bevor wieder etwas gegeben wird.

 

Durchfall hat kann aber auch viele andere Ursachen haben. Meistens liegt eine der folgenden Ursachen vor:

 

-l Darmentzündung durch ungewohntes oder zu kaltes Futter

-infektionsbedingte Entzündungen der Darmschleimhaut (andere Viren oder bakteriell, dann manchmal erhöhte Temperatur also über 39 Grad, außerdem Parasiten, wann war die letzte Entwurmung?) Häufige Durchfallursache sind auch Giardien (einzellige Parasiten), Nachweis durch Kotuntersuchung

-teilweise Darmverstopfung durch Fremdkörper oder Tumore (eher selten)

-Verdorbenes gefressen oder sogar Vergiftung (sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Verdorbene / das Gift rauszubringen)

-starke Verwurmung (insbesondere bei Jungtieren)

-Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Schmerz, oft auch häufiges Brechen)

-Organerkrankungen (Niere, Leber, Schilddrüse...) oder Herzerkrankungen

.

Bitte zum Tierarzt gehen, wenn:

-die Schleimhäute blasser sind als sonst (Augenschleimhaut weißlicher oder gelblich (Leber); Maulschleimhaut: Kapillarfüllungszeit länger als 2 Minuten, d.h. wenn man auf die rosafarbene Maulschleimhaut mit einem Finger drückt wird sie blaß und muß dann innerhalb von höchstens 2 Sekunden wieder roa sein, eine mit den Fingern gezogene Hautfalte verstreicht nicht sofort (alles Zeichen für Austrocknung, Infusion nötig)

-Ihr Hund sich immer wieder mit Durchfall quält

-Temperatur (rektal gemessen) außerhalb des Normalbereichs von 38° bis 39° ( Achtung: Untertemperatur ( unter 37,5° wäre besorgniserregender als etwas Fieber, Temperaturen oberhalb von 39,5° deuten auf schwerere Infektionen)

-das Allgemeinbefinden Ihres Hundes sehr gestört ist (länger andauernd sehr ruhelos oder zieht sich vollkommen zurück) .

-der Hund in letzter Zeit öfter Durchfälle hatte

-im Kot Blut zu sehen ist

-der Bauchumfang stark zunimmt , der Bauch hart und angepannt ist

-Ihr Hund immer wieder seinen Bauch leckt (Hinweis auf Schmerzen)

 

Sobald eines dieser Zeichen eintritt, müssen Sie baldmöglichst zum Tierarzt! Dieser gibt dann je nach Lage Infusionen, Schmerzmittel, Antibrechmittel, Antibiotika, Mittel gegen Übersäuerung...

 

Heute würde ich kein Futter mehr geben und frühestens morgen früh mit leicht verdaulichem Futter (z.B. mageres Geflügelfleisch, Hüttenkäse, Reis) in kleinen Portionen beginnen. Wenn Kot dann wieder normal: allmähliche Umstellung auf Normalfutter. Ins leicht erwärmte Trinkwasser sollten Sie möglichst etwas Elektrolytpulver (z.B. Rehydration support von waltham, gibt´s beim Tierarzt) geben. Achtung: darauf achten ob Ihr Hund das angereicherte Wasser mag.

 

Unterstützend könnten Sie Nux vomica D6 (morgens und nachmittags) und Podophyllum D6 (vormittags und abends) geben. (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette nüchtern, evtl. mit Spritze mit Wasser ins Maul geben), bei Kreisaufschwäche sind Veratrum album D6 3x täglich 1 Tablette und Bachblüten-Rescue-Tropfen (3x täglich 4 Tropfen mit etwas Wasser) oft hilfreich.

Anschließend 14 Tage zur Unterstützung des Darmes Calcium carbonicum D12 2x täglich.

 

Außerdem wäre die Gabe von Diatab sinnvoll (schützt die Schleimhaut , bindet Bakterien und Viren (in gewißem Maß), enthält Elektrolyte) , alfavet, gibt´s beim Tierarzt oder über´s internet. Ein weiteres gutes Durchfallmittel ist Dystikum (albrecht). Bei massiver bakterieller Erkrankung bräuchte Ihr Hund aber ein Antibiotikum, bei Giardien Panacur oder Metronidazol, bei Pankreasproblemen u.a. Pancreasenzyme. Um eine spezifische Therapie einleiten zu können, ist eine tierärztliche Untersuchung bei wiederholtem Durchfall unbedingt notwendig.

Stullmisan (ein pflanzliches Mittel) gibt es öfter freiverkäuflich (Apotheke) und ist manchmal auch gut wirksam..

 

Weiterhin sollten Sie Ihrem Hund noch eine Wärmflasche anbieten (wirkt oft beruhigend auf Darm).

 

Zur Stärkung der physiologischen Darmflor ist es sinnvoll ein Probiotikum (z.B. Bactisel, selectavet) zu geben, später können Sie dann einen halben Teelöffel Heilerde sowie einen Teelöffel Joghurt dem Futter zugeben.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und bitte Sie, daran zu denken auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

 

 

 

Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

haben Sie noch eine Frage? Ich antworte gerne noch einmal.

Falls Sie keine Ergänzungsfrage mehr haben, würde ich Sie bitten, fairer Weise und den allgemeinen Abläufen bei just-answer entsprechend auf "Akzeptieren" zu klicken. Vielen Dank im Voraus!

 

Freundliche Grüße,

 

Udo Kind