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Kleintierärztin
Kleintierärztin, Tierärztin
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 3376
Erfahrung:  Tierärztin seit 2004, derzeit tätig in Kleintierklinik, Blutegeltherapeutin
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Hunde hier ein
Kleintierärztin ist jetzt online.

Guten Abend! Ich bin etwas verzweifelt. Ich habe einen Kater

Kundenfrage

Guten Abend!

Ich bin etwas verzweifelt. Ich habe einen Kater aus der Nachbarschaft bei mir, deren Frauchen weggezogen ist. Ich will (kann) ihn nicht behalten, da ich selbst schon 1 Katze und 2 Kater habe. Ich hatte ihn halt gefüttert und bin davon ausgegangen, dass die Besitzerin ihn nachholt (so wurde mir's gesagt). Da er fürchterlich aus dem Mund stank (und noch stinkt), und außerdem hauptsächlich leckenderweise Futter aufnimmt (er kaut nicht richtig), bin ich mit ihm zum Tierarzt gegangen. Die Ärztin sagte und zeigte mir, dass der gesamte Kiefer des Katers blutrot entzündet ist. 1 Woche Antibiotika verscheuchten zwar den Mundgeruch, aber nicht die Entzündung. Da mir das Tier leid tut, bin ich noch einmal zum Arzt. Die Tierärztin sagte, da das Antibiotika nicht gewirkt hat, hätte er eine Virusinfektion, die, zwar selten, aber dennoch einige Katzen befällt. Die einzige Behandlungsmöglichkeit sei nun eine OP, bei der sämtliche Zähne gezogen würden, damit das Zahnfleisch heilen könnte. Es wäre die einzige Chance für das Tier. Der Kater ist ein superlieber, ruhiger, orangegestromter Outdoorkater, der nun regelmäßig alle 2-3 Tage bei mir zu Fressen kommt. Ich verabreiche ihm dann jedesmal die von der Tierärztin verordnete Cortisontablette, die er eigentlich täglich bekommen sollte. Nur - helfen scheint es nicht. Gestern nun kam er wieder mal und als ich ihm die Tablette ins Maul gab (zerdrückt im Futter, frisst er das Futter nicht auf), sah ich, dass die Entzündung schlimmer geworden ist. Er hinterließ auf dem Boden eine Spur dunkelrotem, fast schwarzem, sirupartigem Blutes als er verschwand.
Ich bin Alleinerziehend, z. Zt. vom ALG II lebend und kann beim besten Willen keine 400,- € (soviel soll die OP kosten) zuzügl. Kastrationskosten (er kann ja ohne Zähne nicht mehr kämfen) für ein Tier ausgeben. Zumal es nicht einmal mein Kater ist. Ich weiß schon nicht, wie ich die knapp 90,- € Tierarztkosten des letzten Besuches inkl. Medikamente bezahlen soll.
Gibt es vielleicht eine andere Behandlungsmethode oder Medikamente, die ihm helfen können und nicht so teuer sind? Er tut mir echt leid, er soll auch erst so ca. 4 J. alt sein. Kann er eigentlich andere Tiere anstecken? Da er nicht kastriert ist, ist er ja ständig in Konflikt mit anderen Katern. Zumindest sieht er seit 2 Wochen recht "zerschliessen" aus.
Haben Sie einen Tip?
Vielen Dank XXXXX XXXXX Mühe,
Carmen
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Kleintierärztin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,

für die heftige Zahnfleischentzündung kommen im Grunde verschiedene Ursachen in Betracht. Eine davon ist die plasmazelluläre Gingivitis, eine Autoimmunerkrankung bei der Kortison und Antibiotika zwar Linderung verschaffen die Erkrankung aber immer wieder durchbricht. Einzige Lösung ist hier tatsächlich meist alle Zähne zu ziehen.

Ist der Kater auf die gängigen Virusinfektionen (FIV, FeLV und FIP) getestet worden? Ich nehme fast an, dass Ihre Tierärztin eine dieser Erkrankungen meint. Auch Calici- oder Herpesviren können solche Symptome verursachen. All diese Erkrankungen sind durch Bissverletzungen bzw. letztere auch durch normalen Kontakt übertragbar, es sind in diesem Fall alle Katzen in der Nachbarschaft und auch Ihre eigenen gefährdet. Eine FIV, FeLV oder FIP positive Katze sollte möglichst nur noch in der Wohnung gehalten werden, damit andere Katzen geschützt werden. All diese Erkrankungen können längere Zeit "schlummern" führen früher oder später jedoch zum Tod. FIV wird auch als Katzenaids bezeichnet, da das Virus dem humanden HIV Virus sehr ähnlich ist.

Ich würde den Kater auf jeden Fall auf diese Erkrankungen hin testen lassen -es gibt hierfür Schnelltests. Lediglich gegen FeLV kann geimpft werden (mal im Impfausweis Ihrer Katzen nachsehen). Die Impfung gegen FIP ist umstritten, gegen FIV gibt es keine Impfung.

Sollte der Kater positiv sein würde ich ihn auf jeden Fall abgeben um Ihre eigenen Katzen zu schützen. Auch sonst können Sie sich an den örtlichen Tierschutzverein oder das örtliche Tierheim wenden und diesen die Situation schildern. Da Sie die Katze gefüttert haben kann es sein, dass man sie Ihnen rechtlich gesehen zuordnen wird. Häufig beteiligen sich die Tierschutzvereine aber an den Tierarztkosten wenn dadurch gewährleistet wird dass dem Tier geholfen wird und er sein Zuhause behalten kann. Ich kenne auch Fälle in denen in der Nachbarschaft gesammelt wurde. Als letzte Lösung können Sie mit Ihrem Tierarzt vielleicht eine Ratenzahlung vereinbaren.

Therapeutisch gesehen wird es vermutlich keine andere Option geben.

Alles Gute für den Kater