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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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mein hund hat mich gebissen,das hat er noch nie getan,er ist

Kundenfrage

mein hund hat mich gebissen,das hat er noch nie getan,er ist eigendlich die ruhe selbst (er ist ein Labrator rüde und 18 monate jung) was tue ich jetzt?
er verhält sich seit dem komisch,wie soll ich sagen-halt anders! deer vorfall war vor 3tagen!
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

derzeit stellt der Hund eine Gefahr für Sie dar (und auch für andere Menschen)

 

Folgende Ursachen kommen für das Verhalten Ihres Hundes in Frage:

 

- hormoneller Hintergrund, um den Hund zu zu erhalten, wäre eine Kastration baldmöglichst unbedingt angeraten (volle Wirkung tritt aber leider erst nach etwa 4 Wochen ein, so lange sind Hormone teilweise noch aktiv)

 

-Schmerzen: Hunde sind bei unerkannten Schmerzen (z.B. von Hüfte)manchmal aggressiv, tierärztliche Untersuchung

 

- organische Störungen, auch Hirntumor etc. möglich

 

Ein Hund, der grundlos seinen Besitzer stellt natürlich eine hohe Gefahr dar.

Falls Sie Ihren Hund nicht einschläfern lassen wollen, wäre Folgendes unabdingbar:

 

1. gründliche Untersuchung des Hundes inc. Blutuntersuchung, um mögliche Schmerz /Entzündungsherde, hormonelle Imbalanzen etc zu finden, evtl. auch Röntgen, (zum Finden von Gehirnveränderungen evtl. CT), anschließend Training mit einem verhaltenstherapeutisch arbeitenden Tierarzt

 

2. Kastration

 

3. ständiges Tragen eines Maulkorbes in Gegenwart von Kindern, solange nicht sicher ist, daß die Ursache der Aggressivität behoben ist (Maulkorbtraining siehe unten)

 

4.Verhaltenstraining, unbedingt nötig wäre Besuch einer Hundeschule, am Besten unter Leitung eines verhaltenstherapeutisch geschulten Tierarzte, da dieser auch der jeweiligen Situation entsprechend Medikamente verabreichen kann

 

Für eine Zeit wäre die Verwendung eines Maulkorbes sinnvoll. Wichtig wäre aber. daß der Maulkorb für den Hund etwas eher Angenehmes oder zu Mindest neutrales ist. Dies erreicht man durch Maulkorbtraining in der nächsten Zeit:

--Lieblingsfutter nur noch im Maulkorb füttern ein paar Tage, dann

--Maulkorb lose anlegen , Lieblingsfutter geben, ein paar Tage, dann

--Maulkorb kurz festmachen, sofort danach Lieblingsfutter ein paar Tage, dann

--Dauer des Maulkorbtragens allmählich verlängern, dann

--angenehme Dinge (spazieren, streicheln...) beginnen immer mit einer Phase Maulkorbtragen

So wird der Maulkorb vom Hund mit Angenehmem verbunden.

 

Ergänzende allgemeine verhaltenstherapeutische Maßnahmen (ersetzen keine Beratung vor Ort!, diese ist unbedingt nötig!):

 

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele (einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 2-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben. Sie können auch bei Aggressionsbeginn einen Gegenstand laut knallen lassen, dies aber nur beim Start der Aggression(!) (sonst zu hohe Gefahr, daß die Aggression auf Sie umgeleitet wird)

 

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

 

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.

 

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

 

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

 

- Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit Hyoscyamus D30 jeden 3.Tag 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) , ersetzt aber keinesfalls notwendige tierärztliche Klärung der Ursache und daraus folgende Maßnahmen

 

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind