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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Sehr geehrte Doktoren, meine H ndin, ein schwarzer Sch ferhund

Kundenfrage

Sehr geehrte Doktoren, meine Hündin, ein schwarzer Schäferhund /Malamud Mix, wurde von
einem rüden Autofahrer an einer roten Ampelkreuzung angefahren. Das Tier hat an dem linken Bein einen glatten Durchbruch der Speiche und Elle erlitten. Die Notversorgung ist erfolgt und da das eine grader Bruch ist, wurde das Bein vergipst. Was mir am meisten Sorgen macht, ist ihre Psyche, sie will nicht mehr in ein Auto einsteigen, versteckt sich auch zu Hause unterm Bett und beim Gassigehen läuft sie nur an der Wand entlang und springt jetzt auch jeden Mann an. Sie will auch gleich wieder in die Wohnung zurück. Sie fiebst und weint fast den ganzen Tag. Dazu muß ich sagen, daß sie erst am 5. März ein Jahr alt wird und die Ärzte meinen mit dem Gipsverband vier Wochen sollte abgeheilt sein.
Was soll ich tun, damit dieses Tier seine Angst vorm Autofahren wieder verliert, denn wir wohnen in Berlin und zum Tierarzt muß ich mit dem Auto fahren. Wie soll ich mich vérhalten und was muß ich mit dem Tier tun oder üben. mfg Elke Simon
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

danke für Ihre Anfage.

 

Diese Maßnahmen können helfen, die (verständliche) Angst wieder abzubauen:

 

1.Verhaltenstraining

-Allmähliche Desensibilisierung: Lieblingsfutter gibt es ab jetzt nur noch bei ruhigem Verhalten im (zunächst stehenden später fahrenden) Auto, evtl. ganz am Anfang auch direkt neben dem Auto. Unruhiges ängstliches Verhalten immer ignorieren (jede Zuwendung verstärkt das unerwünschte Verhalten) Allmähliche Steigerung der Fahrtdauer. Das Trainig kann insgesamt einige Wochen dauern.

-Autofahrten sollten möglichst oft zu angenehmen Dingen führen (Fütterung direkt im Auto, Spaziergang, höchstes Lob, schönstes Streicheln...)

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (soweit dies derzeit möglich ist: Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewußtsein des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man voller Vertrauen macht, was der Rudel-Chef vormacht. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in allen Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

-Wenn Ihr Hund diese Übungen sicher zu Hause und auf Spaziergängen beherrscht, können Sie ihn auch im Auto üben lassen Auch hier gilt: Schwierigkeit allmählich steigern (zuerst stehendes Auto, später fahrendes Auto).

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich).

- Wenn Ihr Hund Angstverhalten zeigt, auf keinen Fall beruhigend auf ihn einreden, da dies als Bestätigung undBelohnung verstanden wird. Mit einem kurzen Befehl irgendeine Aufgabe (Sitz, Voran, Komm, Such...) ausführen lassen, Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:

-DAP-Spray oder DAP-Halsband (ceva-Pharma, Tierarzt): enthält für uns unriechbare beruhigende Duftstoffe, die säugende Hündinnen zur Beruhigung ihrer Welpen absondern

- Rescue-Bachblütentropfen (4x täglich für 10 Tage und dann jedesmal 10 Minuten vor Autofahrt

-Zylkene (wirkt allgemein angstreduzierend, gibt´s beim Tierarzt)

-Natrium muriaticum C30 (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette, 2 Tage hintereinander, hilft schockierendes Erlebnis zu verdauen), dann evtl. D12 1x täglich, solange Angst noch besteht

 

- Falls Sie mit diesen Tipps immer noch nicht weiterkommen, könnte man auch angsreduziernde Psychopharmaka wie Clomicalm oder Selgian einsetzen, diese Mittel gibt es aber nur beim Tierarzt. Die volle Wirkung dieser Mittel tritt erst nach etwa 3 Wochen ein, die Hunde lernen oft aber leichter und schneller, da sie weniger Angst empfinden.

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Generell wichtig ist für den Hund Zuneigung (wenn er vom Besitzer erwünschtes Verhalten zeigt) und Konsequenz des Besitzers (Folge: Hund vertraut und macht das, was der Besitzer will)

 

Verhaltenstraining erfordert etwas Zeit und Geduld, nach einigen Wochen sollten die Probleme aber wieder behoben sein. Viel Glück!

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

 

Udo Kind