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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Hallo wir haben einen Shizu-Terrier Mischling(Apax14j.) und

Kundenfrage

Hallo
wir haben einen Shizu-Terrier Mischling(Apax14j.) und meine Mutter hat einen Shizu(Schila 15j ist auch die Mutter zu meinem Hund). Wir wohnen in einenm Haus, aber jeder hat seine eigene Wohnung. Da alle im Haus berufstätig sind, ist es auch normel das die Hunde sich meistens gemeinsam in einer Wohnung aufhalten.Es passiert immer öffter, dass unser Hund Apax futterneidig ist und gegen Schila immer agressiv wird. Sie fressen meistens zusammen. Wenn Apax fertig ist und noch Hunger hat, dann sieht er auch nicht ein wieso er nicht bei Schila weiterfressen kann.Erst knurrt er und dann fällt er sie an.Passiert ist noch nie etwas und das fressen bekommt er auch nicht. Ich muss auch dazu sagen, das Schila schon Blind und Taub ist und daher auch nicht immer weiß was sie gerade macht. Wenn sie in seine Nähe kommt dann fängt er meistens zu knurren an, als Warnung.Jetzt passen wir ja schon auf , das sie weit genug ausernander stehen beim Fressen damit sie auch nicht bei ihm anstossen kan.Dann gibt es Tage, da ist unserem Hund das wiederum egal. Welche Globolie können wir da nehmen.

m.Röxeis
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

 

folgende Ursachen kommen für das Verhalten Ihrer Hündin in Frage:

 

- falls unkastriert: hormoneller Hintergrund, aggressiver sind manche Hündinnen

--während Läufigkeit und/oder Scheinschwangerschaft (ca. 60 Tage nach letzter Läufigkeit, oft Milch und geschwollenes Gesäuge) sind manche Hündinnen aggressiver;

-- bei Zysten auf Eierstöcken (Diagnose durch Ultaschall)

Sollte das Verhalten mit Verhaltenstraining nicht in den Griff zu bekommen sein, wäre dann eine Kastration angeraten.

 

-Schmerzen: Hunde sind bei Schmerzen manchmal aggressiv gegen Artgenossen, evtl. tierärztliche Untersuchung

 

-für den Hund unangenehmes Erlebnis bei Begegnung mit der anderen Hündin; die Aggression wird auf die an sich unbeteiligte andere Hündin umgeleitet

 

 

Sollte es keine körperlichen Probleme geben, sollten folgende Tipps helfen, das Problem zu beheben:

-

1.Verhaltenstraining

 

-zunächst sollten Sie Ihre Hündin in Gegenden, in denen es zu problematischen Begegnungen kommen kann, nur an der Leine führen. Wenn die Hündin an der Leine vollkommen auf Sie hört, könne Sie sie auch in diesen Gegenden frei laufen lassen und das Training genauso durchführen, wie in der ersten Phase mit Leine (evtl. Übergangsphase mit langer Leine).

 

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (fremde Hündin noch weit entfernt) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit (also die Entfernung zu anderen Hündinnen) ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen), ignorieren Sie Ihren Hund bei Unruhe. (dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation). Verlegen Sie das Trainng allmählich in schwierigere Gegenden (wo es viele andere Hunde gibt). Das Trainig kann insgesamt einige Wochen dauern.

 

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie die Ruhe und Ausgeglichenheit des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen (andere Hündin) auf den Befehl zunächst nicht reagiert und aggressiv in Richtung des anderen Hundes zieht, sollten Sie mit "Nein", "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Aggression müssen Sie ansonsten unbedingt ignorieren (Kein Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat. Sitz machen lassen und ein paar Futterbröckchen geben.

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich) bzw. den Hund schnellstmöglich und ohne zu Reden aus der Situation führen ( evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen), Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-In Gegenden mit anderen Hunden Ihren Hund zunächst generell nur an der kurzen Leine führen, lobend mit ihm sprechen, wenn er ruhig ist,; ab und zu "Sitz" machen lassen dann sofort (< 3 Sekunden) bei Befehlausführung ein Futterbröckchen geben

 

-Gut wäre natürlich auch der Besuch einer Hundeschule und (in späteren Phasen) allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund friedliches Verhalten üben und praktizieren kann

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit :

-Hyoscyamus D30 jeden 3.Tag 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) für Apax

 

Zum Fressen würde ich die Hunde trennen (verschiedene Zimmer/Wohnung)

 

Generell wichtig ist für den Hund Zuneigung (wenn er vom Besitzer erwünschtes Verhalten zeigt) und Konsequenz des Besitzers (Folge: Hund vertraut und macht das, was der Besitzer will)

 

Verhaltenstraining erfordert etwas Zeit und Geduld, nach einigen Wochen sollten die Probleme aber behoben sein.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

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