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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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guten tag!ich habe ein problem mit meinem hund.es ist ein weibchen.ich

Kundenfrage

guten tag!ich habe ein problem mit meinem hund.es ist ein weibchen.ich habe seid 2monaten einen neuen partner.sobald er in ihrer gegenwart ist,hat sie angst vor ihm.sie zittert und läuft mit eingezogener rute umher.ich weiß nicht,wodran es liegt.kann man diesen zustand ändern und wie?ich weiß nicht weiter,können sie mir bitte helfen? lg fr.wellner
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 6 Jahren.

 

Hallo,

 

danke für Ihre Anfage.

 

Diese Tipps sollten helfen:

 

1.Verhaltenstraining

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (in der Wohnung, im vertauten Garten) der Partner soll in größerer Entfernung sein und Ihren Hund ignorieren. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen), ignorieren Sie Ihren Hund aber vollkommen, falls er Unruhe zeigt. Dies ist sehr wichtig. Dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation, d.h. noch etwas mehr Abstand. Reduzieren Sie den Abstand ganz allmählich. Das Trainig kann insgesamt einige Wochen dauern.

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewußtsein des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Sollte sich Ihr Hund von sich aus dem Partner etwas mehr genähert haben als bisher, müssen Sie ihn sofort (< 3 Sekunden) loben und ihm ein Lieblingsfutterbröckchen geben. Dieses Lieblings-Trockenfutter gib es ab jetzt ausschließlich nur noch, wenn Ihr Partner im Haus ist

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in allen Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

-Wenn Ihr Hund diese Übungen sicher beherrscht, wenn Ihr Partner nicht da ist, können Sie ihn auch üben lassen, wenn Ihr Partner zunächst in größerer Entfernung da ist. Auch hier gilt: Entfernung allmählich verkleinern.

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich).

- Wenn Ihr Hund Angstverhalten zeigt, auf keinen Fall beruhigend auf ihn einreden, da dies als Bestätigung undBelohnung verstanden wird. Mit einem kurzn Befehl irgendeine Aufgabe (Sitz, Voran, Komm, Such...) ausführen lassen, Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-Gut wäre natürlich generell viel loser Kontakt mit anderen Menschen, auch der Besuch einer Hundeschule und allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund toben kann und mit denen im Idealfall auch der Kontakt mit Ihrem Partner gut geübt werden könnte (Ein ausgeglichener anderer möglichst ranghöherer Hund, der erwünschtes Verhalten vormacht, wirkt manchmal Wunder!)

-Erst wenn sich Ihr Hund mit diesem Training von sich aus bis in die Nähe Ihres Partners getraut hat, hält dieser ihm (wegschauend; keinesfalls den Hund fixieren, da dies von Hunden als Bedrohung gesehen wird) ohne zu Reden ein paar Bröckchen Lieblingstrockenfutter hin. Der Hund wird von Ihnen gelobt, wenn er das Futter genommen hat. Wenn er nichts genommen hat, wird er ignoriert und man muß das Ganze in ein paar Tagen noch einmal versuchen. Allmählich wird der Partner so zu etwas immer Tollerem und wird Ihren Hund auch bald berühren (dabei auch loben und etwas Lieblingsfutter) dürfen. Nichts überstürzen, alles ganz allmählich.

-Machen Sie bald auch Spaziergänge möglichst mit Partner und Hund zusammen, aber überfordern Sie Ihren Hund nicht.

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:

- Rescue-Bachblütentropfen (4x täglich für 7-10 Tage und dann jedesmal, wenn der neue Partner da ist)

-Zylkene (wirkt allgemein angstreduzierend, gibt´s beim Tierarzt)

-Unterstützend könnten Sie Argentum nitricum D6 3x täglich 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) geben, insbesondere falls Ihr Hund insgesamt eher ängstlich ist .

 

- Falls Sie mit diesen Tipps immer noch nicht weiterkommen, könnte man auch angsreduziernde Psychopharmaka wie Clomicalm oder Selgian einsetzen, diese Mittel gibt es aber nur beim Tierarzt. Die volle Wirkung dieser Mittel tritt erst nach etwa 3 Wochen ein, die Hunde lernen oft aber leichter und schneller, da sie weniger Angst empfinden.

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Generell wichtig ist für den Hund Zuneigung (wenn er vom Besitzer erwünschtes Verhalten zeigt) und Konsequenz des Besitzers (Folge: Hund vertraut und macht das, was der Besitzer will)

 

Verhaltenstraining erfordert etwas Zeit und Geduld, nach einigen Wochen sollten die Probleme aber behoben sein.

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

 

 

 

 



Verändert von bergsonne am 19.11.2010 um 15:15 Uhr EST