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Tierarzt - Homöopathie
Tierarzt - Homöopathie, Tierarzt
Kategorie: Hunde
Zufriedene Kunden: 12820
Erfahrung:  Approbation (1986), Zusatzbezeichnung Homöopathie (1991), eigene Kleintierpraxis (seit 1996)
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Tierarzt - Homöopathie ist jetzt online.

Mein Hund hat panische Angst vor Autos und L rm auf der Strasse.

Kundenfrage

Mein Hund hat panische Angst vor Autos und Lärm auf der Strasse. Sie, ein Golden Retriever, zieht wie wild an der Leine. Schlechte Erfahrungen hat sie eigentlich nicht gemacht. Auch bei fremden Menschen zieht sie die Rute ein.
Soll ich kurz an der Leine rucken, damit sie "bei Fuss" geht, aber ich denke dadurch wird sie noch mehr gestresst. Was kann man tun, damit sie brav an der Leine geht. Sie ist 11 Monate und als Welpen haben wir sie bekommen.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Hunde
Experte:  Tierarzt - Homöopathie hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo,

 

danke für Ihre Anfage.

 

Diese Tipps sollten helfen:

 

1.Verhaltenstraining

-Allmähliche Desensibilisierung: Üben Sie zunächst in ganz leichten Situationen (in der Wohnung, im vertauten Garten) mit zunächst nur leisen Geräuschen (es gibt hierfür auch spezielle Geräusch-CD´s, z.B. beim Tierarzt von der Firma Ceva) "Sitz" und "Platz", steigern Sie die Schwierigkeit ganz allmählich. Loben Sie ruhiges Verhalten (auch mit Trockenfutterbröckchen), ignorieren Sie Ihren Hund bei Unruhe. (dann neues Training in einer noch etwas leichteren Situation). Verlegen Sie das Trainng allmählich in schwierigere Gegenden (Straße etc.) Das Trainig dauert insgesamt einige Wochen.

- Beschäftigen Sie Ihren Hund möglichst viel (Spazieren, Spiele, Suchspiele ( einen Teil des täglichen Futters suchen lassen). Hilfreich sind insbesondere Suchspiele, da sie das Selbstbewußtsein des Hundes stärken und der Hund lernt, sich auf etas zu konzentrieren. Schwierigkeit allmählich steigern und bei Erfolg loben (der Futterbrocken an sich ist natürlich auch schon eine Belohnung)

-Hunde haben eine Assoziationszeit von 3-4 Sekunden, d.h. sie verbinden die Reaktion des Menschen mit dem, was sie in den letzten 3-4 Sekunden gemacht haben. Stoppen kann man ein Verhalten demzufolge nur bei Beginn (Nein und Sitz machen lassen). Wenn Ihr Hund in Stressituationen (Autolärm) auf den Befehl zunächst nicht reagiert, sollten Sie mit "Komm" und "Fuß" in eine andere Richtung gehen, als der Hund gezogen hat. Seine Panik müssen Sie unbedingt ignorieren (Kein Bemitleiden oder Beruhigen, da es verstärkend wirkt); Zuwendung dürfen Sie Ihrem Hund erst wieder geben, wenn er sich beruhigt hat.

-Vor jeder angenehmen Tätigkeit (Fressen, Spazieren, Streicheln, Spielen etc.) einen Befehl (z.B. Sitz) ausführen lassen. Nichts ist umsonst. Fördert das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit Ihrer Befehle ("Es lohnt sich auf Frauchen/Herrchen zu hören!").

-Rangfolgetraining: Hund geht erst als 2. durch eine Tür; Hund wird erst gefüttert, nachdem Besitzer gegessen hat; Manche Plätze (z.B. Sofa) dürfen nur mit Erlaubnis und Aufforderung durch Besitzer betreten werden. Im Hunderudel ist es ganz klar, daß man macht, was der Rudel-Chef sagt. Daher ist die klare Rangordnung für das Gehorchen und Ruhigbleiben in den genannten Stresssituationen hilfreich.

-Gehorsamkeitstraining (mit kleinen erbsengroßen Trockenfutterbelohnungen durchführen, Hund sollte sich einen Teil seines Futters mit den Übungen erarbeiten müssen)

1. Komm-Training: Name rufen und Futterbrocken zeigen, sobald Hund aufmerksam ist: Komm rufen, wenn Hund kommt, sofort (innerhalb von höchstens 1 Sekunde) Belohnung geben

2. Sitz Training: Futterbrocken vor die Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futterbrocken langsam nach oben-hinten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft aufs Hinterteil des Hundes drücken, dabei "Sitz!" sagen, sobald Hund sich gesetzt hat: Innerhalb von 1 Sekunde Belohnung geben und loben

3. Platz-Training: aus der Sitzposition heraus, Futterbrocken vor Nase halten, sobald Hund interessiert: Hand mit Futter langsam nach vorn-unten bewegen, mit der anderen Hand evtl. sanft auf Rücken drücken, dabei "Platz" sagen. sobald Hund in Platz-Position: sofort (1Sekunde!) Belohnung geben

4.Bleib-Training: aus Platz- oder Sitz-Position heraus: "Bleib" sagen, 1 Schritt weggehen, sofort wieder zum Hund gehen und Belohnung geben (sollte Hund doch aufgestanden sein: ignorieren, neuer Versuch und noch schneller zum Hund zurückkehren), allmählich die Abstände vergrößern, später dann 2, 3, 5... Minuten , noch später verläßt der Mensch auch mal kurz das Zimmer

-Generell gilt: Erwünschtes Verhalten beachten und belohnen (schon das Beachten eines Hundes ist für ihn eine Belohnung) , unerwünschtes Verhalten ignorieren (soweit möglich).

- Wenn Ihr Hund Angstverhalten zeigt, auf keinen Fall beruhigend auf ihn einreden, da dies als Bestätigung undBelohnung verstanden wird. Mit einem kurzn Befehl irgendeine Aufgabe (Voran, Komm, Such...) ausführen lassen, evtl. muß man den Hund (ohne zu reden!, außer "Komm!") die ersten Meter hinter sich her ziehen, Zuwendung unbedingt erst wieder bei ruhigem, normalem Verhalten.

-In Geräuschgegendenen den Hund zunächst generell nur an der kurzen Leine führen, lobend mit ihm sprechen, wenn er ruhig ist,; ab und zu "Sitz" machen lassen dann sofort (< 3 Sekunden) bei Befehlausführung ein Futterbröckchen geben)

 

-Gut wäre natürlich auch der Besuch einer Hundeschule und allgemein möglichst viel Kontakt mit anderen Hunden, mit denen Ihr Hund toben kann und mit denen schwierige Situationen gut geübt werden können (Ein ausgeglichener anderer möglichst ranghöherer Hund, der erwünschtes Verhalten vormacht, wirkt manchmal Wunder!)

 

2. Medikamente

Unterstützen könnte man die Verhaltenstherapie mit folgenden Medikamenten:

- Rescue-Bachblütentropfen (4x täglich für 7-10 Tage und dann jedesmal, wenn ein Tag mit viel Straßenlärm bevorsteht)

-Zylkene (wirkt allgemein angstreduzierend, gibt´s beim Tierarzt)

-Unterstützend könnten Sie Pulsatilla D6 3x täglich 1 Gabe (5 Globuli oder 1 zerpulverte Tablette) geben, insbesondere falls Ihr Hund insgesamt eher ängstlich ist .

 

- Falls Sie mit diesen Tipps immer noch nicht weiterkommen, könnte man auch angsreduziernde Psychopharmaka wie Clomicalm oder Selgian einsetzen, diese Mittel gibt es aber nur beim Tierarzt. Die volle Wirkung dieser Mittel tritt erst nach etwa 3 Wochen ein, die Hunde lernen oft aber leichter und schneller, da sie weniger Angst empfinden.

Ein Tierarzt könnte dann evtl. auch eine Blutuntersuchung machen um z.B. eine Überfunktion der Schilddrüse, die auch zu übermäßiger Angst führen kann, auszuschließen. Zunächst können Sie aber -falls es keine weiteren Störungen gibt-die von mir gegebenen Hinweise anwenden.

 

Generell wichtig ist für den Hund Zuneigung (wenn er vom Besitzer erwünschtes Verhalten zeigt) und Konsequenz des Besitzers (Folge: Hund vertraut und macht das, was der Besitzer will)

 

Verhaltenstraining erfordert etwas Zeit und Geduld, nach einigen Wochen sollten die Probleme aber behoben sein.

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, und bitte Sie, nicht zu vergessen auf "akzeptieren" zu klicken. Über eine positive Bewertung würde ich mich natürlich auch freuen. Im Voraus besten Dank.

 

Alles Gute & freundliche Grüße aus Nürnberg,

 

Udo Kind

 

 



Verändert von bergsonne am 15.11.2010 um 17:40 Uhr EST