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Corina Morasch
Corina Morasch, Tierärztin
Kategorie: Großtiere
Zufriedene Kunden: 16251
Erfahrung:  Zulassung Tierärztekammer Bayern, eigene Pferde- und Kleintierpraxis seit 2004
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Corina Morasch ist jetzt online.

Liebe Kollegen , unser Pferd wird seit 1 Woche wegen der

Kundenfrage

Liebe Kollegen ,

unser Pferd wird seit 1 Woche wegen der Verdachtsdiagnose Kreuzverschlag und Hämaturie sowie extremem Selenmangel behandelt : Forcierte Diurese , Spasmolytika , Anelgetika, Selensubstitution,Wärme durch Decken bzw. Infrarotlampe. Vorübergehend trat geringes Fieber kurzfristig auf (39-40°C) , daher jetzt symptomatisch Antibiose.
CK werte nach 4 Tagen nur mehr gering erhöht, AST und Leberwerte mässig erhöht. Nierenwerte kurzfristig mässig erhöht jetzt Normalisierungstendenz. Klinisch geht es dem Pferd heute deutl. besser , aber nach vorübergehender Aufhellung des Urins heute morgen erneut deutl rötlichere Farbe. Seit Ausbruch der Krankheit kaum Nahrungsaufnahme aber seit 2 Tagen trinkt es wieder gut.

Haben wir etwas nicht bedacht ?

Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar da wir doch sehr besorgt sind.

Mit freundlichem Gruß

J.Kerschen

E-Mail Adresse:[email protected]
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Großtiere
Experte:  Corina Morasch hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

danke für Ihre Anfrage bei Der wir Ihnen gerne eine Hlfestellung bieten.

Können Sie mir als zusätzliche Information angeben, wie der Kreuzverschlag diagnostiziert wurde? Welche Symptome treten in dem Bezug auf?

Beste Grüße,
Corina Morasch
Tierärztin
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Liebe Frau Morasch,

die Diagnose wurde einerseits anamnestisch ( rel.Bewegungsmangel durch vorübergehende berufliche Überlastung der Pferdebesitzerin (unsere Tochter)/ am Tag vor Auftreten der Symptome rel Belastung des Pferdes , andererseits durch die Klinik Lahmheit , Makrohämaturie gestellt. Eine Bestimmung der CK in den ersten 24h ist nicht erfolgt , nach 4 Tagen Lagen normale CK Werte vor. Der Selenwert war mit 15 sehr niedrig (nach Substitution mittlerweile bei knapp 100). Heute ist nach 7 Tagen Therapie die klinische Gesamtsituation des Pferdes deutl. besser , die Makrohämaturie aber immer noch vorhanden (besonders morgens).

mit freundlichem Gruß und vielen Dank XXXXX XXXXX bisherige prompte Antwort

J.Kerschen
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Liebe Frau Morasch ,

leider muss ich noch einige traurige Fakten hinzufügen.Nach Rücksprache stellt sich jetzt heraus dass neue Zusammenhänge vermutet werden:
1 ) In dem sehr gut geführten Stall wo unser Pferd steht , ist im Dezember 2010 ein Pferd der Inhaberin wohl an ähnlichen Symptomen (sporadisch Fieber,Lahmheit,Makrohämaturie) erkrankt und kam nach ein paar Tagen Therapie in die Klinik , wo es nach einer Woche ohne gesicherte Diagnose eingeschläfert werden musste.
2) Seit 2 Tagen entwickelten 2 weitere Pferde Fieber und zunehmend ebenfalls eine Makrohämaturie. Diese wurden heute morgen vom behandelnden Tierarzt aus Sicherheitsgründen in die Tierklinik nach Meckenheim eingewiesen.Auch dort ist man sich über eine Diagnose nicht sicher , bittet aber unser Pferd nicht mit anderen zusammenstehen zu lassen.
3) Die Makrohämaturie bei unserem Pferd hält heute wieder an.
4) Alle 4 Pferde standen im Stall und hatten keine Möglichkeit an fremdes nicht geprüftes Futter heranzukommen.
5) Die Klinik gab zu verstehen ,dass es wohl besser ist alle 3 Pferde einzuschläfern obschon eine Infektiosität nicht gesichert ist. Da noch weitere 20 Pferde in dem Stall stehen ist unklar ,welche weiteren Massnahmen ggf. ergriffen werden müssten.

Fällt Ihnen zu dieser unbefriedigenden Situation eine mögliche Erklärung ein.

mit freundlichem Gruß

J.Kerschen
Experte:  Corina Morasch hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

ich bin mir in ihrem Fall nicht sicher ob es sich hierum einen "typischen"Kreuzverschlag handelt,da immer eine Myoglobinurie vorliegt,vereinzelt werden neben Eiweiß und Myoglobinzylinder auch rote und weiße Blutzellen im Harn nachgewiesen.Bei der Blutuntersuchung liegt eigentlich immer ein erhöhte Hämatokrit vor ,der damit eine Bluteindickung bestätigt.Der CK-Wert ist nach 4 tagen nicht mehr aussagekräftig da er bei Auftreten sehr rasch ansteigt und innerhalb 2 Tage wieder in den Normbereich zurückkehrt.Besser geeignet wäre deshalb der AST-Wert,welcher langsamer reagiert und erst nach 1-2 Wochen seinen Ausgangswert wieder erreicht.Möglicherweise hat der vorhandene Selenmangel zu dieser Art von Kreuverschlag geführt im Zusammenhang mit der vorangegangenen Belastung und dann der Pause.
Die Therapie ist richtig,die Hämaturie sprcht dafür,daß es bereits zu einer Schädigung der Nieren gekommen ist,daher würde ich weiterhin Infusionen geben,je nach vorliegen einer Azidose,gelegentlich aber auch Alkalose sowie nichtsterioidalen Antiphlogistika,Selengabe etc.Es kommt gelegentlich auch zu einem vorübergehenden Temperaturanstieg wie sie ihn beschrieben haben.Antibiotikum sollte je nach dem welches gegeben wird und auf Grund der Nierenschädigung bald möglichst abgesetzt werden.Differtialdiagnostisch käme eigentlich nur eine Vergiftung in Frage und anhand ihrere Amnamnese würde ich dies eher ausschließen.Da immer noch eine Hämaturie vorliegt bleibt abzuwarten wie schnell und auch wie gut sich die Nieren erhlen,dies sollte in jedem Fall in nächster Zeit anhand einer Blutuntersuchung getestet werden,ebenso der Selenwert.Ferner muß bei diesem Pferd in Zukunft extrem auf die Fütterung und auch regelmäßige Bewegung geachtet werden.


Beste Grüße und alles Gute

Corina Morasch
Experte:  Corina Morasch hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

ich habe jetzt leider erst ihre Information gelesen und muß ihnen sagen,daß ich wie ich geschrieben habe nicht sicher war ob es sich um einen Kreuzverschlag handelt,da mich vorallem die Hämaturie etc gestört hat.Es sollten in jedem Fall weitere Blutuntersuchungen gemacht werden ,einerseits in Richtung einer Vergiftung und andererseits bezüglich sämtlicher in Frage kommenden Infektionskrankheiten ,ich denke hier voallem an Leptospirose,Anaplasmose,infektiöse Anämie der Einhufer,Botulismus,etc.Dies sollte bei ihrem Pferd schnellst möglich getest werden.
Dies tut mir sehr leid,aber wie geasgt ich hatte schon so einen Verdacht, ferner sollte der Stall wo die Pferde standen sofort unter Quarantäne gestellt werden bis eine Diagnose vorliegt.Es wäre auch sinnvoll ein totes Pferd in die Pathologie zu geben,da man dann so evtl schneller eine Diagnose enthält.Bei ihrem Pferd sollten in jedem Fall weiter Infusionen durchgeführt werden und nun dann auch weiter Antibiotikum gegeben werden.Ich würde solange sich der Allgemeizustand ihres Pferdes sich nicht weiter verschlechtert nicht sofort an eine Euthanasie denken,jedoch auf die Bluttests bestehen.Die Pferde können sich z.B. von einem Erreger welcher im Heu,oder der einstreu etc war angesteckt haben.
Ich würde mich freuen wenn sie mir mitteilen würden welche Diagnose gestellt werden konnte und wünsche ihnen alles Gute,insbesondere ihrem Pferd,geben sie nicht so schnell auf.
Sollte es sich jedoch um eine Erkrankung wie die infektiöse Anämie handeln müßen die Pferde leider getötet werden.

Beste Grüße und alles Gute

Corina Morasch
Corina Morasch und weitere Experten für Großtiere sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Liebe Frau Morasch,

leider ist es gegen späten Nachmittag zu einer dramatischen Verschlechterung gekommen. Das Pferd legte sich hin und konnte nicht mehr austehen. Es traten auch zunehmend Ödeme auf. In Anbetracht dieser Tatsache und nicht zuletzt auch unter dem epidemiologischen Gesichtspunkt (Auftreten von infektöser Anämie in Rheinland Pfalz und Hessen) entschloß sich der behandelnde Tierarzt sich unsere Fricka zu erlösen. Eine pathologische Untersuchung in der Uni Giessen wurde veranlasst.

Nochmals vielen Dank für Ihre kompetenten und prompten Ratschläge

J.Kerschen
Experte:  Corina Morasch hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo Fr. Kerschen,

 

danke für Ihre Antwort.

 

Es tut mit leid, das es nun doch zu diesem Stand gekommen ist. Die Untersuchung in der Uni ist auf jeden Fall sinnvoll. Es würde mich freuen, wenn Sie mir das Ergebnis mitteilen könnten. Ich denke auch das die infektiöse Anämie eine hohe Warscheinlichkeit hat und Sie so nicht anders handeln konnten.

 

Beste Grüße,

Corina Morasch

Tierärztin

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