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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin
Kategorie: Strafrecht
Zufriedene Kunden: 16452
Erfahrung:  Langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Strafverteidigung
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Claudia Schiessl ist jetzt online.

Guten Tag, Ich hätte eine Frage zum § 112a StPO. Für den

Kundenfrage

Guten Tag,
Ich hätte eine Frage zum § 112a StPO.
Für den Haftgrund des § 112 a Abs. 1 Nr. 2 StPO ist es erforderlich, dass die fortgesetzte bzw. wiederholt begangene Anlasstat zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Rechtsordnung geführt hat, wobei bei einer wiederholten Begehung der Anlasstat der erforderliche Schweregrad grundsätzlich bei jeder einzelnen Tat vorliegen muss
(vgl. Hilger in Löwe-Rosenberg, a.a.O., § 112 a Rdnr. 32; Graf in KK, a.a.O., § 112 a Rdnr. 14).
Erforderlich sind Anlasstaten, die einen überdurchschnittlichen Schweregrad und Unrechtsgehalt aufweisen
(vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 13.11.2003 – 3 Ws 500/03 -; OLG Köln, Beschluss vom 27.10.2009 - 1 Ws 117/09 -, BeckRS 2010 00263; OLG Frankfurt am Main NStZ 2001, 75; Meyer-Goßner, a.a.O., § 112 a Rdnr. 9; Graf in KK, a.a.O., § 112 a Rdnr. 14).
Es muss sich um solche Taten handeln, die mindestens in der oberen Hälfte der mittelschweren Straftaten liegen (vgl. OLG Hamm, a.a.O.; Hilger in Löwe-Rosenberg, a.a.O., § 112 Rdnr. 34).
Maßgebend bei der Bewertung sind insbesondere auch Art und Umfang des jeweils angerichteten Schadens (vgl. OLG Hamm, a.a.O.; OLG Köln, a.a.O.; OLG Frankfurt, a.a.O.; OLG Jena NStZ-RR 2009, 143; OLG Karlsruhe NStZ-RR 2006, 210; Meyer-Goßner, a.a.O.; Graf in KK, a.a.O.).
Nun erschließt sich mir leider nicht von welcher Summe man ausgehen Kann?
Ich bitte Sie da etwas Licht ins dunkle zu geben.
Ich danke Ihnen
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Strafrecht
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 2 Jahren.
ehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank ***** ***** Anfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:
Das müssen Sie an der jeweiligen Rechtsprechung festmachen
Der erforderliche Schweregrad ist noch nicht erreicht bei Anlasstaten aus dem Bereich der Eigentums- oder Vermögensdelikte, durch die Vermögensschaden in Höhe von nicht mehr als 2000 Euro verursacht worden sind.
Nach dem BGH ist ein Vermögensverlust „großen Ausmaßes“ im Sinne des § 263 Abs. 3 S. 2 Nr. 2 Alt. 1 StGB erst bei einem Wert von 50000 Euro erreicht.
Bgh 1 Str274/3
Hier gibt es zB die Entscheidung des Haneatischen Oberlandesgerichts Bremen, WS 5\ 13, das bei einem festgestellten Schaden von 20.000 Euro , nebst Tatverdacht bzgl.8000 Euro diesen Haftgrund angenommen hat.
OLG Bremen WS 316/11 abgelehnt bei 700 und 1300 Euro Schaden bzgl zweier Einzeltaten.
OLG Naumburg Ws 615/11 abgelehnt bei 500 und 2000 Euro Schaden
Ich hoffe,ich konnte Ihnen weiterhelfen. Bitte fragen Sie sehr gerne nach.Wenn ich helfen konnte freut mich eine positive Bewertung.Vielen Dank
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Vielen Dank, ***** ***** schon einmal etwas mehr Licht ins Dunkle gebracht.

Eine Frage hätte ich dazu noch. Es geht in diesem Fall um die Berücksichtigung jeder einzelnen Anlaßtat, richtig?

Also wenn jemand 50 Fälle á 500 € als Schaden anrichtet ist es anders zu betrachten als ob eine Person ein Fall mit 25.000 anrichtet, da dadurch die Rechtsordnung schwerwiegender Beeinträchtigt wird?

So zumindest würde ich die Rechtvorschrift interpretieren, weil explizit auf jede einzelne Anlaßtat verwiesen wird ?

Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender, vielen Dank ***** ***** Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworte:
Ja genau , so ist es
Wenn ich helfen konnte bitte ich um positive Bewertung
Erst dann werde ich bezahlt
Vielen Dank

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