So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Advopro.
Advopro
Advopro, Rechtsanwalt
Kategorie: Strafrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Zweites juristisches Staatsexamen Diplom Jurist
26039601
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Strafrecht hier ein
Advopro ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, heute erhielt ich durch die

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute erhielt ich durch die Staatsanwaltschaft eine Ladung zum Strafantritt, diese soll binnen 4 Wochen nach erhalt des Schreibens angetreten werden. Die Strafdauer beträgt 1 Jahr und 8 Monate. Gibt es die Möglichkeit, diesen Strafantritt noch zu umgehen? Vielen Dank.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Strafrecht
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 3 Jahren.

Advopro :

Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Hier könnten Sie es mit einem Antrag auf Haftaufschub versuchen.

Die Gründe für einen Strafaufschub ergeben sich nämlich aus den §§ 455 - 456 StPO .

Hier könnte mit § 456 Abs. 1 StPO argumentiert werden, der einen Aufschub von bis zu 4 Monaten möglich macht.

Nach dieser Vorschrift kann auf Antrag des Verurteilten die Vollstreckung aufgeschoben werden, sofern durch die sofortige Vollstreckung dem Verurteilten oder seiner Familie erhebliche, außerhalb des Strafzwecks liegende Nachteile erwachsen.

Hier müsste argumentiert werden, dass Ihnen und insbesondere Ihrer Familie erhebliche Nachteile erwachsen. Dieses ließe sich nach Ihrer Schilderung durchaus gut argumentieren.

Dieses müsste bei der entsprechenden Behörde, die den Haftantritt angeordnet hat, schriftlich eingereicht werden. Zusätzlich muss auch eine Begründung erfolgen. Hierbei sollten sie dann einige Punkte sofern möglich aufführen. Hiermit lässt sich durchaus wie bereits gesagt argumentieren. Eine gewisse Erfolgchance ist hier durchaus gegeben. Hier kommt es auch insbesondere darauf an, wie gut argumentiert wird und ob einer der gesetzlich vorgeschriebenen Gründe vorliegt.

Erfahrungsgemäß wäre es ratsam zur besseren Aufarbeitung der Argumentation, dass Sie hiermit (also mit der Antragstellung auf eine Haftaufschiebung) letztendlich einen Fachanwalt für Strafrecht vor Ort mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragen.

§ 455 StPO
(1) Die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe ist aufzuschieben, wenn der Verurteilte in Geisteskrankheit verfällt.
(2) Dasselbe gilt bei anderen Krankheiten, wenn von der Vollstreckung eine nahe Lebensgefahr für den Verurteilten zu besorgen ist.
(3) Die Strafvollstreckung kann auch dann aufgeschoben werden, wenn sich der Verurteilte in einem körperlichen Zustand befindet, bei dem eine sofortige Vollstreckung mit der Einrichtung der Strafanstalt unverträglich ist.
(4) Die Vollstreckungsbehörde kann die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe unterbrechen, wenn

1.
der Verurteilte in Geisteskrankheit verfällt,

2.
wegen einer Krankheit von der Vollstreckung eine nahe Lebensgefahr für den Verurteilten zu besorgen ist oder

3.
der Verurteilte sonst schwer erkrankt und die Krankheit in einer Vollzugsanstalt oder einem Anstaltskrankenhaus nicht erkannt oder behandelt werden kann
und zu erwarten ist, daß die Krankheit voraussichtlich für eine erhebliche Zeit fortbestehen wird. Die Vollstreckung darf nicht unterbrochen werden, wenn überwiegende Gründe, namentlich der öffentlichen Sicherheit, entgegenstehen.


§ 455a StPO
(1) Die Vollstreckungsbehörde kann die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe oder einer freiheitsentziehenden Maßregel der Besserung und Sicherung aufschieben oder ohne Einwilligung des Gefangenen unterbrechen, wenn dies aus Gründen der Vollzugsorganisation erforderlich ist und überwiegende Gründe der öffentlichen Sicherheit nicht entgegenstehen.
(2) Kann die Entscheidung der Vollstreckungsbehörde nicht rechtzeitig eingeholt werden, so kann der Anstaltsleiter die Vollstreckung unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 ohne Einwilligung des Gefangenen vorläufig unterbrechen.
§ 456 StPO
(1) Auf Antrag des Verurteilten kann die Vollstreckung aufgeschoben werden, sofern durch die sofortige Vollstreckung dem Verurteilten oder seiner Familie erhebliche, außerhalb des Strafzwecks liegende Nachteile erwachsen.
(2) Der Strafaufschub darf den Zeitraum von vier Monaten nicht übersteigen.
(3) Die Bewilligung kann an eine Sicherheitsleistung oder andere Bedingungen geknüpft werden.




Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Advopro :

Mit freundliche mGruß

Advopro :

Dr. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

JACUSTOMER-wfnynppy- :

Vielen Dank, leider ist die Antwort sehr generell gehalten, und Sie schreiben, laut meiner Schilderung ließe sich das durchaus gut argumentieren. In wiefern meinen Sie das?

Advopro : Vielen Dank für den Nachtrag.
Advopro : Ich meinte damit, dass sie die sofortige Beschwerde sofort eingelegt und auch begründet haben. Sie haben sich also sozusagen um alles rechtzeitig gekümmert
Advopro : Im Kern kommt es darauf an, ob sie persönliche Gründe haben.
Advopro : Deutsche persönlichen Gründe können einen Strafaufschub begründen.
Advopro : Insbesondere familiäre Gründe oder gesundheitliche Gründe wären hilfreich.
Advopro : Mit freundlichen Grüßen
Advopro : Dr.Newerla
Advopro : Bitte hinterlassen Sie noch eine Bewertung für mich.
Advopro : MfG
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Unser Chat ist beendet, Sie können jedoch weiterhin nachfragen, bis Sie mit meiner Antwort zufrieden sind. Kommen Sie einfach zurück auf diese Seite, um die Konversation und neue Informationen hierzu anzusehen.

Was passiert nun?

Wenn Sie meine Antwort noch nicht bewertet haben, können Sie dies nun oben durchführen. Oder Sie können mir unten antworten, wenn Sie noch nicht zufrieden sind.
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


bitte teilen Sie mir mit, was noch unklar ist bzw. wo Sie noch Rückfrage bedarf haben,dann möchte ich Ihnen gerne darauf antworten.

Ansonsten wäre es nett, wenn Sie mir kurz eine Bewertung hinterlassen könnten. Erst durch eine neutrale (Frage beantwortet) Bewertung (aufwärts) erhalte ich eine Vergütung für meine Beratung.

Bislang haben Sie mich noch nicht bezahlt, sondern lediglich eine Anzahlung geleistet. Diese wird erst durch eine entsprechende Bewertung für die Bezahlung (bitte einmal auf den entsprechenden Smiley unter meiner Antwort klicken) des Experten (hier also mich) freigegeben.


Mit freundlichem Gruß

Dr. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


bitte teilen Sie mir mit, was noch unklar ist bzw. wo Sie noch Rückfrage bedarf haben,dann möchte ich Ihnen gerne darauf antworten.

Ansonsten wäre es nett, wenn Sie mir kurz eine Bewertung hinterlassen könnten. Erst durch eine neutrale (Frage beantwortet) Bewertung (aufwärts) erhalte ich eine Vergütung für meine Beratung.

Bislang haben Sie mich noch nicht bezahlt, sondern lediglich eine Anzahlung geleistet. Diese wird erst durch eine entsprechende Bewertung für die Bezahlung (bitte einmal auf den entsprechenden Smiley unter meiner Antwort klicken) des Experten (hier also mich) freigegeben.


Mit freundlichem Gruß

Dr. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Ähnliche Fragen in der Kategorie Strafrecht