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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin
Kategorie: Strafrecht
Zufriedene Kunden: 15718
Erfahrung:  Langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Strafverteidigung
44859865
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Strafrecht hier ein
Claudia Schiessl ist jetzt online.

Hallo, mein 25-jähriger Sohn wurde am 16.11.2011 vom Amtsgericht

Kundenfrage

Hallo,
mein 25-jähriger Sohn wurde am 16.11.2011 vom Amtsgericht wg. sexueller Nötigung zu zwei Jahre Haft ohne Bewährung verurteilt. Das Schöffengericht war mit seiner ehemaligen Lehrerin besetzt, die auch seine Schwester, die als Zeugin aussagen musste, gut kannte und mit mir als Mutter in einer Schule arbeitet (sie als Lehrerin, ich als Reinigungskraft).
Mein Sohn ist sich keiner Schuld bewusst, hat aber aufgrund der massiven Vorwürfe nach Ansicht des Gerichtes ein Teilgeständnis abgelegt. Die Geschädigte war über Monate "hinter meinem Sohn her", hat ebenfalls Drogen konsumiert.
Mein Sohn musste eine in den letzten Wochen eine 2-monatige Ersatfreiheitsstrafe wg. Diebstahls absitzen.
Die Geschädigte ist zudem einen Tag nach der vorgegebenen Tat zusammen mit einem Feund mit einem gestohlenen Haustürschlüssel in die Wohnung meines Sohnes eingedrungen, was nach Ansicht des Gerichtes irrelevant war.
Welche Aussicht hat eine Berufung/Revision? Hat das Urteil mit einer befangenen Schöffin Bestand? Können die offenen Fragen nachträglich geklärt werden, z. B. um wenigstens eine Bewährungsstrafe zu erhalten?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Strafrecht
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
sehr geehrter Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte.

Sie müssen unterscheiden zwischen Berufung und Revision. Eine Revision stellt nur darauf ab welche Verfahrensfehler das Gericht erster Instanz begangen hat.

Eine Berufung rollt die ganze Sache noch einmal auf, es werden Zeugen noch einmal vernommen das werden die Tatsachen sowohl was die Tat anbelangt als auch was die Strafzumessung anbelangt erneut festgestellt.

Mit einer Berufung habe ich in 90 % aller Fälle sehr gute Erfahrungen gemacht.

Dies vor allem dann, wenn ich die Berufung auf das Strafmaß beschränkt habe und es darauf ankam ob der Mandant Bewährung bekommt oder nicht.

Bis zur Hauptverhandlung hatten die Mandanten Gelegenheit, zu zeigen dass ihre Prognose eine gute ist, indem sie zum Beispiel Arbeit gefunden haben, den Schaden wieder gut gemacht haben, negative Drogentests beigebracht haben und so gezeigt haben dass sie Clean sind.


für eine Revision gilt folgendes:

In Ihrem Fall ist der befangene Schöffe nach Paragraph 338 der Strafprozessordnung sogar ein so genannter absoluter Revisionsgrund.

Ein absoluter Revisionsgrund besagt, dass es angenommen wird dass das Urteil auf dieser Verletzung des Rechts beruht.

Eine Revision kann ich nur dann Erfolg haben wenn das Urteil auch auf der Rechtsverletzung beruht und das wird bei befangenen Schöffen sogar angenommen.

Allerdings hätte ihr Sohn diese diese Schöffin bereits in der ersten Instanz ablehnen müssen, das Gericht hätte einen Beschluss darüber fassen müssen, indem es diese Ablehnung zu Unrecht verworfen hätte.

Wurde die Befangenheit nicht bereits in der ersten Instanz geltend gemacht und ein ablehnender Beschluss darüber gefasst so besteht kein Revisionsgrund.



Ich würde ihrem Sohn raten, Berufung gegen das Urteil einzulegen, die Berufung auf das Strafmaß zu beschränken und dem Gericht mitzuteilen das Ziel der Berufung ist im nochmal Bewährung zu geben.

Das wertet das Gericht als reuiges Geständnis, so dass das Strafmaß schon allein dadurch automatisch nach unten geht.

Nicht argumentieren sollte er mit dem durch die Zeugen begangenen Hausfriedensbruch.

So etwas ist geeignet , den Richter zu verärgern, da es das Opfer zum Täter macht.

Ich selbst rate meinen Mandanten bei derartigen Äußerungen zu großen Vorsicht.


Der Sohn soll die Wochenfrist für die Berufungseinlegung nicht versäumen sonst wird das Urteil rechtskräftig und zwar auch mit der befangenen Schöffin.


Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben bei Unklarheiten fragen Sie bitte nach




Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren. Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren und angemessen zu vergüten. Beachten Sie bitte, dass eine kostenlose Rechtsberatung in der Bundesrepublik Deutschland nicht gestattet ist.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin

Wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich höflich um Akzeptierung


Vielen Dank
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch Fragen ? Sehr gerne



Wenn nicht bitte ich um Akzeptierung


Danke

Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
sehr geehrter Rat suchender,

bitte teilen sie mit was eine Akzeptierung entgegensteht. Haben Sie noch Fragen, bestehe noch Unklarheiten?

Sehr gerne antworte ich auf Ihre Nachfragen.




wenn ich Ihre Frage beantwortet haben sollte bitte ich Sie höflich um Akzeptierung


vielen Dank





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