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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Strafrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
37896974
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troesemeier ist jetzt online.

Guten Tag! Mein Arbeitgeber/ Manager verbreitet w hrend meiner

Kundenfrage

Guten Tag! Mein Arbeitgeber/ Manager verbreitet während meiner krankheitsbedingten Abwesenheit durch Unfall gegenüber meinen unterstellten Mitarbeitern latent das "Gerücht", dass ich nicht wieder in den Betrieb zurückkehren werde, was so nicht meiner Planung entspricht. Die Mitarbeiter äußern nun mir gegenüber auf recht loyale Art und Weise, dass sie durch diese Mutmassungen recht "unsicher bis demotiviert" sind, da ich bereits seit ca 10 Jahren deren Vorgesetzter bin. Diese "Gerüchte" missbilligen meine bis dato dem Betrieb gezollte Loyalität (Betriebszugehörigkeit, Erfolgsbilanz, "0"-Krankenstand etc.) und könnten ebenso meine Autorität in meiner Abteillung untergarben, was wiederrum auch negativen Einfluss auf die Erfolgsbilanz haben könnte. Was sagt hierzu die Rechtslage aus - ist hier der Tatbestand der " üblen Nachrede" gegeben - und welche Möglichkeiten habe ich, diese wohl bereits mehrfachst gestreuten "Gerüchte" zu unterbinden? Vielen Dank XXXXX XXXXX Feedback!
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Strafrecht
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Schilderung wie folgt:

Allein die Behauptung, dass Sie möglicherweise nicht wieder in die Firma zurückkehren würden, stellt leider weder eine üble Nachrede im Sinne des § 186 StGB noch eine Verleumdung im Sinne des § 187 StGB dar.

Beiden Straftatbeständen ist gemein, dass die unwahre Tatsachenbehauptung geeignet sein muss, verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen.

Hiervon dürfte derzeit nicht auszugehen sein.

Vorgegangen könnte jedoch zivilrechtlich und zwar dergestalt, dass der Betreffende aufgefordert wird, es zu unterlassen unwahre Tatsachen zu verbreiten.

Das Verhalten des Arbeitgebers könnte allerdings in Richtung Mobbing gedeutet werden.

Es könnte zunächst ratsam, erst einmal ein klärendes Gespräch zu führen. Gegebenenfalls könnte es sinnvoll sein, den Betriebs-/Personalrat hinzuziehen.


troesemeier und 3 weitere Experten für Strafrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Vielen Dank für Ihre Antwort. Inwieweit kann ich also dann hinsichtlich des "Mobbing" hier weiter vorgehen?

Vielen Dank!

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Mobbing in der Firma verlangt auch juristisch einiges Fingerspitzengefühl.

Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben hat der Arbeitgeber das allgemeine Persönlichkeitsrecht in Bezug auf Ansehen, soziale Geltung und berufliches Fortkommen zu beachten.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um in einer akuten Mobbingsituation zu intervenieren.

"Mobbing" stellt einen Eingriff in das durch Artikel 1 und Artikel 2 Absatz 2 Grundgesetz verfassungsrechtlich geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht dar. Dieses hohe Rechtsgut ist für den betrieblichen Bereich ausdrücklich in § 75 Absatz 2 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) konkretisiert worden.

§ 75 BetrVg ermöglicht es auch dem Betriebsrat, im Einzelfall gegen den Arbeitgeber vorzugehen, soweit die Diskriminierung von diesem initiiert ist. Alle aus § 75 BetrVG erwachsenden Rechte kann der Betriebsrat beim Arbeitsgericht geltend machen (§§ 23 Absatz 3, 104 BetrVg).

Für den Arbeitnehmer selbst besteht über das Beschwerderecht (§§ 84, 85 BetrVG) hinaus die Möglichkeit, gegebenenfalls klageweise gegenüber dem Schädiger seinen Anspruch auf Unterlassung nach 1004 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) oder Schadensersatz nach § 823 BGB geltend zu machen.

So sieht, wie beschrieben, die Rechtslage bei Mobbing aus. Gegebenenfalls kann es angezeigt sein, ein Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzuziehen.



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