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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin
Kategorie: Strafrecht
Zufriedene Kunden: 16768
Erfahrung:  Langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Strafverteidigung
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Strafrecht hier ein
Claudia Schiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren , ich hatte eine Firma f r

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren ,

ich hatte eine Firma für Einbauküchen .
Die Geschäfte gingen aber ab Sept. 2009 sehr schlecht und ich konnte die Beiträge zur Sozialversicherung nicht mehr zahlen .
Schon Ende 2008 sprach ich mit meinem Steuerberater über eine mögliche Insolvenz .
Der Steuerberater war aber der Meinung ich solle den Betrieb weiterführen und riet von der Insolvnz ab .
Nun haben wir aber im Mai 2010 doch Insolvenz angemeldet .

Der Schuldenberg liegt jetzt bei ca. 110.000,00 €
Davon für die Krankenkasse 5.273,00 €
Heute erhalte ich vom Amtsgericht ein Schreiben in dem ich angeklagt bin .
Schlußsatz des Schreiben ist :
Angesichts des beträchtlichen Schadens und der Dauer der Vorenthaltung , die beide für eine nicht unerhebliche kriminelle Energie sprechen , erscheint die Verhängung von Freiheitsstrafe zwingend empfohlen .

Tatasache ist : ich habe keine kriminelle Energie . Man denkt ja selbst auch es geht zwar schlecht mit dem Betrieb aber jeden Augenblick kommt jemand ins Geschäft und dann geht es weiter .

Mit welchen Konsequenzen habe ich zu rechnen ?

Ihre Antwort erwartend mit freundlichen Grüßen
meinen Namen zu nennen habe mittlerweile Angst
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Strafrecht
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Sie haben sich gegebenenfalls der Insolvenzverschleppung und der Nichtzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen strafbar gemacht.

Diese wird nach § 15 a InSo bei Vorsatzdelikten mit einer Strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, bei Fahrlässigkeit bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft.

Da Ihr Steuerberater von einer Insolvenz abgeraten hat,könnte Fahrlässigkeit in Betracht kommen, was eine deutlich niedrigere Strafe ergibt.

Sie müssen dem Gericht darlegen, dass Sie sich auf diese Aussage verlassen haben und den Steuerberater ggf. als Zeugen benennen.

Es ist richtig, dass Sie nichts mehr zahlen können. Sie können aber dem Gericht darlegen, dass der Betrieb weiter läuft und dass die reelle Chance besteht, dass die Gläubiger wenigestens einen Teil der Geldforderungen erhalten werden.


Zudem darf ich Sie beruhigen:

Freiheitsstrafe heißt ja nicht gleich Gefängnsi, sondern kann bei einer Strafe von bis zu zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

Dies ist dann der Fall, wenn Ihre Prognose günstig ist, was ja durchaus der Fall zu sein scheint.



Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen



Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht



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