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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Strafrecht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Strafrecht hier ein
troesemeier ist jetzt online.

ich brauche dringend einen Rat von Ihnen und zwar geht es in

Kundenfrage

ich brauche dringend einen Rat von Ihnen und zwar geht es in meinem Fall um einen bevorstehenden Bewährungswiederruf! Wegen Verstoss gegen Weissungen der Staatsanwaltschaft - ich wurde 2xAmphethamin pos und1x pos. auf Alkohol getestet.
Kurz zu meinem Fall: ich wurde am 1.Aug 2006 zu 3 Jahren und 6 Mon. Freiheitsstrafe wegen gewinnnbringendem Handel mit Btm verurteilt, mit der sofortigen Einweisung in eine geschlossene Entziehungsanstalt; Therapie nach § 64! Juli 09 wurde ich ausgesetzt(4 J. Fühungsaufs.) änderte soz Umfeld, kompl Neuanfang, arb. wieder als Krankenschwester! Sehe bei Wiederruf keinen Lebenssinn mehr! Besteht eine Chance (runder Tisch, gesetzl. Möglichkeiten, Eigeninitiativen u. anderes) mir einen erneuten JVA Aufenthalt zu ersparen u. ein gesellschaftl., menschenwürdiges Leben zu ermöglichen? Beruf und neuer Lebenspartner lassen mich hoffen, geben mir Kraft u. Halt, mein Leben ohne Drogen zu meistern!!! Mit 45 Jahren, ist dies meine letzte Chance
"das Ruder herumzureisen" und ein angstfreies Leben zu führen, ohne psych. und physische Demütigungen zu erleiden.

bitte um Ihren Ratschlag und "Hilfe",

herzlichen Dank im vorraus!
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Strafrecht
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Wann die Strafaussetzung zur Bewährung durch das Gericht widerrufen werden kann ist gesetzlich geregelt ( § 56 f StGB).

Nach dieser Norm widerruft das Gericht die Strafaussetzung, wenn die verurteilte Person

1.
in der Bewährungszeit einer Straftat begeht und dadurch zeigt, dass die Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt hat, (oder)
2.
gegen Weisungen gröblich oder beharrlich verstößt oder sich der Aussicht und Leitung der Bewährungshelferin oder des Bewährungshelfers beharrlich entzieht und dadurch Anlass zu der Besorgnis gibt, dass sie erneut Straftaten begehen wird, oder
3.
gegen Auflagen gröblich oder beharrlich verstößt.

Der Widerruf ist aber nur „letztes Mittel“. Weniger einschneidende Maßnahmen, nämlich die Verschärfung der Bewährungsanordnungen und die Verlängerung der Bewährungszeit dürfen nicht genügen.

Bei einer Verlängerung der Bewährungszeit ist zu beachten, dass die Bewährungszeit nicht um mehr als die Hälfte der zunächst bestimmten Bewährungszeit verlängert werden kann.

Wie Sie anhand dieser grundsätzlichen Erwägungen zur Rechtslage entnehmen können, ist ein Bewährungswiderruf das ultima ratio, d.h. kommt unter Abwägung aller Umstände nur als letztes Mittel in Betracht.

Ihre Sachverhaltsschilderung läßt den Rückschluss zu, dass ein Widerruf vermieden werden kann, insbesonder wenn eine positive Sozialprognose gestellt werden kann.

Sie sollten sich jedoch unbedingt anwaltlicher Hilfe bedienen, damit alle Möglichkeiten der Rechtsverteidung ausgelotet und vorgetragen werden können.

Insbesondere ist dem Argument einer hartnäckigen Zuwiderhandlung zu begegnen. Offenheit über die Umstände, die zum Rückfall geführt haben, wären umfassend darzulegen. Sinnvoll könnte in diesem Zusammenhang eine psychologische/psychiatrische Stellungnahme/Attest sein, welches belegt, dass nunmehr eine Festung der Persönlichkeit festzustellen ist und das ein neuerlicher Rückfall ausgeschlossen ist.

Über einen Bewährungswiderruf entscheidet das Gericht in der Regel ohne mündliche Verhandlung durch Beschluss. Dem Verurteilten muss aber grundsätzlich Gelegenheit gegeben werden, sich zu äußern. Dem Verurteilten soll Gelegenheit zur mündlichen Anhörung gegeben werden, wenn über einen Widerruf wegen des Verstoßes gegen Auflagen oder Weisungen zu entscheiden ist. Einen Widerruf der „automatisch eintritt“ gibt es nicht.

Der Widerruf der Strafaussetzung zur Bewährung kann mit der „sofortigen Beschwerde“ angefochten werden.



Ich hoffe ich konnte Ihnen die Rechtslage verständlich darlegen und Ihnen eine angemessene rechtliche Orientierung geben. Falls Sie Nachfragen haben, können Sie diese gern stellen.

Abschließend darf ich Sie um Akzeptanz meiner Antwort entsprechend den AGB´s des Seitenbetreibers bitten. Eine kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nicht zulässig.


Mit freundlichen Grüßen







Verändert von troesemeier am 30.01.2011 um 10:26 Uhr EST
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Haben Sie noch eine Nachfrage ?
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

bislang haben Sie meine Antwort noch nicht akzeptiert. Ich darf Sie bitten, dies noch nachzuholen, denn erst durch die Akzeptanz wird Ihre Zahlung verbucht und Sie bezahlen mich für meine Rechtsberatung.

Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.

Eine kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nicht zulässig und auch von dieser Plattform nicht beabsichtigt.

Wenn Sie also keine weiteren Nachfragen haben, schließen Sie Ihre Frage hier durch Akzeptanz meiner Antwort. Vielen Dank!

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.

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