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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Strafrecht
Zufriedene Kunden: 26744
Erfahrung:  jahrelange Tätigigkeit als Strafverteidiger
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin Selbstst ndigt und

Beantwortete Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Selbstständigt und habe einen RA die Vollmacht in zwei verschiedenen beruflichen Streitigkeiten erteilt.
Er hat jeweils ein Schreiben an die Gegenseite verfasst und die machen jetzt richtig Druck.
Nun will er erst weiter machen, wenn ich für die beiden Angelegenheiten 4.000.- €
überweise als Kostenrechnungen.
Kann ich ihm beide Mandatschaften kündigen, ich habe zu so einem RA kein Vertrauen
mehr, weil ich glaube es geht ihn nur ums Geld und nicht um eine Lösung.

Mit freundlichen Grüßen
N.Mäffert
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Strafrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Das Mandat können Sie Ihrem Anwalt jeder Zeit kündigen. Sie sind weder an einen besonderen Grund, noch an eine besondere Frist gebunden. Hier ergibt sich kein Problem. Da das Verhältnis zwischen Anwalt und Mandant sehr stark geprägt ist von Vertrauen, ist Ihre Entscheidung verständlich.

Aber: Die Anwaltsgebühren:

Nach § 9 RVG hat der Anwalt das Recht bei seinem Mandanten einen Vorschuss für Gebühren und Auslagen zu fordern. Der Vorschuss kann sich auf bereits entstandene, aber auch noch voraussichtlich entstehende Auslagen erstrecken.

Also rechtlich war Ihr Anwalt durchaus berechtigt, Ihnen eine Vorschussrechnung zu übermitteln. Soweit Ihr Anwalt bereits ein Schreiben an den Gegner verfasst hat, so ist eine Geschäftsgebühr für den Anwalt grundsätzlich angefallen. Am grundsätzlichen Anfall der Gebühren ändert auch eine vom Mandanten ausgesprochene Kündigung nichts. Das bedeutet, Sie müssen auch nach einer Kündigung die Anwaltsrechnungen grundsätzlich begleichen.

Auf die voraussichtlich entstehenden Kosten müsste Sie Ihr Anwalt jedoch nach § 49 V BRAO hingewiesen haben. § 49 V BRAO verpflichtet den Anwalt seinen Mandanten zu Beginn des Mandates darauf hinzuweisen, dass sich die Höhe der Anwaltsgebühren nach dem Streitwert richten.

Dies hört sich zunächst sehr unbestimmt und recht harmlos an, aber der Gesetzgeber hat diese Norm extra geschaffen um den Anwalt zu zwingen, mit seinem Mandanten über seine Gebühren zu reden. Denn wenn der Anwalt diesen relativ pauschalen Hinweis des § 49 V BRAO bringt, so ist die erste Reaktion des Mandanten zu fragen, was kostet mich denn das Ganze.

Aus Ihren Schilderungen entnehme ich, dass dieser Hinweis hier unterblieben ist.

Die Rechtsprechung hat in diesem Zusammenhang entschieden, dass sich der Anwalt bei Unterlassen des Hinsweises nach § 49 b V BRAO schadensersatzpflichtig macht, wenn der Mandant, wäre der Hinweis erteilt worden anders als mit der Mandatserteilung reagiert hat. Also von einer Beauftragung abgesehen hätte, oder ähnliches.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt






Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr RA Schiessl,

wie muss die schriftliche Kündigung verfasst werden und kann
ich die faxen, oder per E-Mail schicken.

MfG, N.Mäffert
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Kündigung ist an keine besondere Form gebunden. Sie können die Kündigung auch mündlich erklären.

Aus Gründen der Beweisbarkeit sollten Sie jedoch schriftlich kündigen und darauf achten, dass der Zugang der Kündigung auch nachgewiesen werden kann (Also Fax oder Einschreiben).

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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