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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 4491
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Unterhaltszahlungen für Studium steuerlich absetzen

Kundenfrage

Hallo, folgende Situation: Ich bin 38 Jahre und Studentin. Das Studium ist daher keine Erstausbildung sondern eine Neuausrichtung. Ich bin derzeit in der Examensphase, habe keinen Nebenjob mehr und daher momentan kein Einkommen, da ich ja als Studentin auch keinen Anspruch auf Sozialleistungen habe. Meine Eltern (Rentner), die mich hier und da unterstützen während der Examensphase, überlegen nun, ob sie Unterhaltszahlungen für mich steuerlich absetzen können. Ich wüsste daher gerne, ob ich mit der oben geschilderten Ausgangslage die Voraussetzungen dafür erfülle, dass mein Vater Unterhaltszahlungen steuerlich absetzt. Ich bezweifele das nämlich, weil 1. Alter 2. keine Erstausbildung 3. Studium hat länger gedauert, da ich zur Studienfinanzierung nebenher viel jobben musste. Es wäre schön, wenn jemand das für mich abklären könnte, damit ich meinem Vater rückmelden kann, ob er das wirklich absetzen kann! Danke!

Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Steuern
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrte Fragestellerin,Für Ihre Eltern kommt die Regelung gem. § 33 a EStG in Betracht, wonach Unterhaltskosten von Eltern an ihre Kinder für die Berufsausbildung bis zu einem monatlichen Höchstbetrag von 721,00 € abzugsfähig sind. Dabei vermindert sich dieser monatliche Höchstbetrag um eigene Einnahmen, die Sie in dem jeweiligen Unterstützungsmonat - abzüglich 52 € - beziehen. Demzufolge sind Unterhaltszahlungen insoweit abzugsfähig, als Ihre eigene Einkünfte unter 773,00 € liegen. Ich habe die Jahresbeträge auf Monatsbeträge umgerechnet, weil es um die jeweiligen Voraussetzungen in den einzelnen Monaten ankommt.Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantworten konnte. Für Ihre Bewertung meiner Antwort wäre ich dankbar.Mit freundlichen GrüßenProf. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Und es ist wirklich kein Ausschlusskriterium, dass es sich NICHT um eine Erstausbildung handelt?

Denn umgekehrt heisst es ja ein Kind hat Anspruch, wenn es sich um eine Erstausbildung handelt, im Zweifel einklagbar, aber bei einer weiteren Ausbildung besteht seitens der Eltern keine Unterhaltsverpflichtung.

Wenn meine Eltern mich also unterstützen möchten, ist das doch ihre private Entscheidung, zu der sie aber doch rechtlich nicht gezwungen sind. Daher finde ich es komisch, dass man etwas absetzen kann, was eigentlich eine quasi freiwillige Leistung ist.

Danke ***** ***** für Klärung.

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrte Fragestellerin,Ihr Grundgedanke ***** ***** richtig! Es handelt sich in der Tat um freiwillige Entscheidung über Maßnahmen, die im privaten - steuerlich "neutralen" - Bereich liegen. Die Unterhaltszahlungen sind prinzipiell sog. Kosten der privaten Lebensführung, die nicht absetzbar sind.Nun hat der Gesetzgeber in diesem Rahmen zwei Gruppen von Fällen eine besondere steuerliche Berücksichtigung eingeräumt:1. Die Kosten für die private Altersversorgung,2. - und dies betrifft Ihre Situation: außergewöhnliche Belastungen. Diese umfassen private Aufwendungen, denen man sich aus rechtlichen, sittlichen oder tatsächlichen Gründen nicht entziehen kann, die also zwangsläufig sind. Dazu gehören die Unterhaltskosten von Eltern für die Kinder und auch umgekehrt, wenn die zu unterhaltende Person sich in einer entsprechenden Situation befindet, in der der Zuwendende zu helfen verpflichtet ist. Daher auch die Höchstbeträge und die Beschränkungen. Steuerlich ist nicht die gesetzliche Unterhaltspflicht nach BGB maßgebend.-Ich hoffe, dass ich mit diesen Ausführungen Ihre Zweifel an der Regelung beseitigen konnte.Mit freundlichen GrüßenProf. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrte Fragestellerin,haben Sie noch Rückfragen zu meiner ergänzenden Beantwortung? Ansonsten bitte ich um Ihre Bewertung, damit die hinterlegte Vergütung an mich weitergeleitet werden kann.Mit freundlichen GrüßenProf. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrte Fragestellerin,haben Sie noch Rückfragen zu meiner ergänzenden Beantwortung? Ansonsten bitte ich um Ihre Bewertung, damit die hinterlegte Vergütung an mich weitergeleitet werden kann.Mit freundlichen GrüßenProf. Nettelmann