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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 4644
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Hallo, ich denke, hier bin ich am besten mit meiner Frage. Kurz

Kundenfrage

Hallo,
ich denke, hier bin ich am besten mit meiner Frage.
Kurz die Situation:
Ich bin Angesteller in einem Büro und habe nebenberuflich mit zwei Freunden eine GbR gegründet, welche sich auf Musikproduktion und Event Management spezialisiert hat.
Nun möchte ich noch nebenberuflich selbst eine Firma gründen, welche zwei Standbeine aufbauen soll:
- "Office-Service", was bedeutet: Arbeitsabläufe optimieren, Botengänge / Kurierdienste, Wachdienste, etc.
- "Private-Service", was bedeutet: Private Hilfestellungen wie House Keeping, Hilfe für Senioren und Hilfsbedürftige, generell Hilfe in allen Lebenslagen, solange man keine explizierte Qualifikation dafür benötigt natürlich.
Wie deklariere ich das am Besten beim Gewerbeamt? Neben der GbR brauche ich dafür ja eine weitere Steuernummer, das ist mir klar. Kann ich einfach in einem seperaten Gewerbeanmeldungs-Verfahrung diese Firma anmelden mit den Tätigkeitsbereichen "Office-Service" und "Private Service"?
Was muss ich hierbei beachten?
Vielen Dank ***** *****!
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Frage teile ich auf Grund des Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung mit:

Sie zeigen beim Gewerbeamt Ihre Tätigkeit "Private Serviceleistungen" an und melden die Tätigkeit bei Ihrem zuständigen Finanzamt mit amtlichen Vordruck, das Sie bei dem Finanzamt anfordern können, an. Sofern Sie Einnahmen unter 17 500 €/Jahr erwarten, können Sie von der Kleinunternehmerregelung umsatzsteuerlich Gebrauch machen, Sie schulden kann keine Umsatzsteuer für Ihre Leistungen, dürfen allerdings auch keine Rechnung mit Steuerausweis ausstellen.

Sie erhalten dann eine Steuernummer, wenn Sie einkommensteuerlich noch nicht beim Finanzamt erfasst sein sollten.

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantwortet habe, und bitte um eine abschließende Bewertung, damit die ausgelobte Vergütung für mich freigegeben werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Sehr geehrter Herr Professor Nettelmann,

danke für die schnelle Antwort.

Sofern ich von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch mache heißt das auch für, dass sämtliche Anschaffungen nicht steuerlich absetzbar sind?

Sofern meine Einnahmen nicht 17.500 € im Jahr überschreiten kann ich nachwirkend auch noch Umsatzsteueraufhebung beantragen? Sind in dem Fall trotzdem erst einmal Umsatzsteuer oder Mwst. zu berechnen und abzuführen?

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen, können Sie keine Vorsteuer im Rahmen der Umsatzsteuer abziehen. Ich gehe aber davon aus, dass das Inrechnungstellen von Umsatzsteuer bei Privatpersonen für Sie ungünstig ist (Sie sind um diese 19 % UST in den Preise ungünstiger als Kleinunternehmer!) Im übrigen dürfte sich die eventuellen Vorsteuerbeträge für Ihre Tätigkeit in einem sehr geringem Umfang halten.

Im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung für die Einkommensteuer (Einnahmen abzüglich damit zusammenhängende Ausgaben) sind natürlich berufsbedingte Ausgaben absetzbar.

Rückwirkend können Sie noch zur Umsatzsteuer optieren, können dann aber nachträglich den Kunden praktisch keine Umsatzsteuer mehr für die rückliegende Zeit berechnen. Wenn Sie allerdings Umsatzsteuer berechnen, können Sie rückwirkend nicht mehr zur Kleinunternehmerregelung übergehen, weil die Entscheidung 5 Jahre bindet.

Ich hoffe, damit Ihre ergänzenden Frage beantwortet zu haben. Für eine abschließende Bewertung meiner Ausführungen danke ***** ***** voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Super.

Zwei abschließende Fragen hätte ich noch:

- Ich gehe aber davon aus, dass das Inrechnungstellen von Umsatzsteuer bei Privatpersonen für Sie ungünstig ist (Sie sind um diese 19 % UST in den Preise ungünstiger als Kleinunternehmer!)

Bei Privatpersonen ist das klar. Ist diese genauso ungünstig, wenn ich Geschäftskunden eine Rechnung stelle für das erste geplante Standbein?

- Wenn ich mich zur Kleinunternehmerregelung entschließe, bin ich eben diese 5 Jahre daran gebunden. Sollten die Einnahmen mehr als 17.500 € betragen in einem dieser Jahre, habe ich dann außer der Steuerforderungen noch etwas zu befürchten?

Vielen Dank,

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

entweder Sie optieren zur Umsatzsteuerpflicht oder Sie wenden die Kleinunternehmerregelung an. Sie müssen je nachdem immer in Rechnung stellen oder bei der Kleinunternehmerregelung niemals.

Maßgebend sind immer die Umsätze des Vorjahres. Überschreiten diese den Betrag von 17500 €, entfällt im Folgejahr die Kleinunternehmerregelung. Für das Erstjahr gilt die Schätzung des Umsatzes!

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ich warte noch auf Ihre Bewertung meiner Antworten, damit die ausgelobte Vergütung für meine Leistung freigegeben werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann