So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Prof.Nettelmann.
Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 4629
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Steuern hier ein
Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Guten Tag werte Steuerberater und Steuerberaterinnen, ich

Kundenfrage

Guten Tag werte Steuerberater und Steuerberaterinnen,
ich habe eine besondere Frage zum Thema Übertragung der Kinderfreibeträge und Behindertenfreibeträge. Mein Partner betreut seine schwer behinderte Tochter zu gleichen teilen mit deren Mutter. Jeder kommt entsprechend zu 50% für die Betreuung auf. Da die Mutter jedoch nicht leistungsfähig ist, muss mein Partner den Barunterhalt zu 100% allein bestreiten. Gilt dieser Umstand als Befugniss für den Vater die halben Behinderten- und Kinderfreibeträge der Mutter nach Paragraph 32 EStG auf sich zu übertragen? Vielen Dank ***** ***** hilfreiche Antwort
Frau Liebsch aus Berlin
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrteFragestellerin,

zu Ihrer Frage bedarf ergänzender Angaben:

1. Leben die Eltern in einer ehelichen Lebensgemeinschaft oder sind sie geschieden?
2. bei welchem Elternteil lebt das Kind, wenn die Eltern nicht zusammenleben?
3. Lebt das Kind außerhalb des Elternhauses?
3. Wer erhält das Kindergeld?

Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
1. Die Eltern waren nie verheiratet - leben seit der Trennung getrennt voneinander
2. Das Kind lebt zu gleichen Teilen bei Mutter und Vater - die Betreuung erfolgt im Wechselmodell, das bedeutet, jeder betreut zu gleichen Teilen 50/50
3. Das Kind lebt also bei Mutter in Woche 1, beim Vater in Woche 2, usw
4. Das Kindergeld erhält die Mutter, wird aber hälftig geteilt
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

1. bei wem ist das Kind gemeldet?
2. übt die Kindesmutter eine Erwerbstätigkeit aus?
3. Wäre sie mit der Übertragung des Kindesfreibetrages - sofern dies günstiger als das Kindergeld ist - und des Freibetrages für die Schwerbehinderung einverstanden?

Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
das Kind ist bei der Mutter gemeldet - selbige ist Erwerbstätig, erfüllt jedoch nur zu 50% ihre Unterhaltspflicht, da sie, wie erwähnt nicht leistungsfähig ist. Sie wird sich nicht einverstanden erklären mit der "Herausgabe" ihres halben Kinderfreibetrages. Warum spielt das eine Rolle. Ich interpretiere Paragraph 32 EStG anders.
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die ergänzenden Angaben zu dem Sachverhalt.
Ich teile nunmehr hierzu mit:

1. Bezüglich des Kinderfreibetrages ist zunächst zu prüfen, ob der Kinderfreibetrag günstiger ist als das Kindergeld (sog. Günstigerprüfung). Ist das Kindergeld günstiger, so kommt ein Kinderfreibetrag bei der Einkommensteuer/Lohnsteuer nicht in Betracht. Er wird sich dann nur bei der Berechnung des Solidaritätszuschlages aus.

Dabei ist weiterhin zu beachten, dass Unterhaltsleistung auch in der Pflege und Erziehung des Kindes besteht. In diesem Fall ist also zu prüfen, ob die Mutter mit der hälftigen Pflege und Erziehung des Kindes noch im wesentlichen ihrer Unterhaltsverpflichtung nachgekommen ist.

Hierzu regeln die Verwaltungsanweisungen zu § 32 ESTG in R 32.13:

"Ein Elternteil kommt seiner Barunterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind im Wesentlichen nach, wenn er sie mindestens zu 75 % erfüllt. Der Elternteil, in dessen Obhut das Kind sich befindet, erfüllt seine Unterhaltsverpflichtung in der Regel durch die Pflege und Erziehung des Kindes ( § 1606 Abs. 3 BGB ).

Verfahren

(4)

Wird die Übertragung des dem anderen Elternteil zustehenden Kinderfreibetrags beantragt, weil dieser seiner Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind für das Kalenderjahr nicht im Wesentlichen nachgekommen ist oder mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist, muss der Antragsteller die Voraussetzungen dafür darlegen;

2. Bezüglich des Freibetrages für die Körperbehinderung ist die Übertragung auf Grund Ihrer Angabe nicht möglich, wenn die Kindesmutter nicht zustimmt,denn hierzu schreibt § 33 b Abs. 5 EStG vor, dass eine andere als 50 %ige Aufteilung nur auf gemeinsamen Antrag der Eltern erfolgen kann.

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantworten konnte. Für eine abschließende Bewertung meiner Ausführungen wäre ich dankbar, damit die ausgelobte Vergütung freigegeben werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

haben Sie noch Rückfragen zu meinen Ausführungen? Ansonsten bitte ich um Ihre Bewertung meiner Antworten, damit die ausgelobte Vergütung für mich freigegeben werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich warte noch auf Ihre Bewertung bzw. auf Rückfragen zu meiner Beantwortung.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Guten Tag Herr Nettelmann, bisher fühle ich mich nciht besonders gut beraten. Ich hatte nun mehrfach die Situation ausführlich geschildert und erhalte von Ihnen erneut "In diesem Fall ist also zu prüfen, ob die Mutter mit der hälftigen Pflege und Erziehung des Kindes noch im wesentlichen ihrer Unterhaltsverpflichtung nachgekommen ist". Kommentiert wird das von Ihnen jedoch nicht, obgleich die Mutter ganz offensichtlich nicht ihrer Unterhaltspflich zu 75% nachkommt. Zudem besagt der bvkm (Behindertenverein) in seinem Steuermerkblatt, dass der Behidnertenpauschbetrag genauso wie der Kinderfreibetrag zu übertragen sind, wenn einer der Eltern nicht seiner Unterhaltspflicht im Wesentlichen nachkommen kann. http://www.bvkm.de/fileadmin/web_data/Steuermerkblatt_2013_2014.pdf

Auch kann sich der entsprechende Elternteil dem Gesetz nach nicht gegen eine Übertragung des Freibetrages wehren, wenn er, wie bereits erkannt, seiner Barunterhaltsverpflichtung nicht zu 75% nachkommen kann.

Aus meiner Sicht ist das in hiesigem Beispiel ganz klar der Fall. Stellung dazu haben Sie jedoch bisher nicht dazu.

Zu Beweispflicht: Es lässt sich ja, durch eine Vereinbarung zwischen Mutter und Vater und regelmäßige Überweisungen an die Mutter, relativ einfach beweisen, dass der Vater den vollen Barunterhalt für das Kind bereitstellt und die Mutter im Umkehrschluss keinen Barunterhalt für das Kind leistet.

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn der Kindesvater seiner Unterhaltspflicht zu mindestens 75 % und damit im Wesentlichen nachkommt und dies durch die Überweisungen des Barunterhalts an die Kindesmutter nachweisbar ist, steht der Übertragung der Freibeträge auf ihn nichts im Wege.

Dies entspricht auch meinen Ausführungen. Die Zustimmung zu einer Übertragung des Behindertenfreibetrages der Kindesmutter wäre eben nur erforderlich, wenn die Übertragung des Kinderfreibetrages auf den Kindesvater nicht erfolgen würde.

Ich hoffe, dass diese Klarstellung hilfreich ist, den Antrag auf Übertragung unter Darlegung der Erfüllung der Unterhaltspflicht im Wesentlichen zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn ich auf Grund der klarstellenden Ausführungen Ihre Frage zufriedenstellend beantworten konnte, bitte ich um eine abschließende Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

es ist bedauerlich, dass Sie bislang keine Bewertung abgegeben haben, wenn ich Ihre Fragen beantwortet haben und Sie keine Rückfragen mehr haben, denn ohne Ihre Bewertung wird die von Ihnen ausgelobte Vergütung von justanswer nicht freigegeben

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann