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OliverBurchardt
OliverBurchardt, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 212
Erfahrung:  Wirtschaftsprüfer Certified Public Accountant Chartered Financial Analyst
61857661
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OliverBurchardt ist jetzt online.

Ich habe einen Steuerbescheid erhalten für 2013 mit der Aufforderung

Kundenfrage

Ich habe einen Steuerbescheid erhalten für 2013 mit der Aufforderung zur Nachzahlung von knapp €1.077,- Umsatzsteuer.
Dies basiert auf der Bemessungsgrundlage i.H.v. € 11.261,- zu 19%.
In der Erläuterung steht:
Da Sie aus der Tätigkeit "x" (Gewerbe für Handel mit Textilien) Umsatzsteuer vereinnahmt haben, ist die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung für die anderen Tätigkeiten (Freiberuflich als Designer sowie weiteres Gewerbe mit einer Handelsvertretung) nicht mehr zulässig.
Desweiteren wäre ein Vorsteuerabzug bei Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung nicht möglich. Bitte beachten Sie, dass in der Umsatzsteuererklärung alle Tätigkeiten erfasst werden müssen! Es erfolgte eine Umsatzsteuerfestsetzung, der der der Gesamtumsatz zugrundegelegt wurde.
Im Jahre 2011 steht in meinem Einkommensteuerbescheid bei Einkünften aus Gewerbebetrieb ein Verlust von € -2.174,-
Ich hatte keine Einnahmen, also keine Umsätze, sondern nur Betriebsausgaben, die so auch anerkannt wurden. Da hatte ich auch nur ein Gewerbe (die Handelsvertretung als Einzelunternehmer) angemeldet.
Im Jahre 2012 steht in meinem Einkommensteuerbescheid bei Einkünften aus dem Gewerbebetrieb als Handelsvertreter € 2.968,- (Einzelunternehmer) sowie als freiberuflicher Designer € 7.811,-
Umsatzsteuer hatte ich in diesen Jahren in Rechnungen nicht ausgewiesen, weil ich die Kleinunternehmer-Regelung gewählt hatte. 2012 übte ich eine Tätigkeit aus, für die 2013 ein Zahlungseingang i.H.v Ich habe einen Steuerbescheid erhalten für 2013 mit der Aufforderung zur Nachzahlung von knapp €1.077,- Umsatzsteuer.
Dies basiert auf der Bemessungsgrundlage i.H.v. € 11.261,- zu 19%.
In der Erläuterung steht:
Da Sie aus der Tätigkeit "x" (Gewerbe für Handel mit Textilien) Umsatzsteuer vereinnahmt haben, ist die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung für die anderen Tätigkeiten (Freiberuflich als Designer sowie weiteres Gewerbe mit einer Handelsvertretung) nicht mehr zulässig.
Desweiteren wäre ein Vorsteuerabzug bei Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung nicht möglich. Bitte beachten Sie, dass in der Umsatzsteuererklärung alle Tätigkeiten erfasst werden müssen! Es erfolgte eine Umsatzsteuerfestsetzung, der der der Gesamtumsatz zugrundegelegt wurde.
Im Jahre 2011 steht in meinem Einkommensteuerbescheid bei Einkünften aus Gewerbebetrieb ein Verlust von € -2.174,-
Ich hatte keine Einnahmen, also keine Umsätze, sondern nur Betriebsausgaben, die so auch anerkannt wurden. Da hatte ich auch nur ein Gewerbe (die Handelsvertretung als Einzelunternehmer) angemeldet.
Im Jahre 2012 steht in meinem Einkommensteuerbescheid bei Einkünften aus dem Gewerbebetrieb als Handelsvertreter € 2.968,- (Einzelunternehmer) sowie als freiberuflicher Designer € 7.811,-
Umsatzsteuer hatte ich in diesen Jahren in Rechnungen nicht ausgewiesen, weil ich die Kleinunternehmer-Regelung gewählt hatte. 2012 übte ich eine Tätigkeit aus, für die Anfang 2013 ein Zahlungseingang i.H.v. € 8.670,- auf mein Konto erfolgte. Selbstverständlich hatte ich in der Steuererklärung für 2013 dazu angegeben "Zahlungseingang für Tätigkeit als Kleinunternehmer in 2012" und dies als "Steuerfreie Umsätze ohne Vorsteuerabzug" in der Erklärung deklariert - so in der Software Steuersparerkläung möglich, die ich für die Steuererklärung verwende.
Am 26.06.2013 erhielt ich ein Schreiben vom Finanzamt, in dem ich auf die Umsatzsteuerpflicht hingewiesen wurde mit folgendem Text:
Sie haben bisher die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen. Ab dem Kalenderjahr 2013 gilt die Regelbesteuerung, weil der tatsächliche Umsatz des vorausgegangenen Jahres (€ 30.468,-) die Grenze von € 17.500,- überschritten hat. § 19 Abs. 1 UStG
Bitte reichen Sie ab dem Kalenderjahr 2013 eine Umsatzsteuerjahreserklärung ein. Des weiteren bitte ich Sie zukünftig die Umsatzsteuer in Rechnungen offen auszuweisen.
Laut Ergebnis meiner Steuersoftware soll ich Umsatzsteuerrückerstattungen für das Gewerbe als Handelsvertreter i.H.v. € 609,- und für die freiberufliche Tätigkeit als Designer € 58,- sowie für das Gewerbe für Handel mit Textilien € 260,- zurückerstattet bekommen, wobei ich bei letzterem laut Software einen Verlust von € 1.627,- laut Software und bei der freiberuflichen Tätigkeit einen Gewinn i.H.v. € 3.190,- sowie bei der Handelsvertretung einen Gewinn von € 707,- aus der Software ermittelt habe.
Bei der Handelsvertretung stehen die o.g. Einnahmen i.H.v. € 8.670,- (wegen der Tätigkeit und Rechnung aus 2012) Betriebsausgaben i.H.v. 7.963,- gegenüber.
Weshalb soll ich nun statt der erwarteten Rückzahlung vom Finanzamt plötzlich Umsatzsteuern zahlen, wenn die Software doch eindeutig dieses Ergebnis liefert und ich die o.g. Einnahmen i.H.v. € 8.670,- ohne Ausweisung von Umsatzsteuer (weil die Tätigkeit und damit auch Rechnungstellung 2012 erfolgte) deklariert habe? zumal das Finanzamt doch erst am 26.06.2013 den Brief verfasst hat und ich die angeblichen € 30.468,- Umsatz in 2012 gar nicht hatte
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank ***** ***** Anfrage, die ich gerne im Rahmen einer Erstberatung beantworte.
Der Knackpunkt in Ihrem Fall ist nach Ihrer Schilderung der Umstand, dass das Finanzamt davon ausgeht, dass Sie im Jahr 2012 Einnahmen erzielt haben, die über der Grenze von 17.500 € liegen.
Da die Umsatzsteuer alle Ihre unternehmerischen Tätigkeiten erfasst, wären Sie damit für alle Tätigkeiten umsatzsteuerpflichtig. Aus Sicht des Finanzamtes ist die Beurteilung folgerichtig und auch im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften.
Wenn die unterstellten Einnahmen in 2012 nicht erfolgt sind, sollten Sie Einspruch gegen den Umsatzsteuerbescheid einlegen und darauf hinweisen, dass Sie die Grenze von 17.500 €, die zur Kleinunternehmenregelung berechtigt, nicht überschritten haben.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Burchardt,

vielen Dank für Ihre Stellungnahme und die Details.

Frage:

1. Ist es denn nicht so, dass man als Kleinunternehmer unterschiedliche Maximalbeträge im 1. und 2. Geschäftsjahr überschreiten muss und dieses Limit im 2. Jahr sogar höher liegt als € 17.500,- ?

2. Sprechen Sie von Einnahmen = Umsätzen?

3. Was ist mit dem Sachverhalt, dass ich 2012 keine Umsatzsteuer auszuweisen hatte und deshalb in meiner Steuererklärung die o.g. Einnahmen i.H.v. € 8.670,- (wegen der Tätigkeit und Rechnung aus 2012) als Einnahmen ohne Umsatzsteuer deklariert habe? Es war ja nur der Geldeingang auf meinem Konto, der 2013 erfolgte.

Vielen Dank ***** *****ür Ihre Antwort

Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 3 Jahren.
1. Nach § 19 gibt es 2 Grenzwerte: 17.500 € für das letzte Jahr (Ist-Wert) und 50.000 € für das laufende Jahr (Schätzwert). Da Sie im letzten Jahr nach Sicht der Finanzverwaltung deutlich über den 17.500 € gelegen haben, geht man dort davon aus, dass "voraussichtlich" im laufenden Jahr die Überschreitung eintritt.
2 + 3. Einnahmen sind ungleich der Umsätze im Sinne des Umsatzsteuergesetzes. Das ist für den Laien verwirrend, liegt aber daran, dass das UStG der Soll-Versteuerung folgt. Nach der Soll-Versteuerung ist nicht der Zahlungseingang entscheidend (wie im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung für Ihre Einkommensteuererklärung), sondern der Zeitpunkt, an dem die Leistung erbracht worden ist. Umsatzsteuerlich sind daher die 8.670 €, die Sie in 2013 erhalten haben, dem Jahr 2012 zuzuordnen.
Allerdings können Sie beim Finanzamt den Antrag stellen, auch die Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten zu berechnen, so dass Sie erst dann die Umsatzsteuer schulden, wenn Sie das Geld wirklich erhalten.
Leider ist das nicht rückwirkend möglich.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Vielen Dank ***** ***** zur Sicherheit:

wie kann ich einsehen, ob bei mir die Ist- oder die Soll-Versteuern angewendet wird? Ich meine mich erinnern zu können, dass ich die Ist-Versteuerung gewählt hatte.

Und wo in der Steuerklärung von 2012 sehe ich denn die Einnahmen? Das Finanzamt behauptet ja, dass diese über € 17.500,- lagen, was aber überhaupt nicht stimmt.

Ich habe im Bescheid von 2012 die Angaben zur Berechnung des zu versteuernden Einkommens entdeckt und dort steht:

€ 2.968 Einkünfte aus Gewerbebetrieb sowie € 7.811 Einkünfte aus selbständiger Arbeit (freiberufliche Tätigkeit).

Wie kommt das Finanzamt zur Aussage, dass ich 2012 angeblich € 30.468,- Umsatz getätigt habe?

Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 3 Jahren.
Hallo,
leider habe ich Ihre Rückfrage erst heute gesehen.
In der Einkommensteuererklärung sehen Sie Ihre Umsätze in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, in der Umsatzsteuererklärung in den Zeilen 33 - 57. Allerdings können Sie nicht nur auf Ihre Erklärung Rückgriff nehmen, da das Finanzamt ja einen anderen Wert behauptet.
Können Sie den Umsatzsteuerbescheid als Anlage hochladen. Das würde mir die Beantwortung der Fragen erleichtern-