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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 938
Erfahrung:  Fachanwaltslehrgang Steuerrecht
25551084
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K. Severin ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe eine etwas verzwickte

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe eine etwas verzwickte Situation. Es hat einmal vor Jahren (ca 8 Jahren) eine Firma auf meinen Namen gegeben, für diese Firma wurde erst nach unendlicher Mahnphase und einer Schätzung ein Steuerberater mit der Erstellung der Unterlagen beauftragt. Als ich die Ergebnisse sah, war klar, daß ich das so nicht abgeben konnte, weil alles falsch und unvollständig war. Fast parallel dazu wanderte ich ins Ausland aus, nahm die Unterlagen mit, damit ich mich dort darum kümmern konnte. Dort verschimmelten sie wortwörtlich innerhalb von 4 Wochen bis zur unkenntlichkeit in einem Keller - sie sind nicht mehr vorhanden. Der damalige Schätzbetrag belief sich unter 20.000€, die ich damals nicht besaß, ergo ist auch dieser noch offen. Ich würde nun gerne diese Sache in Ordnung bringen - ich habe zwar immer noch nicht soviel Geld, aber in etwas die Hälfte gespart. Wenn ich nun wieder nach Deutschland via Flug einreisen würde, müsste ich mit einer evtl. in Haft nahme rechnen? ich weiss nämlich nicht im geringsten, wie es weiter gegangen ist. Und wäre es möglich einen Vergleich zu schließen? Ich wäre nämlich wirklich glücklich, wenn diese unschöne Sache bereinigt werden könnte.
Ich hoffe Sie können mit wertvolle Informationen geben.
Ich bedanke ***** ***** voraus
Grüße

Sehr geehrter Kunde, vielen Dank für ihre Frage.

 

Diese beantworte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben gerne wie folgt:

 

Wenn die Steuern für die Firma durch das Finanzamt geschätzt wurden, dann verjährt der Anspruch auf Zahlung der Steuer über € 20.000,- innerhalb von fünf Jahren mit Schluss des Jahres, in dem die Steuer mit Schätzungsbescheid festgesetzt wurde.

 

Der Lauf der Verjährung wird aber unterbrochen, wenn zur Durchsetzung des Anspruchs auf Zahlung der Steuer eine Vollstreckungsmaßnahme eingeleitet oder die Zahlung durch das Finanzamt angemahnt wurde.

 

Vor diesem Hintergrund muss davon ausgegangen werden, dass der Anspruch des Finanzamts aus der Steuerschätzung in Höhe von € 20.000,- noch nicht verjährt ist.

 

Zu ihren Fragen nehme ich weiter im Einzelnen wie folgt Stellung:

 

Wenn Sie in die BRD mit Flugzeug einreisen, geschieht erst einmal gar nichts, da die Steuerschuld ihrer damaligen Firma nicht dem Bundesgrenzschutz durch das Finanzamt mitgeteilt wird, es sei den, es läge ein Haftbefehl gegen Sie vor wegen Steuerhinterziehung. In diesem Fall droht Ihnen eine Festnahme durch den Bundesgrenzschutz bei der Kontrolle ihres Passes oder Personalausweises bei der Einreise.

 

Einen Vergleich kann das Finanzamt nicht mit Ihnen schließen betreffend der Steuerschuld, dafür gibt es keine Rechtsgrundlage in der Abgabenordnung.

 

In Frage käme nur eine Stundung der Steuerforderung im Rahmen einer Ratenzahlungsvereinbarung bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Steuerschuld vollständig in regelmäßig zu zahlenden Raten beglichen ist.

 

Da es sich nach ihren Ausführungen aber um Steuerschulden einer Firma handelt, ist eine Stundung der Steuer gesetzlich und damit auch der Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung ausgeschlossen, wenn Sie als Geschäftsführer verpflichtet gewesen sind, die Steuer auf Rechnung der Firma zu entrichten, insbesondere einzubehalten und abzuführen.

 

Sie müssen deshalb damit rechnen, dass das Finanzamt die Steuerschuld in Höhe von € 20.000,- zuzüglich Säumniszuschlägen und Zinsen in einer Summe von Ihnen nach Kenntnisnahme über ihre Rückkehr in die BRD fordern wird und Vollstreckungsmaßnahmen gegen Sie einleitet, wenn Sie den Betrag nicht nach Zahlungsaufforderung durch das Finanzamt sofort bezahlen.

 

Ich bedauere Ihnen keine andere Rechtsauskunft erteilen zu können und stehe Ihnen bei Nachfragen gerne zur Beantwortung zur Verfügung.

 

Weiter darf ich Sie höflich um eine positive Bewertung meiner Antwort bitten, damit meiner Leistung vergütet wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Severin,


vielen dank für Ihre Antwort. Ich bin leider ein absoluter Laihe und muss jetzt doch noch einmal nachfragen. Sie sprachen Steuerhinterziehung an, was ist das und könnte man meinen Fall damit in Verbindung bringen?


 


Ich weiss mittlerweile Dummheit schützt vor Strafe nicht, aber ich möchte mich eben nun nicht mehr in dieser Position aufhalten und diese Sache auch sinnvoll erledigen können.


Und wie hoch könnte nun der Betrag mit Zinsen und Zuschlägen sein, damit ich in etwa eine Vorstellung davon bekomme, was ich aufbringen muss. Und wie haben die Behörden eine Vollstreckungsmaßnahme oder Mahnung durchführen können, wenn ich nicht mehr im Lande gewesen bin? Ich hatte auch keine Nachsendung mehr beantragt... Es hat nun Jahre gedauert, bis ich mich von der damaligen Situation erholt habe und bin nun erst einmal in der Situation mich informieren zu müssen. Mittlerweile habe ich Verantwortung für weitere Menschen und muss umsichtig handeln, damit ich die Last auch bewältigen kann.


Ich hoffe Sie können mir auch diese Fragen noch beantworten


und bedanke ***** ***** voraus


Beste Grüße


 

Sehr geehrter Kunde, vielen Dank für ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

 

1. Steuerhinterziehung begeht, wer die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt und dadurch Steuern verkürzt. In ihrem Fall haben Sie sich deshalb wegen Steuerhinterziehung strafbar gemacht, wenn Sie vorsätzlich dem Betriebsstättenfinanzamt nicht oder nicht vollständig durch die fristgerechte Abgabe der entsprechenden Steuererklärungen die Tatsachen zur Kenntnis gebracht haben, die für eine zutreffendene Festsetzung der Steuern in Bezug auf ihre Firma durch das Finanzamt erheblich gewesen sind und dadurch die Steuern überhaupt nicht oder nicht in richtiger Höhe durch das Finanzamt gegen ihre Firma festgesetzt werden konnten.

 

2. Sie müssen mit einer Steuernachzahlung in Höhe von insgesamt € 30.000,- rechnen unter Berücksichtigung von Zinsen und Säumniszuschlägen.

 

3. Wenn Sie in der BRD keinen Wohnsitz mehr hatten und hier auch nicht mehr gemeldet gewesen sind, dann konnte das Finanzamt keine Vollstreckungsmaßnahmen zur Durchsetzung der Steuerforderung gegen Sie ergreifen. Etwas anderes gilt in Bezug auf ihre Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärungen für ihre Firma. Hier konnte das Finanzamt zunächst ein Zwangsgeld zur Durchsetzung dieser Verpflichtung gegen Sie verhängen bis zur einem Betrag in Höhe von € 25.000,- und Ihnen die schriftliche Androhung dieses Zwangsgeldes öffentlich zustellen, da Sie über keine zustellbare Anschrift mehr verfügt haben nach ihrem Wegzug ins Ausland. Mit Nichteinbringlichkeit des Zwangsgeldes konnte das FA gegen Sie einen Haftbefehl beim zuständigen Amtsgericht beantragen, der Ihnen aus den selben Gründen öffentlich zugestellt werden konnte. Beim Zwangsgeld und dem Haftbefehl handelt es sich um Vollstreckungsmaßnahmen, durch welche der Lauf der Verjährungsfrist hinsichtlich der Steuerforderung aus der Steuerschätzung gegen ihre Firma unterbrochen wurde.

 

Ich hoffe damit ihre Nachfrage beantwortet zu haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

 

Ich hoffe damit ihre Nachfrage beantwortet zu haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Severin,


das klingt ja alles verheerender als ich es mir vorgestellt habe.


Gut wahrscheinlich wäre es am sinnvollsten sich in diesem Falle von einem Rechtsanwalt vertreten zu lassen und eben nicht einzureisen, wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe.


Und gleich um diese Geschichte bereinigen zu können eine Summe von 30.000 € parat zu haben. Sollte diese Summe bezahlt sein, wäre das erledigt - oder gäbe es noch etwas zu berücksichtigen?


Vielen Dank


Grüße

Sehr geehrter Kunde,

 

wenn Sie den Betrag an das Finanzamt bezahlen, dann sind Sie schon einmal von der Steuerschuld befreit.

 

Sollten Sie Steuerhinterziehung begangen haben, dann droht Ihnen ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung, sobald das Finanzamt über ihre Rückkehr in die BRD Kenntnis erlangt hat.

 

Steuerhinterziehung verjährt erst nach 10 Jahren, sodass Ihnen anzuraten ist, erst nach Ablauf der Verjährungsfrist in die BRD zurückzukehren.

 

Sie abgesehen davon unbedingt vor ihrer Rückkehr in die BRD einen Fachanwalt für Steuerrecht damit beauftragen, die aktuelle Rechtslage in dieser Angelegenheit zu prüfen, damit Sie genau wissen, wie Sie sich am Besten verhalten.

 

Ich hoffe damit ihre Frage beantwortet zu haben und bedauere, Ihnen keine andere Rechtsauskunft erteilen zu können.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

K. Severin und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.