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StB Rösner
StB Rösner, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 249
Erfahrung:  Diplom-Kaufmann
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Ich lebe seit 2011 getrennt, die Scheidung wurde aber noch

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich lebe seit 2011 getrennt, die Scheidung wurde aber noch nicht ausgesprochen, weil nicht einvernehmlich. Mittlerweile ist der Steuernachteil über 3 Jahre höher als die Verfahrenskosten der Scheidung. Wenn ich die Scheidungsklage jetzt zurückziehen würde, würde sich dadurch die Veranlagung für die Jahre 2012/13 wieder von getrennt auf gemeinsam ädern?
Gemeldet bin ich getrennt, daran ist nichts rückwirkend zu ändern.
Finanziell besteht mindestens seit April 2012 eine Trennung.
Sehr geehrter Fragesteller,

im Steuerrecht sind (zumeist) Tatsachen entscheidend. Tatsache ist das Getrenntleben. Im Jahr der Trennung 2011 ist letztmals die Zusammenveranlagung möglich. Ab dem Folgejahr 2012 ist Einzelveranlagung unvermeidlich. Das hat mit der Dauer des Scheidungsverfahrens oder mit der Rücknahme der Scheidungsklage nichts zu tun. Denn es bliebe ja bei Getrenntleben. Die einzige Chance auf Zusammenveranlagung wäre (aber das ist wohl nicht relevant), wenn Sie die Scheidungsklage zurücknehmen würden, weil Sie wieder mit Ihrer Frau zusammenleben. Die Zusammenveranlagung für 2012 und 2013 wäre aber nicht mehr zu retten, denn da waren Sie 365 Tage lang getrennt. 2014 wäre dann wieder Zusammenveranlagung möglich.
Hinzuweisen ist noch auf das Realsplitting:

Unterhaltszahlungen an den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten können bis zum Höchstbetrag von 8.004 EUR als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden, wenn nicht der Abzug als Sonderausgaben beantragt wird. Ist dies der Fall, können Unterhaltszahlungen bis zum Höchstbetrag von 13.805 EUR mit Zustimmung des Unterhaltsempfängers als Sonderausgaben abgezogen werden.

Dieser Betrag erhöht sich um den Betrag, der für die Absicherung der Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung des dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten tatsächlich aufgewendet wurde. Im Gegenzug muss der Unterhaltsempfänger die erhaltenen Beträge in gleicher Höhe als sonstige Einkünfte versteuern.

Der geschiedene oder getrennt lebende Ehegatte muss die Unterhaltsleistungen also dann versteuern und Sie wären verpflichtet, den steuerlichen Nachteil auszugleichen. Dann muss auch der geschiedene oder getrennt lebende Ehegatte dem Realsplitting zustimmen, denn der Steuernachteil wird ja ausgeglichen. Die Zustimmung wäre sogar einklagbar.

Realsplitting ist dann sinnvoll, wenn Sie einen höheren Steuersatz haben als die Ehefrau. Ob ggf. der Abzug als außergewöhnliche Belastung sinnvoller ist muss im Rahmen der Steuererklärung durchgerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen



Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Danke für die Antwort und noch folgende Fragen:

1. Wenn ich in 2014 noch mal einen "Versöhnungsversuch" starten würde und mindestens einen Monat dafür wieder mit meiner Frau einen gemeinsamen Haushalt hätte, dann wäre das nach anderen Beiträgen doch wohl auch ausreichend für eine Zusammenveranlagung in 2014, oder? Wenn ja, wäre dann eine Ummeldung des ersten Wohnsitzes notwendig?

2. In 2012 bestand zwar kein gemeinsamer Haushalt mehr, ich habe aber Anfang 2012 noch alle Nebenkosten und viele andere Ausgaben für meine Frau bestritten, so wie zu unserer Ehe. Man könnte also argumentieren, dass noch eine "Finanzielle Einheit" bestand. Wäre das evtl. ausreichend für eine Zusammenveranlagung?

Sehr geehrter Fragesteller,

zu 1.)
entscheidend ist, dass Sie dem Finanzamt gegenüber glaubhaft machen können, dass das Getrenntleben 2014 tatsächlich beendet war. Die Ummeldung des ersten Wohnsitzes wäre zwar nicht ausschlaggebendes Kriterium, denn das wird in der Praxis ja gern mal "vergessen" und im Steuerrecht zählen (meistens) Tatsachen. Die Ummeldung des ersten Wohnsitzes wäre aber auf jeden Fall ein gutes Indiz. Wenn Sie das aber wirklich nur tun um die Zusammenveranlagung zu ermöglichen und eigentlich geplant ist, danach das "Zusammenleben" wieder zu beenden, dann läge hier meines Erachtens sogar eine Steuerhinterziehung vor. Wäre natürlich schwer nachzuweisen.
Sicherer wäre, 2014 wieder zusammenzuziehen und erst 2015 - vlt. sogar nach Einreichung der Steuererklärung 2014 - sich wieder zu trennen. Aber konstruiert bleibt das ja trotzdem, selbst wenn Sie so lange "durchhalten". Ich rate davon ab.

zu 2.)
Nein, das Getrenntleben ist ausschlaggebend (Man kann sich ja einvernehmlich trennen, was am tatsächlichen Getrenntleben nichts ändert). Ihre Zahlungen sind faktisch "freiwilliger" Unterhalt und wie bereits beschrieben ggf. steuerlich berücksichtigungsfähig. Die Fälle, in denen sich Eheleute trennen, gegenüber dem Finanzamt aber der Trennungszeitpunkt so weit wie möglich nach hinten geschoben wird, sind aber nicht selten. Da Sie offiziell seit 2011 getrennt leben, können Sie für 2012 keine Zusammenveranlagung erhalten.

Mit freundlichen Grüßen





StB Rösner und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Wenn Sie keine Rückfrage mehr haben, bitte ich darum, mich zu bewerten. Ich denke, ich habe Ihre Frage gut und umfangreich beantwortet und die Vergütung verdient. Danke.
Danke, ***** ***** sich nicht mehr melden, mich nicht bewerten und nicht vergüten.
Das ist grob unfair.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.
Lieber Herr Rösner,
sorry, dass es etwas dauert bis ich geprüft habe ob ich noch weitere Nachfragen habe. Mir steht hierfür leider nur das Wochenende zur Verfügung. Ich werde mich voraussichtlich bis Sonntag melden und dann, wenn alle eventuellen Nachfragen erledigt sind selbstverständlich unverzüglich die Bewertung abgeben und die Zahlung freigeben.