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richtig-gegensteuern
richtig-gegensteuern, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 223
Erfahrung:  x
73895225
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richtig-gegensteuern ist jetzt online.

Ich habe in einem Onlinecasino, an einem Geldspielautomat (nicht

Kundenfrage

Ich habe in einem Onlinecasino, an einem Geldspielautomat (nicht Poker oder Roulette) innerhalb von 2 Wochen einmal 29000 Euro und einmal 47000 Euro gewonnen. Jetzt habe ich mir 29000 Euro auf mein Bankkonto überweisen lassen. Auch die 47000Euro möchte ich mir gerne auszahlen lassen. Laufe ich Gefahr etwas illegales zu machen? Muss ich den Gewinn melden? Wie hoch ist der Steuersatz und was ist mir der Meldepflicht der Bank bei hohen Beträgen aus dem Ausland?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  richtig-gegensteuern hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage kann ich im Rahmen einer Erstberatung wir folgt beantworten:

Nach Ihren Darstellungen handelt es sich um einen sog. "Spielgewinn". Die einzige Einkunftsart, die für solche Geldzuflüsse in Frage käme, wären sog. Sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG.

Spielgewinne sind jedoch ausdrücklich NICHT von dieser Vorschrift erfasst. Es fehlt an einer Verknüpfung von Leistung und Gegenleistung, die bei Lottogewinnen, Gewinnen aus Preisausschreiben etc. nicht gegeben ist.

Daher löst die Vereinnahmung dieser Gelder keine Steuer aus. Sollten Sie die Gelder anlegen, so sind nachher Kapitalerträge hieraus steuerpflichtig.

Bezüglich Meldepflichten gibt es eine Meldepflicht nach der AWV (Außenwirtschaftsverordnung), welche für statistische Zwecke Geldflüsse von und nach Deutschland von mehr als EUR 12.500,- erfasst. Sie erhalten normalerweise einen Hinweis auf dem Bankauszug. Sie müssen den Zahlungseingang also an die Bundesbank melden, neuerdings elektronisch. (Details hierzu auf bundesbank.de)

Ich hoffe, ich konnte Ihnen Ihre Freude am Spielgewinn etwas versüssen. Für eine Bewertung der Frage wäre ich dankbar, da ansonsten meine Vergütung nicht an mich weitergeleitet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
P.Färber
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Hi, diese Informationen hatte ich in der Art bereits online gefunden. Können Sie mir denn sagen, ob diese Meldepflicht für mich relevant ist, bzw. ob ich dort etwas zu befürchten habe?


 


Kann ich den Betrag nun auszahlen lassen?


 


Kapitalerträge werden doch automatisch einbehalten,oder?

Experte:  richtig-gegensteuern hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen DAnk für Ihre Rückfrage.

1) Diese Meldepflicht ist für Sie persönlich relevant, Sie müssen diese Meldung abgeben. Als Strafe sind max. Ordnungsgelder möglich. Da es sich um eine Erhebung für STATISTISCHE ZWECKE handelt, hat es sonst keine strafrechtlich oder sonstige Relevanz. Die Hotline bei der Bundesbank hilft hier nach meiner Erfahrung sehr gut weiter.

2) Gegen eine Auszahlung des Betrags spricht nichts.

3) "Kapitalerträge"

Meinen Sie damit die KapitalertragSTEUER?
Nach meinerm Verständnis erhalten Sie doch die Auszahlung aus dem Ausland von einem Casino/Spielanbieter, oder? Es besteht keinerlei Verpflichtung, Steuern einzubehalten, weil ja kein KAPITALERTRAG ausbezahlt wird, sondern ein Spielgewinn. Ob nach dem ausländischen Recht ggf. ein Quellensteuerabzug vorgenommen wird, vermag ich nicht zu beurteilen.

Mein Hinweis war eher so gemeint, daß wenn Sie das Geld anschließend im Inland bei einer Bank etc anlegen und hieraus Kapitalerträge entstehen (Zinsen etc.), daß diese dann naturgemäß zu versteuern sind und dann meist Kapitalertragsteuer einbehalten wird (Abgeltungssteuer).

Hilft das so weiter?
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Ja, das geht in die richtige Richtung. Muss ich diese Summen bei der Steuererklärung angeben?

Abgeltungssteuer ist klar, ist dann ja Geld auf meinem Konto und losgelöst vom Prozess vorab.

 

Bin ein wenig beunruhigt, da die Summe nicht gerade klein ist. Die Bank gibt diese Infos nicht weiter, oder lieber in Raten auszahlen?

 

PS: gibt es nicht einen Paragraphen zum Thema Gewinn aus illegalem Glücksspiel?

 

Ein paar Antworten noch und Sie bekommen die 5 Sterne.

 

Vielen Dank für die schnelle Unterstützung.

Experte:  richtig-gegensteuern hat geantwortet vor 3 Jahren.
Hallo,

Ihre Unruhe ist verständlich, aber nicht begründet!

- Da diese Einnahmen nicht steuerbar sind, müssen Sie diese auch nicht in der Steuererklärung angeben. Sie können ja im Zweifel nachweisen, daß diese Auszahlungen auf Spielgewinnen beruhen. Dokumentieren Sie für sich die Herkunft des Geldes und den Zusammenhang mit einem Spielgewinn.

Banken geben Informationen grundsätzlich erst einmal selbst nicht weiter. Die haben nur die Verpflichtung, nachzuforschen und zu melden, wenn der Verdacht auf Geldwäsche besteht. Das ist hier ja kein Problem.

Sind Sie jetzt etwas entspannter?
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Ja, vielen Dank.


Auch wenn ich dann nachweise, dass ich illegal Glücksspiel betrieben habe!?

Experte:  richtig-gegensteuern hat geantwortet vor 3 Jahren.
Hallo,

also zum Thema illegalem Glückspiel:

Von illegalem Glückspiel war in der Ausgangsfrage nicht die Rede!

Illegales Glücksspiel ist aber kein steuerliches, sondern ein strafrechtliches Problem!!! Wenn es sich also um Gewinne aus illegalem Glückspiel handeln würde, wären diese immer noch nicht zu versteuern.
Davon unabhängig ist aber die strafrechtliche Beurteilung! Hier müssten Sie eine Rechtsanwalt befragen, da kann ich Ihnen leider nicht helfen! Es gibt den § 285 Strafgesetzbuch (Beteiligung an illegalem Glückspiel), wie das aber bei solchen Spielen im Ausland ist, weiss ich nicht....

Jetzt gut?
richtig-gegensteuern und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  richtig-gegensteuern hat geantwortet vor 3 Jahren.
...hier noch ein Link zum Thema legalem und illegalem Glückspiel, den ich auf die Schnelle gefunden habe, ich kann dafür natürlich keine Haftung übernehmen.....


http://www.brainguide.de/Poker-und-das-Strafgesetz
Experte:  richtig-gegensteuern hat geantwortet vor 3 Jahren.
..und eine nochmalige Ergänzung für die weitere Vorgehensweise:

Da auf illegalem Glückspiel auch Freiheitsstrafe denkbar ist, würde ich mir weniger um das steuerliche als um das strafrechtliche Problem Gedanken machen:

Lassen Sie von einem Anwalt klären, ob die Bank eine Verpflichtung trifft, nicht nur bei Verdacht auf Geldwäsche, sondern bei Verdacht einer Straftat überhaupt, diesen Vorgang bei den Strafbehörden zu melden........

Viel Glück!