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Kanzlei Schiessl
Kanzlei Schiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 26842
Erfahrung:  erfolgreich abschlossener Fachlehrgang für Steuern
32916861
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Kanzlei Schiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, hier meine Frage: Mitte vergangenen

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

hier meine Frage: Mitte vergangenen Jahres ging mir (freiberuflich tätig) ein ESt-Bescheid meines Finanzamtes zu, der einen Betrag beinhaltete, den ich nicht auf einmal bewältigen konnte. So beauftragte ich meinen Steuerberater damit, einen Stundungs- und Ratenzahlungsantrag zu stellen. Dieser wurde mit Datum 26.10.2012 (Eingang beim Steuerberater am 31.10.2012) unter Androhung von Zwangsmaßnahmen abgelehnt. Der Steuerberater leitete mir diese Ablehnung erst am 12.11.2012 (23:35 Uhr) weiter. Also habe ich dieses Schreiben erst am 13.11.2012 gelesen und erhielt daraufhin für 16.11.2012 einen Termin zur Besprechung mit meinem Steuerberater. Just während dieses Termins wurden meine Konten und die meiner Frau gepfändet. Inwieweit ist der Steuerberater wegen dieser um 2 Wochen verspäteten Weiterleitung haftbar? Zumal mir Kosten entstanden sind und ich wegen der Kontensperrung Projekt nicht annehmen konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  Kanzlei Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.


Darf ich Sie höflich fragen:

Hätten Sie, wenn Sie die Ablehnung rechtzeitig erhalten hätten, die Pfändung durch Zahlung abwenden können?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Ja, da ich dann einen entsprechenden Kredit von meiner Bank erhalten hätte, bzw. eine Vereinbarung mit dem Finanzamt hätte treffen können, die ich dann mit Hilfe meines neuen Steuerberaters endlich im Februar dieses Jahres getroffen habe. Es ging um einen Betrag von €34.000,--. So leistete ich im Februar erst einmal € 5000,-- als Anzahlung. Unter der Voraussetzung mein Konto wieder frei zu geben, was dann auch geschah, bezahlte ich noch einmal € 3000,-- und in den Folgemonaten jeweils ebenfalls € 3.000,--. Ende Juli leistete ich den Restbetrag, finanziert über einen Kredit.


 


Mit freundlichen Grüßen


 


Michael Schnaible

Experte:  Kanzlei Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn das Schreiben des FA durch den Steuerberater nicht unverzüglich an Sie weitergeleitet wurde, dann macht sich der Steuerberater nach § 280 BGB Ihnen gegenüber schadensersatzpflichtig.

Wenn der Steuerberater einen Ablehnungsbescheid erhält, dann muss er diesen ohne schuldhaftes Zögern weiterleiten.

Das bedeutet konkret, dass er den Bescheid taggleich an Sie weiterleiten muss, Sie notfalls auch telefonisch vorab hätte informieren müssen.

Hat er dies nicht getan, so haftet er nach § 280 BGB.

Er muss Ihnen dabei den durch die Verzögerung entstandenen Schaden ersetzen.

Wenn Ihnen durch die Kontosperrung Kosten entstanden sind und Sie Aufträge ablehnen mussten beziehungsweise Kunden verloren haben, dann haftet der alte Berater für diesen Schaden, wenn Sie die Pfändung bei rechtzeitiger Information hätten vermeiden können.

Sie sollten also den alten Berater anschreiben, eine Schadensaufstellung beifügen, auf seine Pflichtverletzung und damit verbunden auf seine Schadensersatzpflicht nach § 280 BGB hinweisen und den Berater zur Begleichung des Schadens innerhalb der nächsten 14 Tage ab Briefdatum auffordern.




Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt


Experte:  Kanzlei Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


kann ich Ihnen noch weiterhelfen?
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Schiessl,


es tut mir leid, wenn ich diese Frage ein zweites Mal stelle, da ich es zuerst bei der Eingabe der Bewertung versucht habe und ich keine Sicherheit habe, ob Sie diese Nachricht lesen konnten.


Ihre Antwort deckt genau meine Auffassung. Jedoch bitte noch eine kleine Zusatzfrage. Nach Aufdeckung der Verspätung haben wir das Mandat mit dem alten Steuerberater gekündigt. Daraufhin hat er uns eine Rechnung geschickt, die sich am oberen Limit der Gebührenordnung für Steuerberater orientiert. Dazu kommt, dass Anschreiben und Tätigkeiten (Antragstellungen und Telefonate) abgerechnet wurden, die uns nie zur Kenntnis kamen, bzw. Anschreiben verfasst wurden, die lt. FA nicht so verfasst wurden und auch nicht in unserer Kenntnis sind. Weitere Tätigkeiten hat der StB nach Eingang der Pfändung geführt. Alle weiteren Verhandlungen mit dem FA wurden zuerst von uns persönlich geführt. Dies führte zumindest zu dem Teilerfolg, dass die Konten meiner Frau wieder freigeschaltet wurden. Meine jedoch nicht. Sehen Sie es als eine realistische Einschätzung ein, da wir nicht unbedingt auf Schadenersatz, der sich ohne eine genaue Aufstellung der Forderungen weit über der Höhe der gestellten Rechnung des Stb. liegen. Alleine die Mahngebühren und die Forderungen der Bank wegen nicht eingelöster Lastschriften liegt über € 2.000,--. Die entgangenen Projekt im Dezember und Januar liegen bei einem guten Stück über 20.000,--.


Wir möchten, da wir auch sehr sozial eingestellt sind, diesem StB die Kosten für die Erstellung der ESt.-Erklärung 2011, ca. € 286 erstatten und damit den Frieden wahren.


 


Mit freundlichen Grüssen


 


Michael Schnaible

Experte:  Kanzlei Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

offenbar hat es Probleme mit Ihrer Nachfrage gegeben, die bei mir leider nicht angekommen ist. Es handelt sich sich um ein technisches Problem für das wir beide nichts können.

Sehr gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Der für Sie bequemste Weg ist Ihren Schaden mit der Rechnung des Steuerberaters einfach zu verrechnen.

Nur was Sie mir hier sagen, nämlich dass hier Tätigkeiten abgerechnet wurden, die tatsächlich gar nicht erfolgt sind, so liegt hier ein Abrechnungsbetrug vor, § 263 StGB.

Wenn Sie es möchten können Sie gerne die Kosten für die Erstellung der Est Erklärung für 2011 bezahlen. Hinsichtlich des verbleibenden Restes sollten Sie aber die Aufrechnung mit Ihren Schadensersatzansprüchen nach § 387 BGB erklären und sich die Geltendmachung weiterer Schadensesatzansprüche zumindest vorbehalten.

In Ihre Überlegung sollten Sie auch einbeziehen, dass der Steuerberater einen Haftpflichtversicherung hat. Diese Reguliert den Schaden den der Berater verursacht hat. Den Berater selbst trifft nur eine geringe Kostenlast (Eigenanteil seiner Versicherung).



Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt