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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 3801
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Sonderausgaben 2011 und Gebäudewertermittlung nach NHK

Kundenfrage

Ich habe Einspruch gegen meinen EKST Bescheid 2011 eingelegt. Das FA hat meine Sonderausgaben als hauptberuflich selbständiger GF der eigenen Firma im Jahr 2010 nicht in voller Höhe berücksichtigt, das das FA davon ausging (jedoch nie nachgefragt hat) dass ich Pensionszusagen etc. seitens der Firma erhalte - was aber nicht zutrifft. Dies ist nun im aktuellen Einspruch raus gekommen, das FA weigert sich aber diesen (eigenen Fehler) in 2010 zu korrigieren, weil der Bescheid bereits bestandskräftig seie. Hab ich hier irgendwelche Handhabe, da der Fehler ja nicht von mir ausging und es dem FA bestimmt bei Vorteil fürs FA möglich wäre da noch was zu machen...

Das andere Thema ist die Bewertung einer in 2011 gekauften Immobilie, hier diskutiere ich mit dem FA wegen der Ermittlung des Gebäudewertes rum. Das FA schlägt die Ermittlung nach NHL-Verfahren vor - mein Einspruch, dass dazu die Gesamtfläche und nicht nur die Wohnfälche zu berücksichtigen ist weiß das FA mit Verweis auf das Urteil BFH vom 15-1-85, 31-07-2001 und 2002) . Bitte klären Sie mich hier einmal auf, da ich im Internet durchaus auch Quellen finde, die klar nach der Gesamtfläche aller umbauten Räume samt Konstuktivenflächen ausgehen - was ist also hier rechtlich korrekt anzusetzen. In diesem zusammenhang hat das Fa intern in der Grunstücksstelle nachgefragt, diese Stelle hat dem FA nun eine Wohnfläche von 115qm mitgeteilt, diese Fläche setzte sich nur aus EG und OG zusammen. Ich vermute das DG wurde (evtl. ohne Genehmigung) ausgebaut und ggfl. vom Vorbesitzern schwarz-Vermietet. Ich habe diese alles korrekt angegeben - nun möchte das FA statt der tatsächlichen 145qm Wohnfläche nur noch die 115qm berücksichtigen - was für Konsequenzen können aus dem vorgehend geschildeten Umständen erwacchsen, wie soll ich vorgehen und worauf muss ich achten.

Den Schriftwechsel kann ich Ihnen gerne via Email zukommen lassen. Ich bitte um ausführliche und allumfassende Information damit ich mit belastbaren Ausführungen dem FA gegenübertreten kann.

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Fragen, die ich gern im Rahmen einer Erstberatung beantworte:

zu 1.) Leider können Einwendungen gegen einen Steuerbescheid nur innerhalb der Rechtsbehelfsfrist von einem Monat geführt werden. Danach ist der Bescheid bestandskräftig und kann nur noch unter besonderen, in der Abgabenordnung vorgesehenen Gründen zum Vorteil oder Nachteil geändert werden.

Eine Regelung könnte für Sie für eine Korrektur durch das Finanzamt in Frage kommen, wenn nämlich der Fehler darauf zurückzuführen ist ,dass das Finanzamt die ordnungsmäßigen Angaben in der Anlage "Vorsorgeaufwendungen" Zeile 54,55 ausgefüllt worden waren und dies vom Finanzamt übersehen worden ist (§ 129
AO)
.

zu 2.) In der Regel teilt das Finanzamt auf Grund eigene Ermittlungen durch die Bewertungsstelle bei Grundstücken den Kaufpreis in den Anteil für Gebäude und Grund und Boden auf. Hier hat die Finanzverwaltung bundesweit Tabellen und Ermittlungsgrundsätze. Sollten Sie diese Aufteilung nicht akzeptieren, bleibt nur die Vorlage eines Sachverständigengutachtens übrig. Leider sind Sie als Steuerpflichtiger bei dem Vorgang "absetzbare Abschreibungen" nachweispflichtig, nicht umgekehrt. Demzufolge werden Sie mit Ihrem Vorbringen nicht durchdringen.

Ich rate,zunächst die Berechnung des Finanzamtes abzuwarten und zu prüfen, ob Sie den berechneten Wohnungsanteil akzeptieren können und erst danach ein Gutachten anfertigen zu lassen, was allerdings Kosten mit sich bringt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit den Hinweise hilfreich sein konnte. Für eine positive Bewertung wäre ich dankbar, damit meine Leistung vergütet wird.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.


Vielen Dank - teilen Sie mir doch bitte Ihre Emailadresse mit, damit ich Ihnen den Schriftwechsel zusenden kann, denn ohne Schriftwechsel ist die Thematik der Gebäudebewertung sehr unzutreffend beantwortbar. Aktuell leider so in der Form nicht hilfreich.

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

meine Email-Adresse: [email protected]

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.


Haben Sie meine Email vom 3-4 6-41h erhalten?

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

die Email ist bei mir eingegangen. Ich schaue sie mir in den nächsten Tagen an.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

auf Grund der mir übermittelten Unterlagen teile ich mit:

Das Finanzamt will auf Grund der Angaben der Bewertungsstelle eine Fläche von 115 qm zugrunde legen. Sie geben für das Erdgeschoss, 1. und 2. Obergeschoss von 145 qm aus. Ich vermute in der Tat, dass das Finanzamt (Bewertungsstelle) keine Kenntnis von dem ausgebauten Dachgeschoss hat. Dies wäre m.E. zu klären, denn die Angabe von Ihnen für das Erdgeschoss und 1. Obergeschoss betragen 110 qm, das Finanzamt will von 115 qm ausgehen. Darin scheinen 5 qm im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss nicht unmittelbar Wohnzwecken dienende qm zu liegen.

Maßgeblich für die Berechnung der Normalherstellungskosten ist die Grundfläche. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die Richtlinie zur Ermittlung des
Sachwerts (Sachwertrichtlinie) www.sachverstaendigen-kolleg.de/files/SW-RL%20AprilMai2012.pdf.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Hinweise weiterhelfen und damit Ihr Anliegen abgeschlossen werden kann. Für eine positive Bewertung meiner Bemühungen wäre ich dankbar, damit meine Leistung vergütet wird.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann

Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.


Hallo Herr Nettelmann,

besten dank, jedoch kann ich aufgrund Ihrer ausführungen immer noch keinen konkreten Aussagen nutzen um die Diskussion mit dem FA fortzuführen.

1) Die Frage nach den Sonderausgaben und Ihrem Hinweis: Wenn ich in der Erklärung alles richtig angegeben hätte, worauf kann ich dann trotz bestandskräftigen Bescheid bestehen?

2) Thema Gebäudewert - Sie schreiben nun "grundfläche" hier bräuchte ich eine Stichhaltige aussage oder schriftlichen Nachweis, die (wenn es sich hier wirklich [auch nach meiner auffassung] um die Grund- und NICHT um die Wohnfläche handelt die zu Grunde zu legen ist. Diese Information muss dann den Ausführungen und dem Verweis des FAs auf die Gerichtsurteile standhalten können. Oder anders ausgesprochen ich benötige ein belastbares Gegenargument zu den Ausführungen des FA - vgl. meine Unterlagen.

Ich bedauere an dieser Stelle etwas "penibel" zu sein. Beste Grüße

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

in der Angelegenheit ergänze ich:

zu 1. Da offenbar die Rechtsbehelfsfrist für den Vorjahresbescheid verstrichen ist, haben Sie leider keinen Rechtsanspruch mehr auf Änderung des Bescheides. Es gilt der Grundsatz, dass Ablauf der Frist ein Bescheid weder zu Gunsten noch zu Ungunsten nicht mehr änderbar ist.

zu 2. Grundlage für Ihre Argumentation ist die auch vom Finanzamt anzuwendende Regelungen der Sachverständigenrichtlinie für die Ermittlung von Verkehrswerten für Grundstücke, für die ich Ihnen die Fundstelle angegeben hatte (www.sachverstaendigen-kolleg.de/files/SW-RL%20AprilMai2012.pdf.).

Als offizielle Fundstelle verweise ich auf die im Bundesanzeiger v.18.10.2012 veröffentlichte Neufassung der Bekanntmachung des Bundesministeriums für Verkehr und Stadtentwicklung: Richtlinie zur Ermittlung des Sachwertes (Sachwertrichtlinie) v. 5.9.2012, dort auf die Regelung in Textziffer 4.1.1.4

Diese amtliche Richtlinie für die Grundstücksbewertung dürfte für Ihre Vorgehensweise ausreichend sein.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

in Ergänzung zu meinen letzten Ausführungen teile ich noch mit, dass die vom Finanzamt zitierten Urteile des Bundesfinanzhofes ebenfalls auf die genannten allgemein anerkannten Grundsätze der Richtlinien zur Ermittlung des Sachwertes als geeignete Schätzungsmethode Bezug nehmen, allerdings in der damals geltenden Fassung aus dem Jahre 1972.

Zitat:

"Die Verkehrswerte sind anhand der Sachwerte von Boden- und Gebäudeanteil zu schätzen. Als anerkannte Schätzungsmethode kommt die Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung des Verkehrswertes von Grundstücken (WertV) in der Fassung vom 15. 8. 1972 (BGBl. I S. 1416) in Betracht."

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie noch Fragen zu meinen Ausführungen? Ansonsten wäre ich dankbar, wenn Ihre Frage durch die Bewertung abgeschlossen werden könnte, damit mir meine Leistung vergütet wird.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann

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