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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 3822
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Steuern hier ein
Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Guten Tag, wir planen im Rahmen einer Werbeaktion hochwertige

Kundenfrage

Guten Tag, wir planen im Rahmen einer Werbeaktion hochwertige Prämien (Ipads, Wert 300 netto) für die erfolgreiche Vermittlung unserer Dienstleistungen an Privatpersonen, teilweise uach an Freiberufler zu verschenken. Wir haben eine GmbH. Soweit ich weiß, kann man Geschenke nur bis 35 € verschenken, wenn man sie als Betriebsausgaben steuerlich absetzen möchte. Und für den Empfänger sind ja Geschenke bis 1080 € steuerfrei.
Frage: Wie machen das Verlage, die ja teilweise sehr hochwertige Prämien verschenken? Ist so ein Modell auch auf uns anwendbar? Was muss ich beachten?

Freundliche Grüße,

J. Denser
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

auf Ihre Frage teile ich im Rahmen einer Erstberatung mit:

Ihre Aussage trifft zu, dass Geschenke, deren Wert 35 € pro Person und Jahr übersteigen, als Betriebsausgaben nicht abzugsfähig sind. Die Behandlung beim Empfänger ist die Behandlung unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um Geschenke an einen Geschäftsfreund als Unternehmer oder an Privatpersonen handelt. Diese Regelung gilt für alle Unternehmer.

Ein Geschenk setzt eine unentgeltliche Zuwendung an einen Dritten voraus. Die Unentgeltlichkeit ist nicht gegeben, wenn die Zuwendung als Entgelt für eine bestimmte Gegenleistung des Empfängers anzusehen ist.

Wenn also die Prämie mit dem Abschluss eines Vertrages verbunden ist, liegt kein unentgeltliche Zuwendung (Geschenk) vor.

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantworten konnte. Bestätigen Sie mir dies durch eine positive Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Prof. Nettelmann,


Die Frage lautete (nochmal konkreter): Wie machen das Verlage, die ja teilweise sehr hochwertige Prämien für den Abschluss eines Abonnements verschenken? Muss der Empfänger diese Prämien etwa versteuern? Gilt die Freigrenze von 1080€? Welche Möglichkeiten der Gestaltung gibt es hier?


 


Bitte um genauere Stellungnahme, das war lediglich ein kleiner Teilaspekt, besten Dank.


 


Freundliche Grüße,


 


J. Denser

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchender,

ich gehe davon aus, dass die Prämiengewährung mit dem Abschluss eines Vertrages gekoppelt ist, so dass es sich nicht um Geschenke handelt, die unter das Abzugsverbot fallen. Reine Geschenke als Werbemaßnahmen sind nicht abzugsfähig, sofern sie über 35 € pro Person und Kalenderjahr liegen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke für die Zwischenantwort, leider hilft mir auch das noch nicht wirklich bei der Lösung der Frage weiter. Und wie wird die Prämie dann behandelt? Wenn ein Freiberufler (oder er als Privatperson) eine solche Prämie erhält? Und was, wenn der Angestellte des Freiberuflers (bzw. die Angestellte als Privatperson) eine solche Prämie erhält? Wie wird die Prämie bei mir behandelt? Kann ich sie als Betriebsausgabe absetzen? Und die Vorsteuer ziehen? Das ginge ja beim Geschenk nicht.
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn für Ihre "Geschenke" die Voraussetzungen für eine entgeltliche Leistung erfüllen, dass heißt in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Vertragsabschluss stehen, können Sie die Prämien gewinnmindernd als Betriebsausgaben absetzen und die Vorsteuer geltend machen. Es muß aber eben die Prämie bei einem Vertragsabschluss erfolgen und darf keine Werbemaßnahme sein, die zwar auf Kundenaufträge zielt aber der noch kein Vertragsverhältnis zugrunde liegt.

Ich hoffe, damit Ihnen behilflich gewesen zu sein. Bitte bestätigen Sie mir dies durch eine positive Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Ok, dann ist dies eine Prämie für den Vertragsabschluss und steht direkt damit in Zusammenhang, wie ja schon in der ursprünglichen Frage gezeigt. Nochmals die Frage: Wenn ein Freiberufler (oder er als Privatperson) eine solche Prämie erhält? Und was, wenn der Angestellte des Freiberuflers (bzw. die Angestellte als Privatperson) eine solche Prämie erhält? Wie wirkt sich das bei Freiberufler bzw. dessen Angestellten steuerlich aus? Muss er das versteuern? Wie? Welche Freigrenzen gibt es da? Wenn z.B. ein Privatmann ein Zeitschriftenabo vermittelt und dafür 100 € bekommt, muss er das dann auch versteuern?


 


Freundliche Grüße,


 


J. Denser

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn die Prämie im Rahmen der Tätigkeit des Empfängers gewährt wird, muss er sie als Einnahmen bei seiner Tätigkeit ansetzen. Dies gilt auch, wenn er eine Vermittlungstätigkeit ausübt, bei der er die Prämien erhält. Einmalige Prämien im privaten Bereich unterliegen nicht der Besteuerung. Irgendwelche Grenzen gibt es nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn ich Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet habe, bestätigen Sie mir dies durch positive Bewertung, damit die Angelegenheit abgeschlossen werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Proff. nettelmann,


 


wie ich inzwischen anderweitig herausgefunden habe, gibt es im EStG den Begriff der gelegentlichen Vermittlung, bis 256,00 € steuerfrei. Ihre Antwort, dass es keine Grenzen gibt, ist damit leider falsch.


 


Gruß,


 


J. Denser

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

die genannte Grenze gilt nur für gelegentliche Vermittlung gem. § 22 EStG im Kalenderjahr eines sonst anderweitig Erwerbstätigen und kommt praktisch äußerst selten in Betracht.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie noch Nachfragen zu meinen Ausführungen? Ansonsten bitte ich um positive Bewertung, um Ihre Anfrage abzuschließen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ihre Aussage: "Dies gilt auch, wenn er eine Vermittlungstätigkeit ausübt, bei der er die Prämien erhält. Einmalige Prämien im privaten Bereich unterliegen nicht der Besteuerung. Irgendwelche Grenzen gibt es nicht." Wo im EStG ist dies geregelt? Freundliche Grüße, J. Denser
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

wer die Vermittlungstätigkeit ausübt, ist gewerblich tätig und nicht privat. Es darf sich also nur um eine gelegentliche,also im Privatbereich liegende Vermittlung, also im Privatbereich liegende handeln.

Die Regelung für diese gelegentliche, nicht gewerbliche Tätigkeit ist im § 22 Nr. 3 Sätze 1 und 2 EStG.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

darf ich um Ihre positve Bewertung bitten, um Ihre Fragen in der Angelegenheit abschließen zu können?

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

§ 22 Nr. 3 S1 und 2 besagen: "Einkünfte aus Leistungen, soweit sie weder zu anderen Einkunftsarten (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 6) noch zu den Einkünften im Sinne der Nummern 1, 1a, 2 oder 4 gehören, z. B. Einkünfte aus gelegentlichen Vermittlungen und aus der Vermietung beweglicher Gegenstände. 2Solche Einkünfte sind nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben". Also gibt (im Gegensatz zu Ihrer vorherigen Auskunft) doch Grenzen? Oder habe ich das etwas falsch verstanden / interpretiert? Wenn die iPads - wie geschildert - 300 € netto kosten, müssen diese dann komplett versteuert werden oder nur der Betrag, der die 256 € übersteigt? Sind die 256 € mithin eine Freigrenze oder ein Freibetrag? - Freundliche Grüße, J. Denser

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

der Betrag von 256 € ist eine sog. Freigrenze, kein Freibetrag, dh. wenn der Betrag 256 € übersteigt, muss der gesamte Betrag versteuert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

darf ich bitten, zu bestätigen, dass Ihre Fragen beantwortet sind?

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann

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