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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 3811
Erfahrung:  HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Wir haben die Überlegung eine Kinderkrippe zu betreiben in

Kundenfrage

Wir haben die Überlegung eine Kinderkrippe zu betreiben in Form einer GmbH. Ist es richtig, dass die Einnahmen Umsatzsteuerfrei sind (Betreuungskosten für die Kinder)? Aus welcher Vorschrift geht dies hervor? Wie verhält es sich mit dem Mittagessen für die Kinder? Die Kinderkrippe möchte das Essen selbst zubereiten und von den Eltern ein Entgelt verlangen. Ist die Darreichung eines Mittagessens USt-pflichtig? Wenn ja, welcher Steuersatz ist zu Grunde zu legen (7 % oder 19 %)? Könnte für das Mittagessen ggf. die Grenze der Kleinunternehmerregelung greifen, wenn im ganzen Jahr nicht mehr als EUR 17.500,00 eingenommen wird?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich werde darauf gegen Mittag eingehen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 3811
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Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sejhr geehrter Ratsuchender,

um zu Ihrer Anfrage Stellung nehmen zu können, bitte ich um einige ergänzenden Angaben:

1. Welcher Grund liegt für die Wahl der Rechtsform GmbH vor, die mit erheblichen handelsrechtlichen Verpflichtungen (doppelte Buchführung, Jahresabschlüsse der GmbH, Offenlegung gegenüber dem Handelsregister usw.)?
2. Wer sind die Betreiber der Kinderkrippe? Handelt es sich dabei um Eltern, deren Kinder die Kinderkrippe aufsuchen werden oder richten Sie Ihr Angebot an die Allgemeinheit?
3.Wie ermitteln Sie die Betreuungskosten (Kostendeckung oder Gewinn-erwartungsabsicht)?
4. Erhalten oder erwarten Sie öffentliche Zuschüsse?
5. Sind die Kosten für die Beköstigung neben den Betreuungskosten zu entrichten oder beinhalten sie diese?

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Prof.Nettelmann, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 3811
Erfahrung: HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

1. Die Rechtsform der GmbH wird aus haftungsrechtlichen Gründen gewählt.

2. Das Angebot richtet sich an die Allgemeinheit

3. Die Betreuungskosten werden so kalkuliert, dass ein Gewinn erzielt werden kannn (mindestens kostendeckend)

4. Die Kommune gibt Zuschüss pro Kind

5. Die Kosten für die Beköstigung werden neben dem Entgelt für die Betreuung entrichtet

 

Wäre es ein Unterschied, wenn die Kosten für die Beköstigung im Betreuungsentgelt enthalten wären? Nebenleistung? Oder wäre ohnehin zwingend eine Leistungsaufteilung vorzunehmen um ggf. die Bemessungsgrundlage für die USt zu ermitteln?

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

auf Grund der ergänzenden Angaben teile ich mit:

 

umsatzsteuerlich kommt für die GmbH die Befreiungsvorschrift § 4 Nr. 22 UStG in Betracht, die da lautet:

 

Von den unter § 1 Abs.1 Nr. 1 UStG sind umsatzsteuerfrei die Gewährung von Beherbergung, Beköstigung und der üblichen Naturalleistungen durch Einrichtungen, wenn sie überwiegend Jugendliche für Erziehungs-, Ausbildungs- oder Fortbildungszwecke oder für Zwecke der Säuglingspflege bei sich aufnehmen, soweit die Leistungen an die Jugendlichen oder an die bei ihrer Erziehung, Ausbildung, Fortbildung oder Pflege tätigen Personen ausgeführt werden. Jugendliche im Sinne dieser Vorschrift sind alle Personen vor Vollendung des 27. Lebensjahres. Steuerfrei sind auch die Beherbergung, Beköstigung und die üblichen Naturalleistungen, die diese Unternehmer den Personen, die bei den Leistungen nach Satz 1 tätig sind, als Vergütung für die geleisteten Dienste gewähren.

 

Sie sollten ein einheitliches Entgelt für die Aufnahme der Kinder nebst Beköstigung verlangen. Da alles steuerfrei ist, kommt eine Aufteilung nicht in Betracht. Eine gesonderte Anwendung der Kleinunternehmerregelung entfällt. Da die Herstellung der Beköstigung in er Einrichtung selbst erfolgt, gibt es insoweit auch keine möglichen Einwendungen gegen die Inanspruchnahme der Befreiungsregelung.

 

Wegen der Steuerbefreiung kann die Einrichtung allerdings auch keinen Vorsteuerabzug für die Einkäufe der Lebensmittel und Getränke usw. in Anspruch nehmen.

 

Ich hoffe, Ihnen damit behilflich gewesen zu sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

 

 

 

 

 

 

 

 

Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.


Die Stadt, die einen Zuschuss zu den Investitions- und Umbaukosten für die Kinderkrippe gibt (rund 200.000,00) fragt, danach, ob wir als Betreiber der Kinderkrippe vorsteuerabzugsberechtigt sind. Ich gehe mal davon aus, dass wir das nicht sind, da die Beiträge der Eltern ja auch steuerfrei sind. Oder könnte man als Betreiber grundsätzlich zur USt optieren? Aber das würde ja auch keinen Sinn machen, da man dann 5 Jahre an die Option gebunden ist und auf die Beitrag der Eltern (also auf alle Einnahmen) USt abführen müsste . Für die Vorsteuer aus Gebäudeaufwendungen hätte man ja ggf. eine Korrekturvorschrift für den Vorsteuerabzug. Liegen wir da richtig`?

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, zu der ich mitteile:

Wenn die Steuerbefreiung nach § 22 USTG in Betracht kommt, ist ein Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Eine Option zur Umsatzsteuerpflicht sieht § 9 USTG für diese Steuerbefreiung nicht vor.

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantwortet habe. Für eine abschließende Bewertung
bin ich dankbar, damit die ausgelobte Vergütung freigegeben wird.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Prof. Nettelmann,
Sie erwähnten in Ihren Ausführungen den § 22 UStG (siehe Ihr letzter Beitrag). Kann es sein, dass Sie sich hier im § vertan haben. Weiter vorne haben Sie die Befreiungsvorschrift gemäß § 4 Nr. 22 UStG erwähnt. Kann es sein, dass Sie den § 4 Nr. 23 UStG meinten? Ich bräuchte den genauen §, da die Stadt gerade "merkwürdige Fragen" im Hinblick auf die Vorsteuerabzugsberechtigung hat. Dann würde ich gerne die richtigen §§ erwähnen.


DANKE


PeterN

Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Prof. Nettelmann, Sie erwähnten in Ihren Ausführungen den § 22 UStG (siehe Ihr letzter Beitrag). Kann es sein, dass Sie sich hier im § vertan haben. Weiter vorne haben Sie die Befreiungsvorschrift gemäß § 4 Nr. 22 UStG erwähnt. Kann es sein, dass Sie den § 4 Nr. 23 UStG meinten? Ich bräuchte den genauen §, da die Stadt gerade "merkwürdige Fragen" im Hinblick auf die Vorsteuerabzugsberechtigung hat. Dann würde ich gerne die richtigen §§ erwähnen.


DANKE


PeterN

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

natürlich meinte ich den § 4 Nr. 22 UStG

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Ich habe zu dem erwähnten § folgendes gefunden - das passt aber nicht zur Kinderkrippe:


§ 4 Nr. 22 UStGVeranstaltungen wissenschaftlicher, belehrender, sportlicher und anderer kultureller Art, wenn die Einnahmen überwiegend zur Deckung der durch die jeweilige Veranstaltung entstandenen Unkosten verwendet werden, § 4 Nr. 22 a UStG.


Derartige Veranstaltungen sind gem. § 4 Nr. 22 b UStG auch dann frei, wenn ein Entgelt gezahlt wird, das in Form von Teilnahmegebühren besteht.


Zu derartigen Veranstaltungen gehört auch die Erteilung von Sportunterricht sowie Kurse zur Berufsaus- und –fortbildung.

Experte:  Prof.Nettelmann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Sie hatten eingangs in Ihrer Frage unter Bezugnahme auf § 4 Nr. 22 UStG die für Sie in Betracht kommende Befreiungsregelung widergegeben. Tatsächlich handelt es sich aber um die Regelung des § 4 Nr.23 UStG, so dass die Bezugnahme unzutreffend war, was mir nicht aufgefallen war.

Meine Ausführungen zu Ihrem Anliegen betreffen also die von Ihnen erwähnte Befreiungsregelung des § 4 Nr. 23 USTG. Ob die Voraussetzungen von der GmbH erfüllt sind, war von Ihnen nicht gefragt worden, konnte allerdings auch ohne nähere Angaben nicht in Frage gestellt werden.

Ich hoffe, dass damit Ihr Anliegen abgeschlossen werden kann. Für eine abschließende Bewertung bin ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Nettelmann

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