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OliverBurchardt
OliverBurchardt, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 211
Erfahrung:  Wirtschaftsprüfer Certified Public Accountant Chartered Financial Analyst
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OliverBurchardt ist jetzt online.

Abschreibung für Abnutzung

Kundenfrage

Wir haben 2009 ein Haus mit 1300 qm Grund für 77000 € gekauft. Gem. Bodenrichtwert ist aber alleine das Grundstück schon 86000 € wert. In den letzten 2 jahren haben wir ins Gebäude mehr als 50000 € investiert.(neues Dach,Einliegerwohnung Gebaut,neue Heizanlage etc.) Wie berechnet sich jetzt der Gebäudewert,der ja faktisch eigentlich garnicht vorhanden ist,wenn das FA den Bodenrichtwert zu Grunde legt ?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne im Rahmen einer Erstberatung beantworte.

 

Der Bodenrichtwert ermittelt sich nicht auf Basis des einzelnen Grundstücks, sondern wird durch die jeweiligen Gutachterausschüsse ermittelt.

 

Im konkreten Fall wird dann durch Anwendung von Umrechnungsfaktoren, die den baulichen Zustand und Erschließungsgrad mit berücksichtigen, der Wert des Grundstücks ermittelt.

 

Allerdings wird der Bodenrichtwert für steuerliche Zwecke nur für die Bewertung unbebauter Grundstücke herangezogen.

 

Bebaute Grundstücke unterliegen anderen Bewertungverfahren.

 

Nach den §§ 181 ff Bewertungsgesetz stehen für bebaute Grundstücke mehrere Bewertungsverfahren zur Verfügung. Bei Einfamilienhäusern wird hier im Regelfall das Vergleichswertverfahren nach § 183 BewG bewertet.

 

Dazu holen die Finanzämter von den Gutachterausschüssen Informationen über den sogenannten Vergleichswert ein. Vergleichswerte sind den Bodenrichtwerten vergleichbare Werte, die sich aber eben auf bebaute Grundstücke beziehen. Die Vergleichswerte werden ebenfalls durch die Gutachterausschüsse ermittelt und dem Finanzamt mitgeteilt.

 

Wie genau in Ihrem konkreten Fall die Bewertung aussehen wird, kann ich leider nicht im Rahmen einer solchen Plattform beantworten, da mir die benötigte Vielzahl an Informationen und insbesondere der tatsächliche Blick auf das zu bewertende Gebäude fehlt.

 

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Bei Nachfragen verwenden Sie bitte die Nachfragefunktion. Ansonsten darf ich Sie höflich bitte, meine Antwort durch Klicken des grünen Buttons zu akzeptieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Oliver Burchardt

Steuerberater

 

 

 

 

OliverBurchardt, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 211
Erfahrung: Wirtschaftsprüfer Certified Public Accountant Chartered Financial Analyst
OliverBurchardt und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke für die Antwort.Wie würden Sie in diesem Fall die Aufteilung für das FA vornehmen ?Häufig liest man ja 80/20,wäre das ratsam ? Es handelt sich um die erste Steuererklärung.
Experte:  OliverBurchardt hat geantwortet vor 4 Jahren.

Es kommt darauf an, wofür Sie die Bewertung brauchen.

 

Da Sie die Bodenrichtwerte erwähnt habe, gehe ich davon aus, daß Sie eine erbschaftssteuerliche Bewertung vornehmen wollen oder müssen. In diesem Fall müssen Sie keine Aufteilung vornehmen, da hier die Vergleichswerte den Maßstab für das gesamte Grundstück bilden.

 

Nur in diesem Fall sind auch Bodenricht- und Vergleichswerte direkt relevant.

 

Wenn Sie über die Aufteilung reden, kann sich das nur auf eine einkommensteuerliche Bewertung beziehen.

 

In diesem Fall hat zunächst der Kaufvertrag Vorrang, wenn der Verkäufer und Sie darin eine Aufteilung des Kaufpreises vorgenommen haben. In diesem vereinbarten Verhältnis ist dann der Kaufpreis aufzuteilen und zum Gebäude noch die bis angefallenen Herstellungskosten (also neues Dach, Einliegerwohnung etc.) hinzuzuaddieren.

 

Ansonsten nutzt die Rechtsprechung gerne den Terminus der sachgerechten Schätzung. Im Regelfall akzeptieren Finanzamt 20% vom gesamten Grundstückswert als sachgerechte Schätzung, wenn das Ergebnis nicht offensichtlich unplausibel ist.

 

Sie sollten für einkommensteuerliche Zwecke also 20% des Kaufpreises auf den Grund und Boden verteilen, 80% auf das Gebäude (zzgl. der neu angefallenen Kosten), wenn Sie im Kaufvertrag keine anderen Regelungen getroffen haben.

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