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Kanzlei Schiessl
Kanzlei Schiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 26348
Erfahrung:  erfolgreich abschlossener Fachlehrgang für Steuern
32916861
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Kanzlei Schiessl ist jetzt online.

Der Bundesfinanzhof hat sein Urteil gefällt: Nach Ansicht der

Kundenfrage

Der Bundesfinanzhof hat sein Urteil gefällt: Nach Ansicht der Richter dürfen Kosten, die für ein direkt nach dem Schulabschluss begonnenes Erststudium oder eine Erstausbildung anfallen, steuerlich abgesetzt werden. (Az: VI R 38/10 und VI R 7/10

Verlustvortrag aus 2007,2008, 2009 und 2010 für Studiumskosten in 2011 noch möglich?
(z.B. Studiengebühren, Miete, Doppelte Haushaltführung, Fahrten, Bücher etc.)
Wie muss ich vorgehen um mir den Steuervorteil noch zu sichern.
Danke. U. Göttinger
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  Kanzlei Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Der BFH hat in der Tat den Abzug vorweggenommener Werbungskosten für ein Erststudium bzw. eine Erstausbildung zugelassen.

ABER:

Der Gesetzgeber will diese Rechtsprechungsänderung aber nicht anwenden und hat daher faktisch einen Nichtanwendungserlass per Gesetz erlassen.

Im Gesetz zur Umsetzung de EU-Beitreibungsrichtlinie wurde eine Regelung aufgenommen, die den Abzug der Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung und ein Erststudium verbietet.

In den §§ 4 IX und 9 VI EstG wird klargestellt, dass Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, vom Abzug als Betriebsausgaben oder Werbungskosten ausgeschlossen sind.

 

Nach § 52 XII S. 11, Abs 23d S. 5, Abs 30a EstG tritt diese Änderung rückwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2004 hinsichtlich der Zuweisung der Berufsausbildungskosten beim Sonderausgabenabzug in Kraft.

Nach der Gesetzesbegründung ist hier eine rückwirkende gesetzliche Regelung verfassungsrechtlich zulässig, da lediglich eine Gesetzeslage wiederhergestellt wird, die vor der Rechtsprechungsänderung durch den BFH einer gefestigten Rechtsprechung und Rechtspraxis entsprach.

Der Bundesrat hat dieser Änderung am 25.11.2011 zugestimmt.

Ich bedaure, aber Sie können die Ausgaben als Werbungskosten daher nicht geltend machen.

(Ihr Vorgehen wäre ansonsten, dass Sie gegen die noch nicht rechtskräftigen Bescheide Einspruch einlegen und zur Begründung vortragen, dass Sie die Studienausgaben als Werbungskosten berücksichtigt wissen wollen. Die Belege fügen Sie einfach bei. Dieses Vorgehen wäre ausreichend, das Finanzamt müsste dann die Bescheide grundsätzlich ändern.)


Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.


Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  Kanzlei Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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