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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 887
Erfahrung:  Fachanwaltslehrgang Steuerrecht
25551084
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K. Severin ist jetzt online.

Guten Abend !Ich bin als freier Mitarbeiter tätig und habe

Kundenfrage

Guten Abend ! Ich bin als freier Mitarbeiter tätig und habe Rechnungen zuzügl- MWST ausgestellt. Meine Forderungen sollten vereinbarungsgemäß auf mein Konto überwiesen werden. Leider bekam ich von 20 in Rechnung gestellte Forderungen lediglich 11 Überwiesen. Der Rest ist noch offen. Es handelt sich um den Zeitraum 2007-2008 Der gesamte Umsatz in 2 Jahren belief sich auf ca.: 12.000,00 Euro. Der Auftraggeber hat aber alle meine Forderungen (auch die Unbezahlten) bei seinem Finanzamt als Ausgaben deklariert, auch hat er die Vorsteuer (Umsatzsteuer) sich bei seinem Finanzamt gutschreiben lassen. Diesen Sachverhalt erfuhr ich da mir der Auftraggeber mitteilte eine Betriebsprüfung zu haben. Sollte jetzt mein Konto beim Finanzamt überprüft werden, so würde es so aussehen als hätte ich die Umsatzsteuer gekürzt. Denn ich habe nur die vorhandenen 11 Rechnungen (geflossenen Umsätze) meinem Finanzamt angezeigt. Ich habe eine Ist-Versteuerung. Ich möchte meinen Auftraggeber aber nicht negativ beim Finanzamt darstellen, da wir auch gute Freunde sind. Was kann ich tun? M.f.G. H.S.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

 

vielen Dank für ihre Frage, die ich gerne wie folgt beantworte:

 

Wenn bereits eine Betriebsprüfung bei ihrem Auftraggeber begonnen wurde, dann kann dieser keine Straffreiheit mehr durch eine Selbstanzeige erlangen, indem dieser die hinterzogene Vorsteuer nacherklärt und an das FA zurückerstattet. Das folgt aus § 371 Abs.2 Nr.1 Abgabenordnung.

 

Verjährung ist ebenfalls nicht eingetreten in Bezug auf dessen Steuerhinterziehung.

 

Im Rahmen der Betriebsprüfung wird deshalb der Sachverhalt in Bezug auf die Hinterziehung der Vorsteuer aus ihren neun Rechnungen mit allergrößter Wahrscheinlichkeit festgestellt werden und dann ein Strafverfahren gegen ihren Auftraggeber wegen Steuerhinterziehung eingeleitet.

 

Ihnen persönlich drohen daraus strafrechtlich keine Konsequenzen, da neun der von Ihnen ausgestellten Rechungen einfach nicht bezahlt wurden und Ihnen damit auch keine Umsatzsteuer zugeflossen ist, die Sie dem für Sie zuständigen FA gegenüber hätten erklären und abgeführen müssen. Steuerhinterziehung ihrerseits ist deshalb ausgeschlossen.

 

Etwas anderes würde allerdings dann gelten, wenn Sie die Rechnungen nur zum Schein ausgestellt hätten in Absprache mit dem Auftraggeber, um die Hinterziehung der Vorsteuer durch diesen zu ermöglichen. In diesem Fall läge auf ihrer Seite strafbare Beihilfe zur Steuerhinterziehung des Auftraggebers oder sogar Mittäterschaft dann vor, wenn Sie ein wirtschaftliches Eigeninteresse an der Steuerhinterziehung hätten, etwas wenn der Auftraggeber einen Teil der durch Steuerhinterziehung erlangten Vorsteuer aufgrund vorgeriger Absprache mit Ihnen an Sie ausbezahlt hätte.

 

Ich hoffe damit ihre Frage beantwortet zu haben und stehe Ihnen für Anschlussfragen gegebenenfalls gern zur Verfügung.

 

Weiter darf ich Sie höflich bitten meine Steuerberatung zu vergüten, indem Sie das grüne Feld "Akzeptieren" anklicken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

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