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RainNitschke
RainNitschke, Rechtsanwältin
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 1325
Erfahrung:  Fachanwaltslehrgang Steuerrecht
49776616
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RainNitschke ist jetzt online.

Guten Tag, ich benötige eine Auskunft zur steuerlichen Absetzbarkeit

Kundenfrage

Guten Tag, ich benötige eine Auskunft zur steuerlichen Absetzbarkeit von Bestattungskosten. Mein Bruder ist im Febr. 2011 verstorben. Sein Konto wies ein kleines Guthaben von ca. 1500,00 EUR aus. Außerdem hatte er Darlehensschulden bei der Bank in Höhe von ca. 9000,00 EUR. Seine Lebensversicherung zahlte nichts aus, da er Selbstmord beging. Der Nachlass war also überschuldet. Seine Witwe beantragte einen Erbschein (wohl auch in der Hoffnung, das noch ein unbekanntes Guthaben auftauchen würde, was aber nicht der Fall war. Es trat die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Die Witwe ist Erbin zu 3/4 meine Eltern zu 1/4. Wir haben uns dann so miteinander verständigt, dass die Witwe die Schulden und das Guthaben übernimmt und unsere Familie die Bestattungskosten trägt. Damit wären dann die Schulden/Kosten in etwa zu gleichen Teilen verteilt. Da weder die Witwe noch meine Eltern das erforderliche Geld hatten, um die Bestattungskosten zu übernehmen, habe ich als nicht erbende Schwester die gesamten Bestattungskosten in Höhe von 4700,00 EUR übernommen (weitere 3000,00 EUR werden dann nächstes Jahr noch für den Grabstein zu bezahlen sein. Sämtliche Rechnungen sind auf mich ausgestellt und wurden von meinem Konto bezahlt. Kann ich nun meine Ausgaben als besondere Kosten in der Steuererklärung geltend machen ?
Was passiert, wenn meine Schwägerin/Witwe, in ihrer Steuererklärung irgendwelche Kosten (z. Bsp. Anwalt) angeben will. Ich habe von einer Erbschaftkostenpauschale gelesen. Könnte sie diese geltend machen und ich gleichzeitig die Sonderausgaben ?
Ich hoffe, ich konnte das Problem verständlich genug schildern.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort.
Freundliche Grüsse
Sandra Vogt
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  RainNitschke hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Frau Vogt,

 

in der Tat gibt es eine Kostenpauschale in Höhe von 10.300,00 EUR, welche jedoch in der Anwendung nur Sinn macht, wenn es auch etwas zu vererben gab. In der Erbschaftssteuererklärung (!!! Nicht Einkommensteuererklärung!!!) kann diese Pauschale angesetzt werden um die Erbschaftssteuer zu minden. In Ihrem bzw. im Fall der Witwe oder Ihrer Eltern würde die Pauschale daher leider keine Auswirkungen haben, da ohnehin keine Erbschaftssteuer anfällt.

Sofern Sie die Kosten für die Bestattung übernommen haben, können Sie diese als außergewöhnliche Belastung ansetzen, da es sich um einen nahen Angehörigen handelt und der Nachlass die Kosten nicht deckt. Absetzbar sind folgende Kosten, nach Abzug des vorhandenen Nachlasses:

 

- Grabstätte (Einzelgrab!)

- Sarg/ Urne

- Grabstein/ Grabschmuck/ Kränze

- Kosten der Trauerfeier

- Todesanzeige etc.

- Gebühren für den Erbschein, Todesbescheinigung etc.

 

Nicht absetzbar sind allerdings

- Bewirtung der Trauergäste

- Trauerkleidung

- Fahrtkosten zur Beerdigung

- Grabpflege (in den Folgejahren)

 

Diese Kosten kann Ihre Schwägerin ebenfalls, sofern Sie bei ihr angefallen sind, in ihrer eigenen Einkommensteuererklärung geltend machen.

 

 

Experte:  RainNitschke hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchende,

 

ich darf Sie bitten, die Antwort gemäß der AGB durch Anklicken des grünen "Akzeptieren"-Feldes zu akzeptieren. Weitere Nachfragen sind auch im Anschluss noch kostenlos möglich. Vielen Dank!

 

K.Nitschke

Rechtsanwältin

RainNitschke und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

 

Welche Unterlagen verlangt denn das Finanzamt als Nachweis, dass der Nachlass überschuldet war ? Muss ich Kontoauszüge, Versicherungsnachweise ect. vorlegen ?

 

Muss ich nachweisen, dass meine Schwägerin und meine Eltern( die ja als Erben wohl als erste an der Reihe wären, die Kosten zu übernehmen) nicht in der Lage waren ?

 

Entschuldigen Sie dass ich nochmals nachfrage, aber ich habe schon an verschiedenen Stellen gelesen, dass eben nur die Erben die Kosten steuerlich absetzen können.

 

Freundliche Grüsse

Sandra Vog

 

Experte:  RainNitschke hat geantwortet vor 5 Jahren.

Vielen Dank für Ihre Nachfrage!

 

Prinzipiell haben Sie Recht, dass in erster Linie die Erben an der Reihe sind, die Bestattung zu übernehmen. Diese können den Betrag dann auch absetzen. Können die Erben die Kosten nicht übernehmen, sind die unterhaltspflichtigen Verwandten dran, also die Eltern - in Ihrem Fall.

 

Können auch die unterhaltspflichtigen Verwandten die Kosten nicht tragen gibt es noch die Möglichkeit, dass die Übernahme aus "sittlichen Gründen" anerkannt wird. Das ist insbesondere der Fall, bei Geschwistern.

 

Der BFH führt dazu aus: Eine sittliche Pflicht ist also zu bejahen, wenn Ihre nähere Umgebung, z. B. Verwandte, Nachbarn, Freunde und Bekannte, von Ihnen die Übernahme der Kosten erwartet und - falls Sie dies nicht tun - Ihr Verhalten missbilligen würde. Ob dies der Fall ist, "kann nur nach den näheren Umständen des Einzelfalls entschieden werden" (BFH-Urteil vom 22.10.1996, BStBl. 1997 II S. 558).

 

In Ihrem Fall kann durchaus damit argumentiert werden, dass die Ehefrau bereits mit den Schulden belastet ist und Ihre Eltern (aus Ihnen bekannten Gründen) ebenfalls nicht in der Lage sind, die Kosten zu tragen. In der Regel werden außergewöhnlichen Belastungen anerkannt, wenn man zudem argumentiert, dass das Sozialamt für die Kosten hätte aufkommen, wenn Sie sich nicht dazu bereit erklärt hätten. Daher sollten Sie auch in der Tat nachweisen, dass die übrigen Verpflichteten die Kosten nicht übernehmen konnten. Erst in diesem Jahr hat das FG Sachsen entschieden, dass die Kosten nicht absetzbar sind, wenn die Berechtigten nicht zumindest versuchen, von den eigentlichen Verpflichteten, die Kosten erstattet zu bekommen (FG Sachsen vom 19.1.2011, 8 K 41/10). Wenn Sie aber nachweisen können, dass die Kostenübernahme durch Ihre Eltern nicht möglich ist (z.B. wg. kleiner Rente), werden Sie wenig Probleme bekommen.

 

Weisen Sie auch die Überschuldung mit allen Ihnen vorliegenden Unterlagen nach.

 

Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung und danke für die Akzeptierung der Antwort. Die Beantwortung der Nachfrage muss nicht noch einmal akzeptiert werden!

 

 

 

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