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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 887
Erfahrung:  Fachanwaltslehrgang Steuerrecht
25551084
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K. Severin ist jetzt online.

Ich bekomme im Juni oder Juli 2011 durch einen Aufhebungsvertrag

Kundenfrage

Ich bekomme im Juni oder Juli 2011 durch einen Aufhebungsvertrag eine Abfindung in Höhe von 58.361,03 € , ich bin verheiratet,keine Kirchensteuer und Steuerklasse IV.
Wieviel Steuern muß ich auf die Abfindung zahlen???
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

 

gern beantworte ich ihre Frage wie folgt:

 

Die Besteuerung der Abfindung aus dem Aufhebungsvertrag richtet sich nach § 34 Abs.1 in Verbindung mit § 34 Abs.2 Nr.2 oder gegebenenfalls §34 Abs.3 3 EStG:

 

Diese Bestimmungen lauten wie folgt:

 

§ 34 Außerordentliche Einkünfte

(1) 1Sind in dem zu versteuernden Einkommen außerordentliche Einkünfte enthalten,

so ist die auf alle im Veranlagungszeitraum bezogenen außerordentlichen Einkünfte

entfallende Einkommensteuer nach den Sätzen 2 bis 4 zu berechnen. 2Die für die

außerordentlichen Einkünfte anzusetzende Einkommensteuer beträgt das Fünffache

des Unterschiedsbetrags zwischen der Einkommensteuer für das um diese Einkünfte

verminderte zu versteuernde Einkommen (verbleibendes zu versteuerndes Einkommen) und der Einkommensteuer für das verbleibende zu versteuernde Einkommen zuzüglich eines Fünftels dieser Einkünfte. 3Ist das verbleibende zu versteuernde Einkommen negativ und das zu versteuernde Einkommen positiv, so beträgt die Einkommensteuer das Fünffache der auf ein Fünftel des zu versteuernden Einkommens entfallenden Einkommensteuer. 4Die Sätze 1 bis 3 gelten nicht für außerordentliche Einkünfte im Sinne des Absatzes 2 Nummer 1, wenn der Steuerpflichtige auf diese Einkünfte ganz oder teilweise § 6b oder § 6c anwendet.

(2) Als außerordentliche Einkünfte kommen nur in Betracht:

1. Veräußerungsgewinne im Sinne der §§ 14, 14a Absatz 1, der §§ 16 und 18 Absatz 3 mit

Ausnahme des steuerpflichtigen Teils der Veräußerungsgewinne, die nach § 3 Nummer

40 Buchstabe b in Verbindung mit § 3c Absatz 2 teilweise steuerbefreit sind;

2. Entschädigungen im Sinne des § 24 Nummer 1;

3. Nutzungsvergütungen und Zinsen im Sinne des § 24 Nummer 3, soweit sie für einen

Zeitraum von mehr als drei Jahren nachgezahlt werden;

4. Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten; mehrjährig ist eine Tätigkeit, soweit sie

sich über mindestens zwei Veranlagungszeiträume erstreckt und einen Zeitraum von

mehr als zwölf Monaten umfasst;

5. Einkünfte aus außerordentlichen Holznutzungen im Sinne des § 34b Absatz 1 Nummer 1.

(3) 1Sind in dem zu versteuernden Einkommen außerordentliche Einkünfte im Sinne des

Absatzes 2 Nummer 1 enthalten, so kann auf Antrag abweichend von Absatz 1 die auf

den Teil dieser außerordentlichen Einkünfte, der den Betrag von insgesamt 5 Millionen

Euro nicht übersteigt, entfallende Einkommensteuer nach einem ermäßigten Steuersatz

bemessen werden, wenn der Steuerpflichtige das 55. Lebensjahr vollendet hat oder

wenn er im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist. 2Der

ermäßigte Steuersatz beträgt 56 Prozent des durchschnittlichen Steuersatzes, der

sich ergäbe, wenn die tarifliche Einkommensteuer nach dem gesamten zu versteuernden

Einkommen zuzüglich der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Einkünfte zu bemessen wäre, mindestens jedoch 14 Prozent. 3Auf das um die in Satz 1 genannten Einkünfte verminderte zu versteuernde Einkommen (verbleibendes zu versteuerndes Einkommen) sind vorbehaltlich des Absatzes 1 die allgemeinen Tarifvorschriften anzuwenden. 4Die Ermäßigung nach den Sätzen 1 bis 3 kann der Steuerpflichtige nur einmal im Leben in Anspruch nehmen. 5Erzielt der Steuerpflichtige in einem Veranlagungszeitraum mehr als einen Veräußerungs- oder Aufgabegewinn im Sinne des Satzes 1, kann er die Ermäßigung nach den Sätzen 1 bis 3 nur für einen Veräußerungs- oder Aufgabegewinn beantragen. 6Absatz 1 Satz 4 ist entsprechend anzuwenden.

 

Die Steuer wird dann wie folgt berechnet (sogenannte "Fünftelungsregelung"):

  • Die auf das normale zu versteuernde Einkommen (ohne Abfindung) fällige Einkommensteuer

wird berechnet.

  • Die auf die Summe von normalem zu versteuernden Einkommen und 1/5 der

Abfindung fällige Einkommensteuer wird berechnet.

  • Die Differenz zwischen den gemäß der beiden voranstehenden Schritte berechneten

Einkommensteuerbeträgen wird ausgerechnet.

  • Dieser Steuerdifferenzbetrag wird mit 5 multipliziert.
  • Der sich ergebende Betrag fällt als Steuer auf die Abfindung an. An der Besteuerung

des normalen Einkommens ändert sich nichts.

 

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen für Anschlussfragen gegebenenfalls gern zur Verfügung.

 

Weiter darf ich Sie höflich bitten meine steuerliche Beratung zu bezahlen, indem Sie das grüne Feld "Akzeptieren" anklicken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

 

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Leider blicke ich in diesem Steuergewahr nicht durch.

Meine Frau würde 2011 von Jan.-Dez. ca.22200 brutto verdienen,ich würde ca.9946,90 Lohnersatzleistung bekommen da ich seit fast 2 Jahren arbeitsunfähig bin und dazu die 58361,03 Abfindung,wieviel Steuern wären dies ca.

Vielen Dank für Ihre Mühe,

MfG, Uwe Baberowski

Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Baberowski,

 

vielen Dank für ihre Anschlussfrage, die ich gern wie folgt beantworte:

 

Leider kann ich die Einkommensteuer auf ihre Abfindung mit den von Ihnen genannten Einkünften nicht berechnen. Dazu müsste ich das zu versteuernde Jahreseinkommen des Steuerjahres 2011 unter Berücksichtigung von Werbungskosten und auch privat abziehbarer Kosten kennen!

 

Sie müssen daher bitte zunächst ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen für das Kj. 2011 unter Berücksichtigung ihrer Abfindung, am Besten durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ermitteln lassen, damit die von mir oben dargestellte Berechnung der auf die Abfindung zu leistenden Einkommensteuer erfolgen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

 

 

Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Baberowski,

 

ich habe ihrem Wunsch gemäß die Einkommensteuer für die Abfindung schätzungsweise unter Berücksichtigung der von Ihnen gelieferten Zahlen berechnet. Diese Auskunft erteile ich daher nur vorbehaltlich einer genauen Ermittlung des zu versteuernden Einkommens bei Ihnen und ihrer Ehegattin, weil das zu versteuernden Einkommen hier nicht durch Werbungskosten und privat absetzbare Kosten gemindert werden konnte. Ich bitte Sie das zu berücksichtigen!

 

Bei einem zu versteuernden Einkommen (ich unterstelle hier Zusammenveranlagung als Ehegatten) in Höhe von € 80.561,- und einer Abfindung in Höhe von € 58.361,- sowie Ersatzsleistungen in Höhe von € 9946,- beträgt die Einkommensteuer auf ihre Abfindung unter Anwendung des Splittingtarifs € 13.760,-. Die übrige Einkommensteuer auf das verbleibende zu versteuernde Einkommen beträgt € 1.040,-.

 

Die Steuerbelastung beträgt deshalb gesamt € 14.800,-

 

Ohne die Anwendung der 1/5 Regelung aus § 34 Abs.1 ff. EStG auf ihre Abindung würde die Einkommensteuerbelastung € 18.216,- betragen.

 

Die Einkommensteuerersparnis macht daher € 3416,- bei Ihnen aus.

 

Ich hoffe Ihnen damit weitergeholfen zu haben und bitte nochmals höflich um Bezahlung meiner steuerlichen Beratung, indem Sie das grüne Feld "Akzeptieren" anklicken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Baberowski,

 

ich darf Sie nochmals höflich bitten, meine steuerliche Beratung durch Akzeptierung meiner Antworten zu bezahlen. Eine kostenlose Rechtsberatung ist nach berufsrechtlichen Regeln Rechtsanwälten in der BRD nicht erlaubt. Bitte beachten Sie insoweit auch die AGB des Portalbetreibers.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

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