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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 887
Erfahrung:  Fachanwaltslehrgang Steuerrecht
25551084
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Steuern hier ein
K. Severin ist jetzt online.

Guten Abend , Seit 1991 bin ich selbstst ndig t tig , von

Kundenfrage

Guten Abend ,
seit 1991 bin ich selbstständig tätig , von 2002 bis September 2010 hatte ich noch einen Nebenjob ( ca. 900 Euro netto ) . Im September 2010 erbte ich so viel Geld , daß ich keinen Nebenjob mehr ausüben muß . Die Einkünfte aus der Selbständigkeit haben die letzten Jahre massiv nachgelassen ( nur noch durchschnittlich 350 Euro ), so daß das Finanzamt 2009 eine Liebhaberei vermutete - ist aber noch nicht offiziell bestätigt .
Ende 2010 wurde bei mir eine Leukämie festgestellt , so daß ich mit einem GdB 100 ( erst einmal bis Juni 2012 ) eingestuft wurde . Ich habe weiterhin vor , der selbständigen Tätigkeit nachzugehen , werde aber eher noch weniger als mehr verdienen .
Meine Fragen hierzu :
(1)sollte ich mein Gewerbe abmelden und es als Liebhaberei einstufen / einstufen lassen ? (2) gibt es steuerliche Nachteile , wenn ich nur noch Liebhaberei betreibe ?
(3) wenn ich von dem Erbe meinen Lebenunterhalt bestreite , kann ich mir - und wenn ja wieviel - nebenbei eine Art Taschengeld verdienen ? Würde dies auch auf meine ( dann ehemals ) selbständige Tätigkeit zutreffen ?
(4) welche Steuern würden für mich anfallen ?

MfG
C.Böhm
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

 

vielen Dank für ihre Fragen, die ich gern wie folgt beantworte:

 

Fragen 1 und 2:

 

Wenn Sie ihr Gewerbe abmelden und dieses vom Finanzamt als Liebhaberei eingestuft wird, haben Sie keine Einkünfte mehr aus Gewerbebetrieb. Dies hat zur Folge, dass Verluste aus ihrer selbständigen Tätigkeit nicht mehr mit anderen postiven Einkünften verrechnet werden oder sofern dies ausgeschlossen ist, in dem entsprechenden Steuerjahr ihrer Enstehung durch das Finanzamt festgesetzt werden können und später rück und vorgetragen werden können. Die Verluste bei Liebhaberei können daher nicht die Einkommensteuer bei Ihnen mindern. Wird Liebhaberei bei Ihnen festgestellt, dann müssen aber umgekehrt auch nicht die Gewinne, die Sie aus ihrer selbständigen erzielen, als gewerbliche Einküfte durch Sie versteuert werden. In aller Regel wird von Liebahaberei durch die Fiananzrechtsprechung ausgegangen, wenn Sie über einen Zeitraum von fünf Jahren keinen Gewinn erzielt haben, sei es deshalb, weil die Betriebseinnahmen nur ihre Betiebsausgaben gedeckt haben oder weil Sie in diesem Zeitraum nur Verluste erzielt haben. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, dann können Sie ihr Gewerbe abmelden und dies dem FA melden, weil sich

dann die positiven oder negativen Einkünfte aus Liebhaberei nicht mehr als steuerbare Einküfte bei Ihnen berücksichtigt werden. Ergibt eine Prognose, dass Sie mit ihrer Selbständigkeit in Zukunft dauerhaft Gewinne erzielen werden, dann müssen Sie das dem FA plausibel erklären, damit Sie ihre selbständige Tätigkeit als gewerblich anerkannt wird.

Zusammengefasst ergeben sich steuerliche Nachteile aus der Liebhaberei für Sie, wie von mir bereits ausgeführt wurde, durch den Ausschluss der Verlustverrechnung bzw. des Verlustvortrags und Verlustrücktrags im Rahmen der Einkommensteuer.

 

3. Sie können nebenbei Geld verdienen, steuerfrei ist dies nur möglich, wenn Liebhaberei für ihre selbständige Tätigkeit festgestellt wird. Andere einkommensteuerbare Einkünfte müssen Sie versteuern, wenn durch diese der Einkommensteuergrundfreibetrag bei Einzelveranlagung in Höhe von € 8004.- im Kalenderjahr überschritten wird.

 

4. Sie müssen dann, wenn ihre selbständige Tätigkeit nicht als Liebhaberei eingestuft wird, den Gewinn aus dieser Tätigkeit als Einkünfte aus Gewerbebetrieb versteuern und unter bestimmeten Voraussetzungen Gewerbesteuer auf den Gewinn abführen.

 

Ich hoffe damit ihre Fragen beantwortet zu haben und stehe Ihnen für Anschlussfragen gegebenenfalls gern zur Verfügung.

 

Zuletzt darf ich Sie höflich bitten meine steuerliche Beratung zu bezahlen, indem Sie das grüne Feld "Akzeptieren" anklicken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

K. Severin und weitere Experten für Steuern sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag ,
vielen Dank für die ausführliche Antwort . Ich habe noch ein paar Fragen dazu :
schon seit ein paar Jahren erziele ich keine Gewinne mehr ( daher auch der andere Job bis 2010 als Angestellte mit einem Verdienst von 900 Euro ) . Meine Befürchtung ist , daß das FA eine Rückerstattung der zu viel gezahlten EK-Steuer von mir erwartet , wenn ICH Liebhaberei anmelde , da man mir unterstellen könnte , die Jahre zuvor kein Interesse an einem Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit gehabt zu haben .
Zu ( 3 ) :Wenn ich Das Gewerbe ABmelde und keine Liebhaberei ANmelde und nur vom Erbe lebe, kann ich dann trotzdem eine Art " Taschengeld " mit der dann ehemals selbstständigen Tätigkeit verdienen ( es handelt sich schon jetzt nur noch um ca. 350 Euro monatlich ! ) ?
Zu ( 4 ) : da habe ich mich unklar ausgedrückt . Wenn das Gewerbe abgemeldet ist UND keine Liebhaberei besteht , fallen welche Steuern an , wenn ich - bis auf das Taschengeld - vom Erbe lebe ?

Mit freundlichen Grüßen
C. Böhm
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Böhm,

 

ihre Anschlussfragen beantworte ich gern wie folgt:

 

1. Entweder ihre selbständige Tätigkeit wird als Liebhaberei durch das FA eingestuft, dann keine Berücksichtigung der Einnahmen als gewerbliche Einkünfte. Siehe oben.

Oder Einstufung als gewerbliche Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit: dann einkommensteuerpflichtig, wenn das unter Berücksichtigung dieser Einkünfte zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag bei Einzelveranlagung im Rahmen der Einkommensteuer in Höhe von € 8004.- im Jahr überschreitet. Sind Sie verheiratet, verdoppelt sich dieser Grundfreibetrag.

 

2. Wenn Sie von ihrem Erbe leben und ansonsten Einnahmen aus Liebhaberei erzielen, liegen kein einkommensteuerbaren Einküfte vor. Verbrauchen Sie also das Erbe für ihre Lebenshaltungskosten ohne mit diesem einkommensteuerbare Einkünfte zu erzielen, ist dies kein Sachverhalt, der zu Einkommensteuern führt. Sofern ihre selbständige Tätigkeit als gewerbliche Tätigkeit eingestuft wird, müssen Sie den Gewinn versteuern. Dieser fällt unter die Einkommensteuer und unter die Gewerbesteuer, die hier aber aufgrund des Freibetrags für Einzelgewerbetreibende bei dem von Ihnen angegebenen Einkünften aus selbständiger Arbeit nicht ensteht.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

 

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
DANKE SCHÖN , nun habe ich alles verstanden !
Mit freundlichen Grüßen
C.Böhm
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr gern,

 

alles Gute für Sie.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

K. Severin

Rechtsanwalt

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