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mwst24
mwst24, Steuerberater
Kategorie: Steuern
Zufriedene Kunden: 12
Erfahrung:  Dipl. Kaufmann (betriebl. Steuerlehre, Wirtschaftsprüfung, Controlling), Steuerberater
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Ein steuerpflichtige in Deutschland ist mit der Urne seiner

Kundenfrage

Ein steuerpflichtige in Deutschland ist mit der Urne seiner verstorbenen brasil. Ehefrau nach Brasilien zur Beisetzung geflogen. Sind die Reisekosten steuerlich absetzbar?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Steuern
Experte:  mwst24 hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
ich nehme wie folgt zu Ihrer Frage Stellung:

Grundlegendes:
Bestattungskosten eines nahen Angehörigen sind regelmäßig als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, soweit sie nicht aus dem Nachlass bestritten werden können und auch nicht durch Ersatzleistungen gedeckt sind (z.B. Sterbegeldvers. / LV)
Des weiteren muss für die steuerliche Wirksamkeit die sog. zumutbare Belastung überschritten werden und erst der übersteigende Anteil kann steuerwirksam abgesetzt werden.

(Beispiel: Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 50.000, keine Kinder, Splittingverfahren, beträgt die zumutbare Belastung 5% von 50.000 = 2.500 Euro. Betragen die Bestattungskosten 6000 Euro und es gibt keinen Nachlass der dagegen gerechnet werden kann, so können 3.500 Euro steuerwirksam abgesetzt werden.)

Nur unmittelbare Bestattungskosten sind absetzbar:
Zu den außergewöhnlichen Belastungen gehören nur solche Aufwendungen, die unmittelbar mit der eigentlichen Bestattung zusammenhängen.
Nur mittelbar mit einer Bestattung zusammenhängende Kosten werden mangels Zwangsläufigkeit nicht als außergewöhnliche Belastung anerkannt. Zu diesen mittelbaren Kosten gehören z. B.:
-Aufwendungen für die Bewirtung von Trauergästen,
-Aufwendungen für die Trauerkleidung,
-Reisekosten für die Teilnahme an einer Bestattung eines nahen Angehörigen (> BFH vom 17.6.1994)

Darüber, dass nun die Reisekosten zu den mittelbaren Kosten gehören und diese nicht als zwangsläufig angesehen werden, könnte man sich streiten.

Es ergingen dazu bereits Gerichtsurteile:
Zum einen wurden die Reisekosten zu der Beerdigung der Schwiegereltern
nach Italien verweigert.
Zum anderen gab es ein Urteil, dass die Reisekosten von Niedersachsen nach Sylt für die Beerdigung der Ehefrau nicht anerkannt wurden.

Die Gerichte trennen somit die Bestattung selbst und die Teilnahme an der Bestattung und begründen teilweise wie folgt:
Die Fahrtkosten werden nicht als für die eigentliche Bestattung für notwendig gehalten.
Es kann dahinstehen, ob die Aufwendungen zwangsläufig erwachsen sind, ob sie sich insbesondere in den Grenzen der Angemessenheit halten, denn Kosten für die Teilnahme an einer Beerdigung sind nicht außergewöhnlich. Dies gilt auch dann, wenn es sich um die Beerdigung eines nahen Angehörigen handelt.

In Ihrem Fall sehe ich deshalb geringe Chancen für einen Einspruch.
Die Finanzverwaltung wird in Ihrem Fall wohl nicht von ihren Grundsätzen abweichen.

Matthias Wehl
Experte:  mwst24 hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Forumsteilnehmer,

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Vielen Dank