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hhvgoetz
hhvgoetz, Sonstiges
Kategorie: Sozialrecht
Zufriedene Kunden: 2879
Erfahrung:  Fachanwalt für SozialR
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hhvgoetz ist jetzt online.

Wie lange steht mir als Selbständiger eine Aufstockung durch

Kundenfrage

Wie lange steht mir als Selbständiger eine Aufstockung durch Hartz 4 zu? Dazu muss ich sagen, ich finanziere mich weitestgehend schon selbst, habe eigentlich, vorallem im Sommer einen regelrechten 24h Job, lebe im eigenen Haus, das auch betrieblich genutzt wird (Tierpension), beantrage so gut wie nichts, bekomme nur eine Grundsicherung+KK.
Ständig will mich die Arge vermitteln. Zudem liegt mein Grundstück so, dass ich keinerlei Möglichkeiten im Winter habe, überhaupt irgendwo hinzu kommen, ein Auto ist auch nicht vorhanden. Einfach alles alleine lassen geht so und so nicht. Ich habe die Verantwortung für viele Tiere. Ich lebe in einfachsten Verhältnissen, hatte seit mind. 10 Jahren keinen Urlaub mehr und verzichte aufgrund meiner Arbeit bewusst auf Familie.
Wie soll ich mich verhalten? Vielleicht können Sie mir irgendwie weiter helfen, denn vor dem nächsten Termin graut es mir schon. Können die mich zwingen, meine Selbständigkeit und somit Haus, Hof, Tiere und meine soziale Arbeit aufzugeben? Also meine gesamte Existenz und alles was ich bis jetzt rein gesteckt habe an Arbeit und Geld? MfG Anke Kunz
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Sozialrecht
Experte:  hhvgoetz hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

es gibt keine festen Fristen, wie lange bei einem Selbstständigen das Fortführen eines Betriebes geduldet wird, mit dessen Gewinn der Lebensunterhalt nicht bestritten werden kann.

In der Regel wird diese Situation bis zu einem Jahr geduldet, in Einzelfällen auch mal ein paar Monate länger, gerade bei solchen Saisongeschäften wie bei Ihnen, die im Sommer meist genug Geld abwerfen.

Grundsätzlich sind Sie aber verpflichtet dann wirklich verpflichtet, Ihre Arbeitskraft in einer gewinnbringenden abhängigen Beschäftigung zur Verfügug zu stellen.

Insbesondere ist es als Argument gegen eine Erwerbstätigkeit unerheblich, dass Sie privat Tiere halten. Insofern sollten Sie sehen, dass Sie eine Lösung für die im Winter bei Ihnen untergebrachten Tiere finden. Dass Ihr Job sozial sinnvoll ist, kann leider nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Sie davon offenbar nicht ganzjährig leben können. Es muß also eine Lösung für den Sommer her. Ggf. kommt auch hier ein pflegerischer Beruf mit Tieren an anderer Stelle in Betracht.

Soweit Sie zum Erreichen von Bewerbungsgesrpächen Fahrtkosten benötigen, so können diese vom Jobcenter beantragt werden.
Haben Sie einen Job und brauchen dafür einen PKW, besteht ggf. auch die Möglichkeit für ein Darlehen zur Anschaffung. Das Jobcenter möchte Sie in erster Linie aus dem ALG II-Bezug herausbekommen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben, geben Sie bitte eine positive oder neutrale Bewertung ab, denn nur dann erfolgt die Vergütung für die anwaltliche Beratung.


Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Danke für diese Antwort. Die im Winter untergebrachten Tiere sind nicht nur die eigenen, sondern auch Pensionsgäste, sage ich diesen im Winter ab, kommen diese auch im Sommer nicht mehr, das zieht dies dann nach sich. Im Sommer habe ich so viele, dass ich teilweise den Leuten absagen muss, da die Kapazität dann nicht ausreicht.


 


Um zu einer Arbeitsstelle zu kommen, geht es eben nicht nur um den PKW, sondern ich bin im Winter teilweise von der Umwelt abgeschnitten.


 


Also müsste ich alles aufgeben, um einer anderen Arbeit nachzugehen. Und was das für Kosten nach sich ziehen würde, auch für die Arge, das kann doch nicht der Sinn sein? Nur weil es dann aus einem anderen "Topf" kommt.

Experte:  hhvgoetz hat geantwortet vor 3 Jahren.
Zur Aufgabe der Tätigkeit wird man Sie nur zwingen, wenn Ihnen konkret ein Job mit besserem Verdienst angeboten werden kann. Natürlich will das Jobcenter Geld sparen. Das wird langfristig am ehesten damit erreicht, dass Sie in einen lohnenden Job vermittelt werden.

Wenn Sie aber Bewerbungsgespräche nicht wahrnehmen können, weil Sie "von der Außenwelt abgeschnitten" sind, sollten Sie das beweisbar dokumentieren. Ansonsten wird es sicher zu Problemen kommen. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Orte, die im Winter völlig abgeschnitten sind. Selbstverständlich müssen Sie für die Passierbarkeit des Weges bis zur nächsten öffentlichen Straße selbst sorgen, auch wenn das mit Arbeit verbunden ist bei viel Schnee.

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