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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Scheidungsrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  sselbständiger Rechtsanwalt
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Ich bin alleinerziehende Mutter einer lebensbedrohlich kranken

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin alleinerziehende Mutter einer lebensbedrohlich kranken und 100% schwerbehinderten Tochter. Seit der Trennung von ihrem Vater (selber Anwalt) vor ca. 5 Jahren hat er unsere Tochter alle 14 Tage am WE (Sa/halber So), einen Abend in der Woche und 6 Wochen Schul- bzw. Kiga-ferien betreut. Jetzt teilt er mir mit, dass er nur noch 4 Wochen Ferien zu übernehmen bereit ist, da ihn der Betreuungsaufwand zu sehr erschöpft und er sich in den verbleibenden 2 Wochen erholen muss. Ich bin selber berufstätig und habe nur 6 Wochen Jahresurlaub, kann also seine 2 Wochen gar nicht zeitlich übernehmen. Habe ich einen Anspruch darauf, die hälftige Betreuung unserer Tochter in Ferienzeiten oder zumindest die Bezahlung der Betreuung durch den Vater, wenn er seine Zeiten kürzt, einzuklagen?
Gibt es für den Umgang mit schwerst kranken und behinderten Kindern besondere Verpflichtungen für den getrennt lebenden Elternteil, die der Entlastung/Unterstützung des alleinerziehenden Elternteils Rechnung tragen?
Wir haben übrigens gemeinsames Sorgerecht für unsere Tochter.


Besten Dank für Ihre Rückmeldung.
Sehr geehrte Fragestellerin,

leider haben Sie keinen durchsetzbaren Anspruch gegen den Kindesvater, wenn dieser, aus welchen Gründen auch immer, die Betreuung nicht oder nur noch eingeschränkt übernehmen kann oder will.

Was Sie aber tun können, ist die notwendigen Betreuungskosten als Sonderbedarf neben dem normalen Unterhalt geltend zu machen.

Hierbei handelt es sich um einen durchaus durchsetzbaren, sprich einklagbaren Anspruch. Aufgrund der besonderen Umstände dürfte dies auch gerechtfertigt sein.

In Einzelfällen kann nach der Rechtsprechung ein besonderer Bedarf der Kinder bestehen, der durch den laufenden Tabellenunterhalt nicht gedeckt ist. Bei diesem Sonderbedarf handelt es sich um einen unregelmäßigen, außerordentlich hohen Bedarf, der meist überraschend und der Höhe nach nicht einschätzbar war. Typisch für den Sonderbedarf ist, dass er aus dem normalen, laufenden Unterhalt nicht gezahlt werden kann und auch nicht angespart werden kann.

Betreuungskosten zählen zum sogenannten Sonderbedarf.

Für den Sonderbedarf haften allerdings beide Elternteile anteilmäßig (also nicht nur wie beim Tabellenunterhalt der getrennt lebende Elternteil). Das bedeutet, dass sich auch derjenige Elternteil an den Kosten des Sonderbedarfs beteiligen muss, bei dem das Kind lebt - es sei denn, dieser Elternteil hat keinerlei Einkünfte bzw. keine Nettoeinkünfte oberhalb des Selbstbehalts von 950 Euro.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen im Rahmen dieses Mediums eine angemessene rechtliche Orientierung geben.


Tobias Rösemeier und weitere Experten für Scheidungsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.