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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  sselbständiger Rechtsanwalt
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Scheidungsrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Ich lebe in England und bin mit einem englischen Mann verheiratet.

Kundenfrage

Ich lebe in England und bin mit einem englischen Mann verheiratet. Wir haben uns kürzlich getrennt, und deshalb möchte ich mit unserer 1.5jähr. Tochter nach Deutschland zurückkehren. Laut englischem Recht darf ich ohne Einwillung meines Mannes nicht. In England gilt automatisch das geteilte Sorgerecht (parental responsibility), keiner von uns hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht (residence), da wir uns erst vor 4 Wochen getrennt haben & noch nichts rechtlich geregelt haben. Ich denke nicht, dass mein Mann mit einem Umzug unserer Tochter einverstanden sein wird. Die engl. Anwälte sagen mir, dass ich einerseits am besten einen Job hachweisen muss andererseits gar keinen Job annehmen kann, da es mindestens 6 Monate dauert, bis man überhaupt einen Termin bei Gerict bekommt. Gibt es noch andere Möglichkeiten? Was könnte ich am besten tun, da mir die Anwälte auch sage, dass eine Verhandlung zehntausende von Pfund kostet.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Scheidungsrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

der Beantwortung Ihrer Frage stelle ich folgendes voran:

Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen in Deutschland bin ich gehalten, darauf hinzuweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemessene Vergütung für die untenstehende Beantwortung durch Akzeptieren zu bezahlen. Das vorangestellt möchte ich im weiteren darauf hinweisen, dass es im Rahmen dieses Mediums nur möglich ist, eine mehr oder weniger allgemeingehalte Antwort zu geben, da ich weder Einblick in Unterlagen, noch ein eingehendes Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung führen kann. Die untenstehende Antwort dient daher der ersten rechtlichen Orientierung bzw. der Verschaffung eines angemessenen Überblicks über die rechtliche Situation und kann und soll keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates vor Ort ersetzen.

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:


Zur Höhe der Kosten für ein Verfahren in England kann ich Ihnen keine Angaben machen, allerdings wäre das schon ein erheblicher Verdienst, so dass ich schon überlegen müsste nach England überzusiedeln ;) Aber Scherz bei Seite, hier sollten Sie sich vielleicht noch von einem anderen Anwalt oder aber der Kammer über die Kosten informieren.

Aus rechtlicher Sicht kann ich Ihnen allerdings auch nach deutschem Recht nicht viel Hoffnungen machen. Das OLG Koblenz hat beispielsweise in einem ähnlichen Fall, wo die Ehefrau mit dem Kind zurück nach Italien gehen wollte, den Umzug untersagt, weil der Ehemann diesem nicht zugestimmt hat.

Da die elterliche Sorge in England genauso geregelt ist, wie in Deutschland benötigen Sie für den Umzug entweder die Zustimmung Ihres Ehemannes oder einen entsprechenden Beschluss des örtlich zuständigen Gerichts.

Sicherlich wäre es von Vorteil, wenn Sie eine Arbeitsstelle in Deutschland nachweisen könnten. Dies wäre dann eine gewichtige Argumentation wenn Sie in England bisher nicht beruftätig gewesen sind und insoweit auf den Unterhalt Ihres Ehemannes dauerhaft angewiesen wären. Ebenso kann argumentiert werden, dass in Deutschland Sie Unterstützung von Ihrer Familie erhalten, um neben der Betreuung des Kindes auch einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.

So kurz nach der Trennung ist es sehr schwer eine Einigung außerhalb eines Gerichtsverfahrens zu bewerkstelligen. Wenn die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Ehemann jedoch noch gut funktioniert, würde ich Ihnen empfehlen zur Klärung dieser Frage eine Mediation durchzuführen, so dass ein Einvernehmen ohne Gericht erzielt werden kann.

Auf jeden Fall sollten Sie versuchen, das Thema erst einmal mit Ihrem Ehemann zu besprechen. Dann werden Sie sehen, wie er hierauf reagiert. Wahrscheinlich müssen Sie im ersten emotionalen Moment auf Ihre Anfrage hin erst einmal mit einer Ablehnung rechnen. Das ist der Moment, wo es nicht zum Streit kommen darf, sondern sachlich die Vor- und Nachteile und auch die Gestaltung des künftigen Umgangs von Tochter und Vater besprochen werden muss. Ihre Tochter ist noch sehr klein, so dass es wichtig ist, dass sie ihren Vater so oft wie möglich sehen kann, um das Vater-Tochter-Verhältnis zu erhalten.

Wenn alles scheitert und Sie unbedingt nach Deutschland zurückkehren wollen, müssen Sie ein Gerichtsverfahren vor den englischen Gerichten durchführen. Wie Ihre Chancen dort stehen, kann Ihnen nur ein englischer Anwalt beantworten.




Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Scheidungsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sie haben mir nichts Neues mitgeteilt, demnach bin mit Ihrer Antwort nicht zufrieden. Sie haben so viel geschrieben, sie hätten gleich sagen sollen, dass Sie dazu nichts sagen können und sich nict all die Mühe machen.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
ich kann Ihre Reaktion nicht ganz nachvollziehen. Ich habe Ihnen die Rechtslage erläutert, wie es wäre, wenn Sie von Deutschland ins Ausland ziehen wollten und das es hier offensichtlich nicht anders ist, als in England.
Es gibt hier leider keinen Zaubertrick oder ein Wundermittel. Ich kann Ihnen nur empfehlen zu versuchen, eine Einigung mit Ihrem Ehemann oder aber eine gerichtliche Klärung herbeizuführen.
Bei einer gerichtlichen Klärung müssen sie allerdings auch berücksichtigen, dass die Entscheidung auch zu Gunsten des Kindesvaters ausfallen kann.

Ich habe Ihnen eine korrekte Rechtsauskunft erteilt. Ich kann nichts dafür, dass Sie mit der rechtlichen Situation nicht zufrieden sind.
Ihnen wäre mit Sicherheit nicht geholfen, wenn ich Ihnen eine Antwort nach Ihren Vorstellungen schreiben würde, die sich in der Realität nicht umsetzen lässt.
MFG

Verändert von Tobias Rösemeier am 12.09.2010 um 12:54 Uhr EST

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