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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Schadensersatz
Zufriedene Kunden: 23096
Erfahrung:  Erfahrung mit schadensersatzrechtlichen Mandaten.
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ra-huettemann ist jetzt online.

Ich habe in einem Supermarkt einen Unfall erlitten weil mir

Beantwortete Frage:

Ich habe in einem Supermarkt einen Unfall erlitten weil mir dort im Vorbeigehen eine schwere Gemüsekiste vor die Füße gefallen ist. Folge: Arm und Beinbruch. Die Haftpflichtversicherung will jedoch kein Schmerzensgeld zahlen mit der Begründung, dass "nach höchstrichterlicher Rechtsprechung"der Laden nicht verpflichtet ist, ständig zu kontrollieren. Habe ich da noch eine Chance?
Gepostet: vor 5 Monaten.
Kategorie: Schadensersatz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Monaten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Der Supermarktbetreiber ist Ihnen vorliegend zur Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld verpflichtet, denn wenn Ihnen die Gemüsekiste vor die Füße gefallen ist, ohne dass Sie hieran ein Verschulden trifft, so liegt eine zum Schadensersatz verpflichtende Verletzung der Pflichten des Supermarktbetreibers vor.

Dieser Schadensersatzanspruch gründet sich auf die Rechtsfigur der so genannten c.i.c. (culpa in contrahendo). Die c.i.c. ist gesetzlich geregelt in § 311 BGB in Verbindung mit § 280 BGB.

Das Rechtsinstitut der cic mit seinen vorvertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflichten (im Vorfeld von Vertragsschlüssen) wurde von der Rechtsprechung auch auf so genannte geschäftsähnliche Kontakte ausgedehnt.

Das bedeutet, dass bei der Aufnahmen rechtsgeschäftlicher Kontakte ganz bestimmte Rücksichts- und Sorgfaltspflichten geschuldet sind. Betreten Sie in Ihrem Fall also einen Supermarkt dürfen Sie davon ausgehen und erwarten, dass die Einrichtungen so beschaffen sind, dass Sie sich und Ihren Rechtsgütern keiner Gefahr aussetzen.

In Ihrem Fall hat der Supermarkt seine Verkehrssicherungspflicht verletzt, denn er hätte durch die Mitarbeiter sicherstellen müssen, dass keine Gemüsekisten herabfallen können, da diese eine Gefahrenquelle darstellen.

Das enstprechende Verschulden des jeweiligen Mitarbeiters wird dem Supermarkt nach § 278 BGB rechtlich zugerechnet.

Rechtsfolge ist, dass Sie von dem Supermarktbetreiber Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend machen können.

Sie sollten sich daher noch einmal schriftlich und nachweisbar (Einschreiben) an den Supermarkt, bzw. an die Versicherung wenden und Ihre Ersatzansprüche dem Grunde nach dort geltend machen (etwaige Arzt- und Behandlungskosten sowie Schmerzensgeld).

Setzen Sie in dem Schreiben eine Frist von 7-10 Tagen ab Briefdatum zur Rückäußerung, und kündigen Sie an, dass Sie nach fruchtlosem Ablauf der Frist Ihre Ansprüche auf dem Rechtsweg durchsetzen werden.

Wenn die Frist fruchtlos verstreicht, ist die Gegenseitein Verzug. Sie sind dann berechtigt, einen Anwalt Ihrer Wahl mit der Durchstzung Ihrer Ansprüche zu beauftragen. Die Kosten des Anwalts hat Ihnen die Gegenseite in diesem ebenfalls als Verzugsschaden zu ersetzen.

Diejenige Hälfte Ihrer Kundenanzahlung, die für die anwaltliche Beratung vorgesehen ist, wird nur und erst freigegeben, wenn Sie auf die Bewertungssterne klicken. Klicken Sie daher zur Vergütung der anwaltlichen Beratung bitte abschließend rechts oben auf die Bewertungssterne (=3 bis 5 Sterne), wenn Sie keine Nachfragen haben ("Dem Experten antworten").

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Monaten.

Sind denn nun noch Fragen offen geblieben?

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Monaten.

Haben Sie denn nun noch Nachfragen ("Dem Experten antworten")?

Geben Sie bitte andernfalls eine positive Bewertung für die anwaltliche Beratung ab. Ihre Frage ist ausführlich beantwortet worden.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.

Hallo Herr Huettemann,

ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Denn es hat schon einige Urteile in ähnlichen Fällen gegeben (im Supermarkt auf Pfütze oder Gemüse ausgerutscht, an zerbrochener Flasche verletzt), in denen Gerichte gegen Schadensersatz und Schmerzensgeld entschieden haben (u.a. hier: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/der-unfall-im-supermarkt-348303). Nach diesen erfüllt der Supermarkt offenbar seine Pflicht bzgl. der Verkehrssicherheit, wenn er nachweislich alle 15 Minuten kontrolliert. Die Frage ist daher: Wie unterscheidet sich die fallende Gemüsekiste von diesen Fällen? Und was ist, wenn der Markt behauptet, es sei entsprechend kontrolliert worden?

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Monaten.

Gern antworte ich Ihnen weiter.

Ich darf Sie aber bitten, zunächst eine positive Bewertung abzugeben, damit meine bisher erbrachte umfassende Rechtsberatung für Ihre vomj 27.06. datierende Frage auch vergütet wird. Ich werde sodann umgehend auf Ihre Nachfrage eingehen, und Sie können anschließend beliebig oft und kostenfrei nachfragen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.

Sehr geehrter Herr Hüttemann,

entschuldigen Sie die Verzögerung. Es gab ein Problem mit dem Passwort, so dass ich mich nicht einloggen konnte. Daher hat meine Antwort so lange gedauert. Dennoch: Ich habe das System hier bei Justanswer so verstanden, dass man erst bewertet, nachdem Nachfragen geklärt sind. Sonst habe ich ja keine Sicherheit, dass Sie mir wirklich antworten. Ich wäre Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie meine Nachfrage beantworten würden. Denn ich würde schon gerne wissen, wie hoch das Risiko ist, dass ich nicht Recht bekomme, bevor ich beispielsweise einen Anwalt einschalte.

Vielen Dank ***** *****!

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Monaten.

Ihre Anfrage liegt 1 1/2 Monate zurück, und ich habe für meine erbrachte umfassende Arbeitsleistung bisher keinerlei Vergütung erhalten. Zumal in Anbetracht Ihrer weiteren (arbeitsaufwendigen) Nachfragen ersuche ich erneut um nunmehrige Bewertung. Ansonsten ziehe ich mich aus der Beratung zurück.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Schadensersatz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Monaten.

Haben Sie vielen Dank!

In Ihrem Fall greift zu Ihren Gunsten der Beweis des ersten Anscheins: Da Sie als Folge der herabfallenden Kiste die Verletzungen erlitten haben, liegt ein typischer Geschehens- und Schadensablauf vor, der ein Verschulden des Supermarkts indiziert

Das führt zu einer Umkehr der Beweislast: Es ist nunmehr an dem Supermarkt ganz konkret nachzuweisen, dass kein Organisationsverschulden vorliegt, der Supermarkt also seiner Verkehrssicherungspflicht gerecht geworden ist. Die rein pauschale Behauptung der Gegenseite, "nach höchstrichterlicher Rechtsprechung" sei der Laden nicht verpflichtet, ständig zu kontrollieren, ist daher einerseits falsch und zum anderen auch nicht ausreichend, der Beweislast nachzukommen, sich also zu entlasten.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt